Schiris dringend gesucht

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Diese Herren wissen wovon sie reden und werben daher für das Schiedsrichteramt. Schließlich haben sie selber viele schöne Erfahrungen auf dem Platz sammeln können. Foto: Menke
von Maren Menke

Nicht nur Fußballspieler müssen während der Saison fast jeden Sonntag vollen Einsatz auf dem Platz zeigen, auch Schiedsrichter müssen hier hochkonzentriert ihren Aufgaben nachgehen.

Doch gerade in Hattingen ist genau das ein größeres Problem, wie kürzlich Theo Menneke und Ulrich Jeromin vom Kreisvorstand Bochum des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen gemeinsam mit Schiedsrichtergruppenobmann Walter Wasmuth verkündeten. „In Hattingen herrscht ein akuter Schiedsrichtermangel“, bringt Theo Menneke, Vorsitzender des Kreis-Schiedsrichter-Ausschusses es auf den Punkt und sieht dringenden Handlungsbedarf.
Derzeit gebe es circa 25 Schiedrichter in Hattingen, der Altersdurchschnitt liegt bei weit über 40 Jahren. „Das sind viel zu wenig, wenn man bedenkt, dass sonntags zeitgleich ungefähr auch 25 Spiele im Stadtgebiet ausgetragen werden.“ Schließlich sei immer mal wieder einer der Schiedrichter krank oder anderweitig verpflichtet.
„Die Vereine bemühen sich leider nicht mehr um Nachwuchs“, bedauert der Kreisvorsitzende Ulrich Jeromin. „Gerade im Alter von 25 bis 35 Jahren fehlen uns gute Leute.“
Warum es so schwer ist, junge Sportler oder andere fußballinteressierte Vereinsmitglieder von dieser Aufgabe zu begeistern, ist für Günter Risse völlig unverständlich. Der Hattinger war selber 14 Jahre als Schiedrichter in der ersten und zweiten Bundesliga aktiv, sorgte bei über 200 Spielen für die Einhaltung der Regeln und erinnert sich gerne an diese Zeit zurück. „Oft bin ich vom Platz gegangen und habe mich darüber gefreut, dass es mir wieder Mal gelungen ist, 22 Spieler im Griff zu haben und somit zu einem gelungenen Spielverlauf beizutragen“, so Risse.

Nachwuchs dringend gesucht

Leider würden viele das Amt des Schiedsrichter aber ausschließlich mit bösen Beschimpfungen seitens der Zuschauer und Spieler in Verbindung bringen, doch das sei ein falsches Bild, versichert der Hattinger. „Als Schiedrichter hat man viel Kontakt mit Sportlern und anderen Schiedsrichtern, tauscht sich aus und es wird nie langweilig.“ Natürlich müsse man auch an seiner Fitness arbeiten und verantwortungsvolles Handeln lernen. „Wer ein wenig Talent mitbringt und an sich arbeitet, kann eine tolle Karriere starten“, wirbt der ehemalige Bundesligaschiedsrichter.
„Gerade für Spieler, die vielleicht nicht zu den allergrößten Talenten auf dem Platz zählen, ist das Schiedsrichteramt eine gute Alternative“, gibt auch Ulrich Jeromin zu bedenken. „Lieber pfeife ich doch in der Bundesliga, als in der Kreisliga C zu spielen, oder?“
Schon am 25. Oktober beginnt der nächste Anwerterlehrgang für Schiedsrichter. „Bisher liegen 40 Anmeldungen vor“, ist Theo Menneke erfreut. „Doch leider kommen davon nur zwei aus Hattingen.“ Nun seien die elf Hattinger Vereine in der Verantwortung, ihre Mitglieder zu animieren, sich mit dem Schiedsrichteramt auseinanderzusetzen. „Schließlich sind sie am Ende auch die Leidtragenden, wenn wir Spiele nicht mehr mit Schiedsrichtern besetzen können.“ Und das würde im Sinne der Gerechtigkeit auch auf genau die Vereine zukommen, die eben keine oder zu wenig Schiedsrichter stellen.
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