Fußball: Schwere Heimspiele für die beiden Landesligisten

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(von Toni Bertrams)

Es kommen vermeintliche Aufstiegskandidaten zu den Hattinger Landesligisten: Die Sportfreude Niederwenigern treffen auf die SpVg Schonnebeck, die mit einem 8:0-Sieg gestartet ist, und Hedefspor Hattingen erwartet den Lüner SV, der nach zwei Partien allerdings noch keinen einzigen Punkt hat.

Oberliga Westfalen

Das Spiel der TSG Sprockhövel gegen die Hammer ­SpVg war bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht beendet. Neu zum Kader des Oberligisten gehört Peter Rios-Pfannschmidt. Der Stürmer kommt vom niedersächsischen Bezirksligisten SSC Dodesheide (drei Tore an den ersten vier Spieltagen) und hat zuvor für den VfL Osnabrück II gespielt. Der Wechsel ist vor allem auch deshalb zu Stande gekommen, weil der 21-Jährige in Bochum einen Studienplatz erhalten hat.

Landesliga Niederrhein, Gr. 3

Das hat sicherlich Eindruck hinterlassen, dass die SpVg Schonnebeck mit einem 8:0-Sieg über den TuB Bocholt in die Saison gestartet ist und somit als Tabellenführer am Sonntag (15 Uhr) auf dem Glückauf-Sportplatz bei den achtplatzierten Sportfreunden Niederwenigern (ein Punkt, 3:3 Tore) auflaufen wird. Sorgt das gar für Angst? „Die Schonnebecker sind ein ähnliches Kaliber wie Rellinghausen und da haben wir auch keine Angst gehabt“, sagt SFN-Trainer Jürgen Margref. „Die wollen aufsteigen und haben sich noch mal verbessert.“
Aber erstens hat das SFN-Team bei jenem ESC Rellinghausen ein 3:3 geholt, und zweitens hat es gute Erinnerung an die vergangene Saison, als es gegen Schonnebeck zwei Unentschieden gegeben hat. „Gerade zu Hause beim 0:0 haben wir das richtig gut gemacht“, erinnert sich Jürgen Margref. „Mit einem Unentschieden könnten wir wieder gut leben.“ Dabei wünscht sich der 44-Jährige, dass seine Spieler wieder mit „der Moral und vor allem der Effektivität, die ich so von meiner Mannschaft nicht kannte“ (Margref), antreten wird.
Neben den langzeitver­letzten Martin Kniest, Christopher Weiß und Nico Plückthun muss Jürgen Margref auch Maxim Osterhage ersetzen, der eine Gelb-Rot-Sperre abbrummen muss. Es muss also ein Platz in der Innenverteidigung neu besetzt werden. „Julian Reuter“, verrät der SFN-Trainer, „hat ganz gute Karten.“ Wieder im Training, aber noch kein Thema sind Luca Dobinski und Matthias Hendricks. Letzterer könnte aber in der Reserve zum Einsatz kommen.
Kein Traumlos, aber ein doch sehr attraktives haben die Sportfreunde für die zweite Runde des Niederrhein-Pokals gezogen. Sie werden am 8. September (Sonntag, 15 Uhr) auf dem Glückauf-Sportplatz auf den Essener Oberligisten FC Kray treffen, der aus der Regionalliga abgestiegen ist. Deshalb wird das ursprünglich für diesen Termin vorgesehene Landesliga-Spiel beim Mülheimer SV 07 auf den 18. September (Mittwoch, 19.30 Uhr) verlegt worden.

Landesliga Westfalen, Gr. 3

Das ist schon eine Überraschung: Als heißer Kandidat für den Westfalenliga-Aufstieg gestartet, liegt der Lüner SV nach Spieltagen auf dem vorletzten Tabellenplatz – ohne einen einzigen Punkt (4:8 Tore). „Da muss es gewaltig brodeln. Die hatten sich das ganz anders vorgestellt“, sagt Seung-Man Hong, der Trainer des Tabellen-14. Hedefspor Hattingen (ein Punkt, 3:6 Tore), der die Lüner am Sonntag (15 Uhr) mit seiner Mannschaft an der Munscheid­straße empfangen wird. „Die werden jetzt zusätzlich motiviert sein und mit aller Macht versuchen, bei uns zu gewinnen.“
Nachdem das Hedef-Team, in das Afeez Yaya Ola nach seiner Gelb-Rot-Sperre zurückkehren wird, am vergangenen Sonntag den ersten Landesliga-Punkt seiner Vereinsgeschichte geholt hat (2:2 beim TuS Stockum), will es nachlegen. Und ein Zähler wäre schon okay? Seung-Man Hong grübelt ganz kurz. „Im Vorfeld ist das ein Spiel, in dem man mit einem Punkt leben könnte“, sagt er dann. „Aber wir gehen in jede Partie mit der Aussicht auf drei Punkte, auch wenn wir wissen, dass das schwierig wird. Wir werden uns was Besonderes einfallen lassen müssen.“
Dass es möglich ist, diesen Lüner SV zu schlagen, haben der SV Brackel 06 – sogar mit 6:3 – und der Hasper SV schon vorgemacht. „Ich habe gehört, dass die Hasper ganz klug verteidigt und wie eine Wand gestanden haben“, erzählt der Hedef-Coach, „und ein-, zweimal gekontert haben.“ Das hat bekanntlich zum 2:1-Erfolg gereicht. Gegen einen solchen Sieg hätte auch Seung-Man Hong, der zwar einige angeschlagene Spieler hat, aber bis auf die Langzeitverletzten alle Mann an Bord hat, nichts einzuwenden. „Aber“, sagt er auch, „in der Landesliga wird jedes Spiel eine Schlacht für uns.“

Bezirksliga Westfalen, Gr. 6

5:0 bei der SG Hemer. „Klar, das tut gut“, sagt Dieter Iske, der Trainer des Tabellenachten SC Obersprockhövel (drei Punkte, 7:3 Tore). „Aber wir ordnen das auch richtig ein.“ Nämlich so, dass dies ein Kantersieg gegen eine Mannschaft war, die „große Probleme bekommen wird“, wie der SCO-Coach sagt. Und auf einen solchen Gegner muss er sein Team auch für Sonntag (15 Uhr, Schlagbaum) einstellen, auf den Tabellen-14. DJK GW Menden (ein Punkt, 2:8 Tore).
„Die Mendener haben sechs Stück gegen Herdecke bekommen. Die werden sich hinterfragen und versuchen, was sie falsch gemacht haben, richtig zu machen“, erklärt Dieter Iske und rechnet deshalb mit einer sehr unangenehmen Aufgabe und einer ziemlich defensiv eingestellten Mannschaft. „Aber“, sagt der SCO-Trainer und lacht, „wir haben auch ein paar Ideen.“
Erleichtert werden könnte die Aufgabe für die Obersprockhöveler dadurch, dass wieder mehr Personal zur Verfügung steht. So werden Nermin Jonuzi und auch Alexander Valdix, der seine Rippenprellung auskuriert hat, wieder dabei sein. Und auch Dustin Najdanovic ist nach fast dreiwöchiger Pause wegen einer Bänderverletzung am Fuß wieder ein Thema. „Das ist noch mit einem kleinen Fragezeichen versehen, aber ich bin ganz guter Dinge“, erklärt Trainer Dieter Iske.

Mit zwei Niederlagen ist der TuS Hattingen gestartet, aber Spielertrainer Marius Kundrotas ist weit davon entfernt, schon die Alarmglocken schrillen zu lassen. „Wir sind noch in der Findungsphase“, sagt er, „und haben noch einige Abstimmungsprobleme. Wir machen in der Defensive zu viele einfache Fehler. Das müssen wir abstellen.“ Am besten schon am Sonntag (15 Uhr) im EGG-Sportpark (Am Hohlen Weg) in der Partie beim Tabellenelften ETuS/DJK Schwerte (drei Punkte, 1:4 Tore).
Die Liste der Ausfälle ist seit dem vergangenen Sonntag noch länger geworden. „Neun Spieler fehlen“, sagt Marius Kundrotas, der aber gar nicht erst jammern will – obwohl: In den ersten beiden Partien fehlten gleich fünf Stammkräfte der vergangenen Saison. Aber? „Nur die Mutigen werden belohnt“, sagt der Coach des Tabellen-15. (null Punkte, 4:10 Tore). „Im Grunde haben wir in Schwerte nichts zu verlieren.“
Allerdings macht der 34-Jährige auch unmissverständlich klar, dass er von seinem Team eine Leistungssteigerung erwartet. „Da ist es mir auch egal, gegen wen wir spielen. Wir sind selbst dafür verantwortlich, was wir machen“, erklärt Marius Kundrotas. „Wenn wir die Fehler nicht abstellen, können wir spielen, gegen wen wir wollen, und holen keine Punkte.“
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