Fingerboarding ist Flips und Grinds und noch mehr Tricks

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Sie sind begeisterte Fingerboarder und möchten am Samstag, 25. April, im Haus der Jugend mit einem Contest Werbung für ihre Funsportart machen: (v.l.) Tim Kranz, Felix Jansen und Florian Dahm vom Hagen. Foto: Römer
 
Das sind einige „Obstacles“, die für die Tricks der Fingerboard-Fahrer zum Einsatz kommen. Im „Haus“ wird eine große Anlage von 1,10 mal 2,70 Metern aufgebaut. Foto: Römer
Hattingen: Haus der Jugend |

Sie sind klein – wie Spielzeuge. Sie sehen aus wie Skateboards – in Miniaturausgabe. Sie faszinieren vor allem Jugendliche – auf der ganzen Welt. Und: Fingerboards sind eine echte Sportart mit richtigem Suchtpotenzial.

Dem trägt das Haus der Jugend jetzt Rechnung: Am Samstag, 25. April, wird eben dort in der Bahnhofstraße 31b ab 13 Uhr der „1. WLFDM-Fingerboardcontest ausgetragen. Motto: „Hattingen hat Fingerfertigkeiten“.
Hinter dem Wettbewerb und vor allem seiner Organisation stecken der Hattinger Florian Dahm vom Hagen (15) sowie seine Freunde Felix Jansen (14) aus Sprockhövel und Tim Kranz (16). Sie eint vor allem ihre Leidenschaft fürs Fingerboarden.
Fingerboarden? Eigentlich ist das eine Sportart, deren Anfänge in Deutschland liegen. Dennoch sind es nur höchstens 200 in diesem unserem ganzen Land, die sich damit genauso intensiv beschäftigen wie die drei Freunde. Wie sie erzählen, hat sich diese Trendsportart von Europa aus vor allem in die USA verlagert. „Dort boomt Fingerboarding geradezu“, wissen sie, und: „In den Staaten, da sind selbst Neunjährige besser als wir.“
Dafür kenne hier durch Facebook und Filme auf You Tube praktisch jeder jeden. Das finden sie zwar einerseits „echt cool“, weil so die Kommerzialisierung ihres Sports noch nicht eingesetzt habe. Andererseits soll aber genau der Contest am nächsten Wochenende im Haus der Jugend Werbung für die Sportart sein.
Bei ihnen selbst dreht sich eigentlich alles ums Fingerboarden. Sie fahren in Nachbarstädte zu anderen, die ihre Leidenschaft teilen, oder drehen eigene Filme über ihren Sport, die sie ins Netz stellen. „Fingerborarding ist unser Lebenselixier“, sagen sie.

Fingerboarding als Lebenselixier

Und so geht’s: Bei dieser Funsportart kommt es beispielsweise darauf an, möglichst viele bestimmte Flips und Grinds zu schaffen, also Drehbewegungen um die Längsachse oder die Senkrechte herbeizuführen oder als „Grind“ auf einem „Obstacle“ (Hindernis) zu rutschen, oder noch besser alles miteinander zu kombinieren. Die Zahl der Tricks sei praktisch unendlich, so das Experten-Trio.
Die Beanspruchung des kleinen Sportgeräts, das nur mit Zeigefinger und Mittelfinger „gefahren“ wird, ist natürlich ziemlich groß. Während oben meistens schlichtes Schwarz durch ein „Griptape“, das an Schleifpapier erinnert, vorherrscht, ist die Unterseite eines Boards oft farbenfroh und mit eigenen Motiven gestaltet. Die Maße sind etwa 100 mm lang und rund 30 mm breit und geformt wie ein Skateboard.
Da das Fingerboard-Material durch die Tricks allerhand auszuhalten hat, werden die „Decks“ für die ambitionierten Fahrer aus mehreren Holzlagen zusammengeleimt. Dazu kommen Achsen aus Metall, Rollen (Wheels) beispielsweise aus hochwertigem Kunststoff mit Metall-Kugellagern und die Schrauben (Screws), mit denen die Wheels ans Deck montiert werden. So kommen gut und gerne 150 Euro für ein anspruchsvolles Board zusammen.

Training ist alles

Der Rest ist Training. Während Felix Jansen und Florian Dahm vom Hagen erst seit knapp drei Jahren dabei sind, ist Tim Kranz schon über sechs Jahre Fingerboarder. Er hat sogar zwei Sponsoren, die ihn mit Material versorgen.
„Theoretisch“, so sagen die drei Fingerboard-Fans, „können wir 24 Stunden am Tag üben. Und zwar immer, wenn wir Bock drauf haben, anders also als etwa in einem Fußballverein, wo man sich auf feste Trainingszeiten einlassen muss. Denn eigentlich geht es beim Fingerboarden ja auch nur um Spaß und ums Leute treffen.“
Darum auch der Contest am 25. April im „Haus“ in Verbindung mit dem städtischen Fachbereich Jugend. Zugesagt haben über Facebook dafür bereits 26 Fingerboarder aus Deutschland und auch Nachbarländern – man ist halt eine kleine verschworene Gemeinschaft. Wie klein, zeigt dieses Beispiel: Während es in Hattingen immerhin zwei Fingerboarder gibt, hat die Millionenstadt Köln niemanden aufzubieten.

Contest am 25. April im "Haus"

Gefahren wird am Samstag, 25. April, für eine Startgebühr von einem Euro – Anmeldungen direkt vor Ort – auf einer beeindruckenden Anlage von 1,10 Meter mal 2,70 Meter mit Rampen (Obstacles), die ein Recklinghäuser Fachgeschäft zur Verfügung stellt. Eine solche Anlage kostet um die 1.500 Euro. Die Teilnehmer müssen darauf einer Jury in zwei Durchgängen (Runs) zu je 45 Sekunden zeigen, was sie drauf haben. Zu gewinnen gibt es Sachpreise namhafter Hersteller.
Alle Beteiligten hoffen natürlich auf viele Zuschauer, für die der Eintritt frei ist.
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