Schulstoy-Wettbewerb: Das Katzenbaby

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Montagmorgen und kein Entrinnen.
Steffi quälte sich mit kurzen Schritten und holprigem Herzen in die Schule und überlegte, wie sie wohl diesen Tag überstehen sollte. Seit ein paar Tagen wurde sie von drei Mädchen aus der Nachbarklasse in jeder Pause so richtig durch den Kakao gezogen. Egal, was sie machte oder sagte, die drei fanden schon was, um sie zu ärgern.
Heute sollte damit Schluss sein, hatte Steffi entschieden. Sie wollte keinen Tag länger zur Schule gehen. Sie hatte sich also ihr Butterbrot geschnappt, wie üblich Mami einen Kuss gegeben, die Haustür hinter sich zugezogen und war dann in Richtung Schule gelaufen. Nach zwei Kreuzungen, hatte sie den üblichen Weg verlassen und nun trottete sie mit Herzklopfen in Richtung Hauptbahnhof.
Bochum war schrecklich und sie wollte wieder zurück nach Witten. Mami hatte gut reden, die musste ja nicht mit diesen grässlichen Mädchen die Pausen verbringen. Überhaupt war das so gemein von ihr. Steffi wollte nicht weg von zu Hause und deshalb würde sie jetzt wieder zu Papa fahren. Ja, so wollte sie das machen, bis sie vor sich auf der Straße einen kleines Bündel sah. Was war das? Eine Puppe ? Nein, es war ein Katzenbaby, das in einem Schal steckte und sie mit großen Augen anstarrte.
Sie nahm das Kätzchen auf den Arm und überlegte, was sie nun machen könnte. Mami mochte keine Tiere, die würde nur herummeckern. Nein, sie musste das Kätzchen an einen sicheren Ort bringen und da fiel ihr der Schulgarten ein. Hier gab es ein kleines Häuschen, in dem der Hausmeister seine Geräte aufbewahrte.

Sie kam gerade noch 10 Minuten vor dem Läuten in der Schule an und hetzte zum Schulgarten. Hoffentlich sah sie niemand.
Aber eh sie um die Ecke rum war, lief sie der dicken Manuela in die Arme. Das war die Schlimmste und die Gemeinste der Krümmelbande, wie sie ihre Peinigerinnen insgeheim nannte.
"Was hasn da" wollte die dann auch gleich wissen und nahm ihr das Bündel fast weg. Das Kätzchen fiel auf den Boden und suchte sogleich Schutz zwischen Steffis Beinen. Steffi hob das Kätzchen wieder auf, um es unter ihrer Jacke zu verstecken.
"Oh, ist die süüüüß und darf ich die mal streicheln?" Steffi staunte, denn solche Töne hätte sie dem Mädchen gar nicht zugetraut.
"Ja, aber vorsichtig", sagte sie dann auch zu ihrer eigenen Überraschung und so nahm das Verhängnis seinen Lauf.
Steffi wurde nicht mehr geärgert, das Katzenbaby bekam vier neue Katzenmamis gleichzeitig, der Hausmeister wunderte sich jeden Tag über den Andrang im Schulgarten und Steffis Mutter vermisste nun jeden Tag irgendwelche Speisereste.
Ende

(Anm: Dieses Ende ist als Geschichte für Kinder geeignet)

Bochum ist gar nicht so schlimm, dachte Steffi eine Woche später und zusammen mit Manu, Nelli und Eva ärgerte sie nun jeden Tag einen kleinen Jungen aus der ersten Klasse.
Ende 2

(Anm.:Dieses Ende ist dann für die Erwachsenen, die es aushalten müssen, wenn das Gute mal nicht gewinnt!)


Martina Janßen
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4 Kommentare
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Martina Janßen aus Hattingen | 12.10.2015 | 22:53  
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Martina Janßen aus Hattingen | 13.10.2015 | 11:07  
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 14.10.2015 | 00:35  
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Martina Janßen aus Hattingen | 14.10.2015 | 22:48  
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