Sportfreunde spielen gegen Spitzenreiter unentschieden

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Die Sportfreunde Niederwenigern holen gegen den Spitzenreiter Bocholt ein Unentschieden 2:2. Foto: Strzysz

Zufriedenheit nach den Landesliga-Topspielen: Die Sportfreunde Niederwenigern holten gegen Spitzenreiter 1. FC Bocholt ein 2:2, während Hedefspor Hattingen den Tabellenzweiten CSV SF Linden mit 1:0 besiegte.

VON TONI BERTRAMS

Oberliga Westfalen

FC Eintracht Rheine – TSG Sprockhövel 3:1, DSC Arminia Bielefeld II – Rot-Weiß Ahlen 3:1, SV Zweckel – Hammer SpVg 2:0, SV Westfalia Rhynern – TuS Erndtebrück 3:1, SpVgg Erkenschwick – SC Westfalia Herne 1:2, TuS Heven – FC Gütersloh 0:2, SC Roland Beckum – SuS Neuenkirchen 3:3, SV Rödinghausen – TuS Dornberg 2:1, TuS Ennepetal – VfB Hüls 4:1.

TSG Sprockhövel

Eine Analyse nach einer Niederlage kann so oder so ausfallen. War’s Pech? War’s eine schwache Leistung? „Es war sogar schlecht“, sagte Lothar Huber, der Trainer des Oberligisten TSG Sprockhövel, nach dem 1:3 (0:2) beim FC Eintracht Rheine, und war ob des Wiederholungsfalls etwas stinkig. „In Spielen, in denen wir auf einen aggressiven Gegner treffen, können wir uns einfach nicht durchsetzen“, ärgerte er sich. Neben der Pleite schmerzte die Gelb-Rote Karte gegen Lukas Opiola (45.).
Okay: In den ersten 45 Minuten hatte Lothar Huber auch zwei TSG-Chancen gesehen, aber viel präsenter waren ihm die Szenen auf der anderen Seite. „Wir machen kapitale Fehler“, sagte er. Besonders schlimm war das 0:1, das Emre Yesilova ausgelöst hatte. Nur mit einem Foul konnte TSG-Keeper Patrick Knieps die Situation noch bremsen. „Da haben wir auch Glück, dass er nicht Rot sieht“, erklärte der Trainer. Jedenfalls traf Rheines Manuel Dieckmann vom Elfmeterpunkt und zwei Minuten vor der Pause Christopher Thomassen zum 2:0.
„Wir haben es dem Gegner relativ einfach gemacht, und nach der Gelb-Roten Karte hatten wir gar keine Chance mehr“, sagte Lothar Huber. „Keine Einstellung, keine Moral, das war mehr als arm.“ Da war der 61-Jährige fast schon erleichtert, dass „die Rheiner zu dösig waren“. So schossen sie nur noch ein Tor (55.) – das gelang auch dem Tabellenzwöften (13 Punkte, 13:16 Tore), für den der zur zweiten Halbzeit eingewechselte Peter Rios-Pfannenschmidt vor 500 Zuschauern einnetzte (83.).
Die großen Sorgen konnte er seinem Trainer damit aber nicht nehmen. Lothar Huber denkt schon an die nächsten beiden Auswärtsaufgaben, und zwar beim Spitzenreiter DSC Arminia Bielefeld II und beim Tabellenzweiten SV Rödinghausen. „Wenn wir da nicht aufpassen und uns am Riemen reißen, bekommen wir richtige Reisen“, sagt er.

Landesliga Niederrhein, Gr. 3

Sportfreunde Niederwenigern – 1. FC Bocholt 2:2, TuB Bocholt – Spvgg. Sterkrade-Nord 0:4, SC 26 Bocholt – VfB Bottrop 3:3, Sportfreunde Hamborn 07 – Mülheimer SV 07 3:0, SpVg Schonnebeck – Vogelheimer SV 4:3, Viktoria Buchholz – SV Rhenania Bottrop 2:2, DJK Arminia Klosterhardt – FSV Duisburg 1:4, ESC Rellinghausen – Duisburger SV 1900 1:1.

Sportfreunde Niederwenigern

Jürgen Margref hatte am Sonntagabend richtig gute Laune, obwohl ihm das Sozialverhalten seines Trainer-Kollegen Manuel Jara überhaupt nicht gefallen hatte. „Der hat“, sagte der Coach der Sportfreunde Niederwenigern nach dem 2:2 (2:1) gegen Spitzenreiter 1. FC Bocholt, „nicht einmal gegrüßt.“
Und auf dem Kunstrasen an der Burgaltendorfer Straße war dann zunächst auch nicht viel los. „Die Bocholter hatten Respekt vor uns“, erklärte Jürgen Margref, „und wir vor denen sowieso.“ Nach 38 Minuten war der SFN-Trainer sogar ein bisschen überrascht, nachdem David Moreno das 1:0 gelungen war. Fast wäre daraus vor der Pause noch ein 2:0 geworden, aber Fabian Lümmer lupfte den Ball aus der Ferne nicht nur über Maik Welling, sondern auch über dessen Kasten.
Es war klar: Nach der Pause erhöht der ungeschlagene 1. FC Bocholt den Druck. „Und von dem konnten wir uns nicht richtig befreien“, gab Jürgen Margref zu und sah sein Team ob der kleinlichen Regelauslegung von Schiedsrichter Patrick Rudolf immer wieder Freistößen ausgesetzt. „Zwei von diesen Standards führen dann auch zum 1:2“, berichtete er. „Dann haben wir uns kurz geschüttelt.“
Und es dauerte keine zwei Minuten bis zum Ausgleich für den Tabellensechsten (16 Punkte, 28:23 Tore). Nach einer tollen Aktion von Fabian Lümmer parierte Maik Welling zwar dessen Schuss, aber Martin Kniest brauchte nur noch abzustauben. 2:2 nach 79 Minuten. „Die Bocholter haben dann noch ein bisschen Alarm gemacht“, sagte Jürgen Margref, der mit dem Unentschieden letztlich zufrieden war. Zumal sein Team „taktisch und von der Leidenschaft her eine gute Leistung gezeigt hat“.

Landesliga Westfalen, Gr. 3

Hedefspor Hattingen – CSV SF Linden 1:0, SC Hennen – SV Brackel 06 3:1, Hasper SV – SV Sodingen 2:4, SV Herbede – SSV Mühlhausen-Uelzen 3:2, SV Wanne 11 – Kirchhörder SC 3:0, Lüner SV – TuS Eving-Lindenhorst 1:0, TuS Stockum – SV Arminia Marten 3:3, SV Horst-Emscher 08 – SV Höntrop 2:0.

Hedefspor Hattingen

Das war anstrengend. „Es war stressig, aber spannend und schön“, sagte Seung-Man Hong, der Trainer von Hedefspor Hattingen, nachdem seine Mannschaft das Landesliga-Topspiel gegen den CSV SF Linden mit 1:0 (1:0) gewonnen hatte und nun auf Rang drei (20 Punkte, 20:13 Tore) nur noch einen Zähler hinter den Bochumern liegt. Als Aufsteiger! Dabei verdiente sich Afeez Yaya Ola, der 24-jährige Innenverteidiger, ein Sonderlob. „Überragend“, betonte der Hedef-Coach. „Es war mit ausschlaggebend für unseren Sieg, dass er so einen Sahne-Tag erwischt hatte.“
In der ersten Hälfte hatte Seung-Man Vorteile bei seinem Team gesehen. „Wir waren ein bisschen zielstrebiger, haben uns mehr Chancen erspielt“, sagte er. Das Tor in der 36. Minute, das das Tor des Tages werden sollte, resultierte jedoch nicht aus einer solchen. Für den von Tamer Aydin scharf auf den Fünf-Meter-Raum geschossenen Freistoß fühlte sich niemand so richtig verantwortlich – „der Torwart ist da die arme Sau“ (Hong) –, und der Ball segelte zum 1:0 ins Lindener Netz.
Nach dem Wechsel erhöhten die Gäste den Druck. „Die haben richtig Gas gegeben“, erklärte Seung-Man Hong, der sich aber regelmäßig auf Afeez Yaya Ola verlassen konnte. Dennoch: Der Hedef-Trainer war von der individuellen Klasse der Bochumer begeistert. „Da wird man ein bisschen neidisch“, sagte er, „wenn die Konkurrenz so starke Leute auf dem Platz hat.“
In der Schlussphase gelang Linden auch ein Tor (86.), das wegen Abseits-Stellung aber nicht anerkannt wurde. „Ich hatte mich mit dem 1:1 schon abgefunden“, sagte Seung-Man Hong. „Es war ein erkämpfter Sieg, und wir hatten auch ein bisschen Glück.“ Schließlich flog noch ein Hedef-Mann vom Platz: Ercan Kizan sah in der Nachspielzeit Gelb-Rot.

Bezirksliga Westfalen, Gr. 6

SC Berchum/Garenfeld – SC Obersprockhövel 1:2, SpVg Hagen 11 – TuS Hattingen 1:0, TuS Ennepetal II – VTS Iserlohn 4:3, ETuS/DJK Schwerte – TuS Wengern 3:2, SV Bommern – TSG Herdecke 2:4, FSV Gevelsberg – SG Hemer 5:0, FC Wetter 10/30 – DJK GW Menden 3:2, VfK Iserlohn – TSV Fichte Hagen 2:0, VfL Schwerte – Geisecker SV 1:6.

SC Obersprockhövel

Der SC Obersprockhövel ist dank seines 2:1 (2:0) beim SC Berchum/Garenfeld auf den dritten Platz geklettert (24 Punkte, 32:12 Tore), liegt aber weiterhin sechs Zähler hinter Spitzenreiter TSG Herdecke. Zwar wurde es nach dem 1:2-Anschlusstor der Hagener in der 66. Minute vorübergehend brenzlig, aber der SCO blieb cool. „Ich bin froh, dass wir diese Phase schnell überstanden haben“, sagte Trainer Dieter Iske.
In der ersten Hälfte war dessen Taktik, gegen die defensiv ausgerichteten Hagener regelmäßig über die Außenbahnen zu kommen, voll aufgegangen. Zweimal klappte es, zweimal leistete Sascha Höhle die Vorarbeit: Schon in der 13. Minute traf Nermin Jonuzi zum 1:0, während Sturmführer Muhidin Ramovic in der 38. auf 2:0 erhöhte.

TuS Hattingen

Nach einem typischen 0:0-Spiel auf Asche stand der TuS Hattingen doch mit leeren Händen da. Der Tabellenneunte (15 Punkte, 21:27 Tore) unterlag bei der SpVg Hagen 11 mit 0:1 (0:0). In der 74. Minute gelang den Gastgebern das Tor des Tages.
Ärgerlich. Und Marius Kundrotas, der 34-jährige Spielertrainer der Rot-Weißen, gab sich selbst die größte Schuld an dieser Niederlage. Er hätte das 1:0 erzielen können. „Auch wenn die Platzverhältnisse nicht gut waren, aber den Ball muss ich reinmachen“, sagte er. „Hagen war heute der glükliche Sieger.“
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