Fußball: Hedefspor verpasst Sprung an die Tabellenspitze

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Mit einem 1:1-Unentschieden trennte sich Hedefspor Hattingen (Max Claus im roten Trikot) und der SV Arminia Marten. Durch das Remis verpasste der Hattinger Landesliga-Aufsteiger den Sprung an die Tabellenspitze. Foto: Kosjak
(von Toni Bertrams)

Die Sonntag-Bilanz der fünf heimischen Fußball-Topteams ist nahezu perfekt. Fast wären es sogar fünf Siege geworden. Doch Aufsteiger Hedefspor Hattingen musste sich mit einem 1:1 begnügen und verpasste so den Sprung an die Landesliga-Tabellenspitze.

Oberliga

TSG Sprockhövel – Rot-Weiß Ahlen 2:1, FC Eintracht Rheine – TuS Erndtebrück 0:0, SV Westfalia Rhynern – VfB Hüls 3:0, SpVgg Erkenschwick – SV Zweckel 3:0, TuS Heven – Hammer SpVg 1:5, SC Roland Beckum – SC Westfalia Herne 2:1, SV Rödinghausen – FC Gütersloh 7:0, TuS Ennepetal – SuS Neuenkirchen 1:3, DSC Arminia Bielefeld II – TuS Dornberg 5:1.

TSG Sprockhövel

Lothar Huber ist begeistert: von seiner Mannschaft, von deren Auftritten in diesen Tagen. „Wir haben ein überragendes Spiel gemacht, über die gesamten 90 Minuten“, sagte der Trainer des Oberligisten TSG Sprockhövel nach dem 2:1 (1:0)-Erfolg über Rot-Weiß Ahlen. „Wir haben sehr konzentriert gearbeitet.“ Dank des dritten Sieges in Serie – „das war der Abschluss einer Super-Woche“ (Huber) – kletterte die TSG auf Platz neun (13 Punkte, 12:11 Tore).
Beim Blick auf die Namen der Ahlener Offensiv-Kräfte gerät ein Fußball-Experte wie Lothar Huber glatt ins Schwärmen. „Aber“, erklärte der TSG-Coach, „die kamen überhaupt nicht zur Geltung.“
Ganz anders Xhino Kadiu: In der 18. Minute gelang dem Griechen das 1:0 und in der 56. Minute das 2:0. „Es hat sehr viel Spaß gemacht, den Jungs zuzusehen“, berichtete Lothar Huber. „Es waren nur zu wenige Tore: wie immer.“
Und als die Rot-Weißen dann zum Unverständnis des Sprockhöveler Trainers einen Foulelfmeter zugesprochen bekamen, den Faysel Khmiri in der 69. Minute verwandelte, wurde es sogar noch einmal eng. Unnötigerweise.
Doch großartige Ideen hatten die Gäste auch nicht mehr, sondern versuchten es fast ausschließlich mit langen Bällen. Lothar Huber freute sich, dass bei seinem Team keine Hektik aufkam. „Wir sind sehr ruhig geblieben“, sagte er. „Die Ahlener können froh sein, dass sie nur mit 1:2 verloren haben. Wir hätten auch mit 4:1, 5:1 gewinnen können.“
Ein kleiner Wermutstropfen für die TSG ist, dass Christian Kalina kurz vor der Pause verletzt ausscheiden musste, weil er sich vermutlich einen Muskelfaserriss zugezogen hat.
Aber da die personelle Auswahl inzwischen deutlich größer ist, konnte Lothar Huber sogar Alexander Meister auf der Bank platzieren und schließlich für Christian Kalina in der Innenverteidigung bringen. „Er hat seine Sache in der zweiten Halbzeit richtig gut gemacht“, lobte der Sprockhöveler Trainer.

Landesliga Niederrhein, Gr. 3

Sportfreunde Niederwenigern – Sportfreunde Hamborn 07 5:4, Spvgg. Sterkrade-Nord – Viktoria Buchholz 1:4, 1. FC Bocholt – TuB Bocholt 4:0, VfB Bottrop – Mülheimer SV 07 1:1, DJK Arminia Klosterhardt – SV Rhenania Bottrop 5:1, FSV Duisburg – SpVg Schonnebeck 4:3, Duisburger SV 1900 – SC 26 Bocholt 3:1, Vogelheimer SV – ESC Rellinghausen 3:2.

Sportfreunde Niederwenigern

Eigentlich wollten die Sportfreunde Niederwenigern ja an der Anzahl der Gegentore arbeiten. „Aber anscheinend hat die Mannschaft das falsch verstanden“, sagte Trainer Jürgen Margref – und er konnte dabei lachen, weil sein Team gegen die Sportfreunde Hamborn 07 als 5:4 (2:0)-Sieger vom Glückauf-Platz gegangen war. Allerdings: nach einer 5:1-Führung nach 70 Minuten.
„Bis dahin“, sagte der SFN-Coach, „haben wir eines unserer besten Saisonspiele gemacht.“ David Moreno und Fabian Lümmer hatten für die Pausenführung gesorgt, wiederum zweimal Fabian Lümmer sowie sein Bruder Niklas vom Elfmeterpunkt erhöhten nach dem ersten Hamborner Tor auf 5:1.
Im Gefühl des sicheren Sieges wechselten die Sportfreunde, wollten Sidney Rast, Florian Machtemes und Fabian Lümmer eine Pause gönnen.
„Wir mussten Einbußen hinnehmen“, erklärte Jürgen Margref, „aber das war nicht der Hauptgrund.“ Der Hauptgrund dafür, dass die Sportfreunde nach 84 Minuten nur noch mit 5:4 vorne lagen.
Es ging gut. „Aber das geht an die Nerven“, sagte der 44-Jährige. „Und ans Herz. Ich bin ja noch recht jung, aber Dietmar Klinger, mein Co-Trainer, ist schon etwas älter. Ich weiß nicht, wie lange wir ihm das noch zumuten können.“ 55 ist Dietmar Klinger, der dann auch sah, wie die Spieler des Tabellensechsten (zwölf Punkte, 23:19 Tore) fassungslos auf dem Kunstrasen saßen. „Eigentlich“, sagte Jürgen Margref, „hätten wir uns ja freuen können.“

Landesliga Westfalen, Gr. 3

Hedefspor Hattingen – SV Arminia Marten 1:1, SC Hennen – SV Sodingen 3:3, Hasper SV – SV Höntrop 0:2, SV Brackel 06 – CSV SF Linden 3:1, SV Wanne 11 – SV Herbede 2:0, Lüner SV – SSV Mühlhausen-Uelzen 2:1, TuS Stockum – Kirchhörder SC 0:1, SV Horst-Emscher 08 – TuS Eving-Lindenhorst 4:0.

Hedefspor Hattingen

Den erneuten Patzer des CSV SF Linden hat Hedefspor Hattingen nicht genutzt und den Sprung an die Spitze der Landesliga-Staffel 3 verpasst. Im Heimspiel gegen den SV Arminia Marten musste sich der Aufsteiger mit einem 1:1 (1:0) begnügen.
„Im Nachhinein bin ich mit dem Punkt zufrieden“, sagte Trainer Seung-Man Hong. „Es ist ja nicht so, dass wir schlecht gespielt haben. Der Gegner war wirklich stark.“
Zwar erwischte der Tabellendritte (17 Punkte, 18:11 Tore) einen Traumstart, als Max Claus bereits in der sechsten Minute das 1:0 gelang, aber: „In der Folge fand das Spiel mehr auf kämpferischer Ebene statt, es war sehr hektisch“, sagte der Hedef-Coach, der dennoch eine zweite gute Möglichkeit für Max Claus sowie eine für die Dortmunder sah, nachdem Yusuf Aydin ein Rückpass nicht so richtig gelungen war.
Nach dem Wechsel dann der Schock: Die Dortmunder brauchten keine 60 Sekunden, um auszugleichen. Zwar wollte Seung-Man Hong Torwart Selçuk Aydin nicht die alleinige Schuld am 1:1 geben, „aber er hätte früher rauskommen müssen“, meinte der Trainer nach Arminias Kopfball-Tor durch Alexander Schwarz.
Schnell kamen die Hattinger zurück, sie hatten den Gegentreffer weggesteckt. „Alle haben gesehen, wer das Spiel gewinnen will“, erklärte Seung-Man Hong. „Aber Marten hat echt gut gestanden.“
Einmal allerdings nicht. Doch Hedefspor wartete nach einem Foul an Max Claus vergeblich auf einen Elfmeter-Pfiff. „Mit ein bisschen Glück“, sagte der Hedef-Coach, „hätten wir auf Platz eins springen können.“

Bezirksliga Westfalen, Gr. 6

ETuS/DJK Schwerte – SC Obersprockhövel 3:6, SV Bommern – TuS Hattingen 1:2, TuS Ennepetal II – TSV Fichte Hagen 4:0, SC Berchum/Garenfeld – VTS Iserlohn 4:2, FC Wetter 10/30 – FSV Gevelsberg 0:0, VfK Iserlohn – DJK GW Menden 6:1, VfL Schwerte – SG Hemer 1:0, SpVg Hagen 11 – Geisecker SV 2:1, TSG Herdecke – TuS Wengern 2:0.

SC Obersprockhövel

Die Torfabrik des SC Obersprockhövel lief im EWG-Sportpark auf Hochtouren. Zwar leistete sich der Tabellenvierte (18 Punkte, 26:11 Tore) auch ein paar Schnitzer, landete aber einen ungefährdeten 6:3 (3:1)-Erfolg beim ETuS/DJK Schwerte.
„Der Sieg war auch in der Höhe verdient“, sagte Trainer Dieter Iske, obwohl er sich in seiner Defensiv-Abteilung doch etwas mehr Stabilität gewünscht hätte.
Nach 36 Minuten war eigentlich schon die Vorentscheidung gefallen: Sascha Höhle vom Elfmeterpunkt sowie Sturmführer Muhidin Ramovic mit einem Doppelschlag nach Vorarbeit von Nermin Yonuzi beziehungsweise Dustin Najdanovic hatten eine 3:0-Führung herausgeschossen.
Zwar kamen die Schwerter bis zur 49. Minute auf 2:3 heran, aber dann sorgten Muhidin Ramovic (53.), ­Brian Sieweke (61.) und Fabian Voshage (69.) zügig für klare Verhältnisse.

TuS Hattingen

Nach der Niederlage am Donnerstag, dem 1:4 gegen den SC Berchum/Garenfeld, hatte Marius Kundrotas von seinem Team eine Reaktion gefordert. Und? „Die hat gerade in den Zweikämpfen stattgefunden“, sagte der Trainer des TuS Hattingen, der nicht gespielt hatte, nach dem 2:1 (1:0)-Erfolg beim Aufsteiger SV Bommern.
Somit verbesserten sich die Rot-Weißen auf Rang elf (zwölf Punkte, 17:24 Tore).
Zu einem sehr günstigen Zeitpunkt fiel das 1:0 für den Gast: Moritz Zöllner traf kurz vor der Pause. Als der Offensiv-Mann in der 74. Minute den zweiten Treffer nach Vorarbeit von Marcel Ammersilge folgen ließ und auf 2:0 erhöhte, schien die Partie gelaufen zu sein.
Doch nach einem umstrittenen Foulelfmeter verkürzten die Bommeraner auf 1:2, so dass es noch einmal brenzlig wurde – aber nicht mehr wirklich gefährlich.
Neben Moritz Zöllner verdiente sich Chamberlin Kouatche beim TuS ein Sonderlob seines Trainers.
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