Liga-Check: Hedefspor mit neuem Trainer am Ball

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Seung-Man Hong sitzt zum ersten Mal bei der Landesliga-Premiere von Hedefspor Hattingen am Sonntag, 15 Uhr, Munscheid­straße, auf der Trainerbank.
Hattingen: hedefspor | (von Toni Bertrams)

Es kribbelt. Zwar hat es auf dem Ascheplatz einst dank des VfL Winz-Baak schon unzählige Spiele in der Fußball-Landesliga gegeben, für Hedefspor Hattingen wird es am Sonntag aber gegen Mitaufsteiger SV Horst-Emscher 08 eine Premiere sein. „Das ist für uns absolutes Neuland“, sagt auch der neue Trainer Seung-Man Hong.

Der Südkoreaner startet dieses Abenteuer aber gut gelaunt. „Eine Mannschaft zu übernehmen, die gerade aufgestiegen ist“, sagt der 34-Jährige, „ist doch leichter als umgekehrt.“
Zumal ihm ohnehin klar war, dass das Hedef-Team über reichlich Potenzial und Qualität verfügt. Und? „Wir haben die Mannschaft punktuell verstärkt und waren in der Vorbereitung fleißig“, erklärt Seung-Man Hong.
Hat Hedefspor Hattingen etwa höhere Ziele als den Landesliga-Klassenerhalt? „Nein, um Gottes Willen“, sagt der Coach. „Die Liga ist schwer einzuschätzen, wir haben keine Erfahrung, und es ist auch ein Unterschied, ob man in der Landes- oder Bezirksliga spielt. Von meinem Gefühl her kann ich aber sagen, dass unsere Qualität reicht, um die Klasse zu halten.“
So ganz optimal sind die Bedingungen jedoch momentan nicht, obwohl gerade der 9:2-Kantersieg am Sonntag beim Bezirksligisten FSV Gevelsberg auch noch einmal für ein sehr gutes Gefühl gesorgt hat. Es sind nämlich gleich mehrere Spieler im Hedef-Kader, die sich mit Wehwehchen herumplagen. Und wegen eines Anfang August erlittenen Mittelfußbruches wird Mehti Koçak sogar länger ausfallen. Torschützen gegen Gevelsberg waren Tamer Aydin, Yusuf Aydin, Max Claus (jeweils zwei Treffer) sowie Florentin Cheuffa, Nils Güntner und Aykut Akyildiz.
Auf dem Weg zum Saisonziel Klassenerhalt wird Hedefspor Hattingen an der Munscheidstraße 15-mal auf Asche spielen – und damit einen Vorteil haben? „Ja. Zumindest für die erste Saison“, sagt Seung-Man Hong und schmunzelt. „Die Konkurrenz wird nicht mit der besten Laune bei uns antreten.“
Allerdings hat der Hedef-Coach, der die Nachfolge von Peter Kursinski (wird am Donnerstag 57) angetreten hat, während der Vorbereitung auch festgestellt, dass sich seine Spieler gerade auf Kunstrasen viel wohler fühlen. „Deshalb werden wir auswärts überhaupt keine Umstellungsprobleme haben“, prophezeit der Trainer des Teams, welches das einzige in der Landesliga-Staffel 3 ist, das seine Heimspiele auf Asche austrägt.
Vom Hörensagen weiß Seung-Man Hong schon einiges über die neue Klasse. Und es ist auch alles andere als ein Geheimnis, dass der Lüner SV als Top-Favorit gehandelt wird.
„Selbst ernannt“, sagt der Hedef-Trainer. „Für die Lüner ist der Aufstieg ein Muss. Die haben sich optimal verstärkt und mehrere Spieler aus der Westfalenliga geholt.“
Seung-Man Hong hat bei der Suche nach Favoriten aber nicht nur den Lüner SV auf dem Zettel. So erwartet er auch den CSV SF Linden weit vorne und auch den Kirchhörder SC, der „eine bärenstarke Vorbereitung gespielt hat“, wie er sagt. „Und den SV Herbede darf man auch nie außer Acht lassen.“
Zum Saisonstart am Sonntag (15 Uhr, Munscheidstraße) trifft sich das Hong-Team garantiert nicht mit einem Aufstiegskandidaten. Es kommt der SV Horst-Emscher 08 aus Gelsenkirchen, der sich erstmals in seiner 105-jährigen Vereinsgeschichte Landesligist nennen darf. Dafür hat Hedefspor bekanntlich nur 31 Jahre gebraucht.
Wie alle anderen Amateurfußballer auch, müssen sich die Hedef-Fußballer mit einer Regeländerung vertraut machen, die der Westdeutsche Fußball- und Leichtathletikverband beschlossen hat: So zieht – bei den Profis ist dies seit Jahren üblich – eine Gelb-Rote Karte nun auch eine Sperre von einem Spiel nach sich. Ziel dieser Regelung ist es, die zuletzt doch hohe Zahl der Ampelkarten bei den Amateuren zu minimieren.
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