Wasser-Serie: Reiten auf Wellen und Wind

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Meike Mohr mit einem Wind- Surfersegel. Foto: Pielorz
 
Windsurfen am Kemnder Stausee. Foto: Pielorz
Hattingen: Kemnader See |

Surfen bedeutet Gleitfahrt. Auf Wellen, die sich durch das Wasser bewegen, gleitet der Surfer mit der Schwerkraft den Hang einer Welle hinunter. Doch was machen wir, wenn keine Wellen da sind? Dann gibt es Windsurfen oder Stand Up Paddling (SUP) auf dem Kemnader Stausee. Und der ist ein Anfängerrevier. Wir waren mal gucken.

Hawaii muss ja auch nicht unbedingt sein. Der Kemnader See ist toll. Auch ohne Wellen. Diplom-Sportwissenschaftlerin Mareike Mohr weiß das. Sie hat vor fünf Jahren gemeinsam mit Sebastian Bücking eine Surfschule übernommen. „Nach dem Surfboom in den achtziger Jahren ist es etwas ruhiger geworden, aber es gibt vor allem viele Kinder und Jugendliche, die das toll finden. Sogar zu Kindergeburtstagen wird beispielsweise ganz neu auch SUP gebucht“, erzählt sie und erklärt auch gleich, warum das Surfen ohne Wellen funktioniert. „Es gibt Windsurfen und Wellenreiten. Das sind völlig unterschiedliche Bretter, die zum Einsatz kommen. Die Wellenreitbretter sind kleiner und noch wendiger. Das Wasser selbst zieht allgemein nicht mit der Welle, sondern hebt und senkt sich nur und bleibt ansonsten relativ unbewegt; wenn sich eine Welle fortbewegt, fließt immer neues Wasser durch die Welle hindurch. Solange der Surfer auf einem Wellenhang bleibt, gleitet er daher mit der Welle über das (unbewegte) Wasser.“
Beim Windsurfen gibt es für jeden eine kurze theoretische Einführung. Das geschieht auf der Wiese. „Nach zehn bis 15 Minuten gehen wir aber ins Wasser. Auf dem Kemnader See kann man an manchen Stellen stehen, an manchen aber nicht. Wir erklären den Teilnehmern vor allem die halbe Drehung, denn man muss das Board ja wenden können. Tja, dann heißt es, rauf auf das Brett, hinstellen, Segel hochziehen und los geht es.“ Hört sich einfach an, ist es nach Auskunft von Mareike auch. Meine Zweifel bleiben…

Schwimmen ist ein Muss

Ab neun Jahren kann man sich auf die Bretter wagen. Schwimmen sollte man unbedingt können. Brillenträger werden keine Probleme bekommen, es gibt spezielle Sportbrillen, aber Kontaktlinsen sind auch okay.
Unterschiede in der Gewichtsverteilung, den Strömungsverhältnissen, dem Untergrund haben Einfluss auf das Surfverhalten. Und natürlich sind auch die Materialien unterschiedlich. „Für Anfänger sind sie leichter.“ Nach einem zwölfstündigen Kurs können die Teilnehmer surfen.
Während der Anfänger ab Windstärke drei oder ab zehn Knoten mehr im Wasser liegt, als auf dem Brett steht, fängt der Spaß bei den Fortgeschrittenen ab Windstärke sechs erst an. In jedem Fall sollte man mit dem KVR etwas anfangen können. Dahinter verbirgt sich nicht irgendein Kreisverwaltungsreferat, sondern die Kollisionsverhütungsregeln. Immerhin tummeln sich auf dem Kemnader See auch Boote, Schifffahrt und vieles andere. Hat man Theorie und Praxis gelernt, kommt der Surfgrundschein und man kann dann eigentlich überall surfen. Wichtig ist in jedem Fall eines: „Wenn man in ein neues Revier kommt oder, wie wir sagen, zu einem neuen Spot, dann sollte man in jedem Fall vorher Kontakt zu einem Surflehrer vor Ort aufnehmen. Die Surfreviere sind sehr unterschiedlich und man braucht Infos zu Strömungen, Untiefen, Thermik und Windrichtung. Das dient einfach der eigenen Sicherheit“, weiß Mareike Mohr.
Beim Windsurfen gehört der Sturz ins Wasser dazu. Das sogenannte Stand Up Paddling (SUP) kann man lernen, ohne die Bekanntschaft mit dem nassen Element zu machen. „Obwohl die Kinder auf jeden Fall mal ins Wasser wollen“, lacht Mareike. Stand Up Paddling (SUP), da stehen Menschen auf einem Surfbrett, paddeln aufrecht stehend mit einem Stechpaddel. Soll übrigens von polynesischen Fischern erfunden worden sein und war auf Hawaii dem König vorbehalten. Der Vorteil ist einfach: man braucht kein Wind und keine Wellen. Beides ist ja nicht immer greifbar. Und natürlich braucht man auch dafür andere Bretter. Die sehen aber ungefähr so aus, wie die Anfängerbretter der Windsurfer. Und ein Paddel und weil man auf dem Brett steht und nicht in einem Kanu sitzt ist es auch bedeutend länger. Trotzdem hat man den Bogen schnell raus. Gleichgewicht halten muss man in jedem Fall, aber: „Vor allem bei Kindern klappt das ganz schnell. Erwachsene haben in der Regel aber auch keine Probleme.“ Übrigens: Surflehrer schätzen SUP sehr und nutzen es auch, weil sie stehend auf diese Art und Weise ihre Schülerguppe besser sehen können.
„SUP gilt eigentlich als Gesundheitssport. Es ist ein sanfter Kräftigungssport und man kann gemütlich in den Feierabend paddeln. Natürlich gibt es auch längere Touren, zum Beispiel auf Grachten in Holland. Aber für einen schönen Sommerabend ist das hier genau das Richtige.“
Kontakt: www.westufer-kemnade.de
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