Als echter Sänger und falscher Heino unterwegs

Anzeige
Wilhelm Zimmermann
 
Wilhelm Zimmermann als Heino

Wilhelm Zimmermann (70) spielt gern Theater. Er singt gern, malt und bastelt auch gern am Computer. Der Hattinger genießt seinen Unruhestand nach dem Berufsleben als Sozialarbeiter. Doch so richtig „normal“ Theater spielt er nicht. Er gehört zu einer Seniorenshow, die mit einer Playback-Show Beifall erntet.



Wer sagt eigentlich, dass Playback-Shows immer nur bei kleinen Kindern Erfolg haben? Wilhelm Zimmermann kennt das komplett anders, denn er gehört seit mehr als einem Jahr zu der Seniorengruppe „Die Herbstzeitlosen“, die ihre Heimat in Essen haben.
Der Hattinger ist der einzige Auswärtige und einer von zwei aktiven Männern, die singen. Na ja, quasi singen. Denn es geht ja um Playback.
Natürlich singt Wilhelm Zimmermann auch richtig und zwar beim Seemanns-chor in Bochum-Dahlhausen. Keine Shantys, also Arbeitslieder, sondern lustige Weisen.
Und lustig wird es auch, wenn er in verschiedenen Outfits auf der Bühne steht und große Erfolge großer Künstler präsentiert. Dabei macht er auch den Mund auf, doch der Gesang kommt diesmal vom Band. Heino beispielsweise, oder Karel Gott. „Angefangen hat aber alles mit Willy Schneider“, erinnert sich der Hattinger. „Ich habe damals eine Seniorengruppe gesucht, um Theater zu spielen. Und als ich sie gefunden hatte, stellte sich heraus, dass sie gar nicht Theater spielen. Jedenfalls werden keine Theaterstücke einstudiert, sondern wir sind zehn Männer und Frauen ab sechzig Jahre, die die großen Künstler wieder zurück auf die Bühne holen. Zum Beispiel Zarah Leander oder auch Abba, aber eben auch Heino, der ja noch aktiv ist.“
Die älteste Sängerin dieser Gruppe ist übrigens 88 Jahre alt, der zweite Mann neben Wilhelm Zimermann immerhin schon 83 Jahre alt. „Unser Publikum singt oft mit, erinnert sich an alte Zeiten.“
Auftritte gibt es oft in Altenheimen oder bei Seniorenveranstaltungen.
„Wir sind der Awo angegliedert und treffen uns einmal in der Woche mittwochs in Rüttenscheid“, erzählt er. Den Weg nach Rüttenscheid nimmt er auf sich – weil es lustig ist und ihm die muntere Gruppe gefällt. In Hattingen gibt es so etwas nicht. „Obwohl ich Lust hätte, so etwas auch hier auf die Beine zu stellen“, sagt er.
Manche Songs trägt er mit Partnerin vor – da ist er dann Andrea Bocelli. Auch den Peter Hofmann gibt er.
Seine Ehefrau ist übrigens nicht mit von der Partie. Sie malt. Das hat Wilhelm Zimmermann auch gemacht. Jetzt aber nicht mehr. Keine Zeit. Zwischendurch müssen und wollen auch die beiden Enkelkinder betreut werden.
„Ich sitze nicht untätig zu Hause“, sagt er. „Das ist nichts für mich. So lange ich doch Spaß an den Dingen habe...“
Ach ja, die Essener Gruppe „Die Herbstzeitlosen“ könnte auch Nachwuchs gebrauchen. Sänger, vor allem männliche. Und auch jemanden, der vertretungsweise die Stereoanlage betreut, CD‘s auflegt, wenn der „Chef-Aufleger“ verhindert ist. Der hat nämlich auch Enkelkinder, die betreut werden wollen...
Wer sich für die Gruppe interessiert, kann sich bei Rolf Stoika melden unter Telefon 0201/8736820 oder sich informieren unter www.herbstzeitlose.repage1.de
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.