Wenn Arbeit zur Perspektive wird

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Angelina Pondja und Sebastian Kaiser mit ihrem Betreuer Harry Barduhn, den Hattingern bestens bekannt als ehemaliger Mitarbeiter im Haus der JugendFoto: Pielorz
Verschiedene Projekte werden im Rahmen der „Aktivierungshilfen für Jüngere“ im HAZ Arbeit + Zukunft präsentiert. Gemeinsam haben junge Erwachsene im Arbeitslosengeld II-Bezug verschiedene Projekte durchgeführt. Ziel ist es, den jungen Erwachsenen noch eine Lebensperspektive zu bieten und die Chance auf geregelte Arbeit.

Silvia Bergmann leitet die Jugendabteilung und kümmert sich um junge Erwachsene, die in einer Maßnahme der Aktivierungshilfe stecken, die vom Job-Center finanziert wird.
Ziel ist es, junge Erwachsene an die Arbeitswelt heranzuführen. Die meisten von ihnen sind zwischen 18 und 27 Jahre alt. Einen Schulabschluss haben nicht alle, doch gemeinsam ist ihnen, dass sie alle irgendwie vom geraden Lebensweg abgekommen sind.
In dieser Aktivierungsmaßnahme sind die jungen Erwachsenen jeden Morgen im HAZ – wenn sie denn motiviert genug sind, zu kommen. „Sie werden uns vom Job-Center zugewiesen und nicht alle sind begeistert“, räumt Silvia Bergmann auch sofort ein. „Die Kontaktaufnahme ist nicht einfach. Ein Telefonat, ein Brief, ein persönlicher Besuch und trotzdem gibt es Teilnehmer, die nicht bis zum Ende durchhalten“. Die aktuelle Maßnahme besteht in Hattingen aus 18 Teilnehmern und dauert noch bis Oktober 2014. Die meisten Teilnehmer sind junge Männer. Überhaupt gilt pauschal: zwei Drittel der Teilnehmer in berufsvorbereitenden Maßnahmen sind männlich.
Warum, darüber kann Silvia Bergmann nur Mutmaßungen anstellen. „Ich persönlich glaube, dass in den Kindertageseinrichtungen und der Grundschule männliche Bezugspersonen fehlen. Frauen gehen mit Jungen anders um als mit Mädchen. Außerdem habe ich den Eindruck gewonnen, dass Mädchen besser mit Misserfolgen umgehen können und Miederlagen besser verkraften. Aber das ist mein persönlicher Eindruck“.
Bei diesem aktuellen Projekt wurde gewerkelt, gebastelt und geschraubt. So haben die jungen Leute beispielsweise einen Kicker gebaut, den sie selbst bespielen dürfen. Oder sie haben Longboards gebaut, Fahrräder repariert und Boote gebaut. Das, was sie repariert haben, dürfen sie selbst nutzen und das tun sie auch – sind doch die meisten von ihnen materiell nicht mit großen irdischen Gütern gesegnet.
„Wir versuchen, junge Erwachsene an einen geregelten Tagesablauf heranzuführen. Wir bieten ein Ernährungs- und Sportprogramm und versuchen, durch den Bezug zu persönlichen Dingen die Grundlage zu schaffen dafür, dass geregelte Arbeit eine Perspektive wird.“
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