Westfalenligist Hedefspor Hattingen kämpft um Kunstrasen

Anzeige
Sie sind „das Herz“ von Hedefspor Hattingen: (v.l.) Geschäftsführer Abdullah Kuscu, Vorsitzender Yalcin Dogan, Arif Turan (Vorsitzender Förderverein Kunstrasen), Dervis Atik (Ehrenamtler, der sich im Verein in vielerlei Hinsicht engagiert) und Kassierer Peter Gölzenleuchter (Förderverein Kunstrasenplatz). Foto: Römer
 
Der Sportplatz an der Munscheidstraße soll für den am höchsten spielenden Hattinger Verein, Westfalenligist Hedefspor Hattingen, endlich auch einen Kunstrasen erhalten. Foto: Römer
Hattingen: hedefspor |

Hedefspor Hattingen ist momentan der Fußball-Club in Hattingen, der am höchsten spielt: in der Westfalenliga nämlich. Und dort ist er ein Exot, denn die Hattinger von der Munscheidstraße spielen als einzige der Westfalenliga immer noch auf einem Ascheplatz.

Nach dem Willen des Vereins soll sich das so schnell wie möglich ändern. „Wir stehen mit unserem Projekt Kunstrasen in den Startlöchern“, so Hedefspor-Vorsitzender Yalcin Dogan.
Peter Gölzenleuchter, Kassierer vom Förderverein Kunstrasen des Vereins, ergänzt: „Und im Gegensatz zu anderen Vereinen können wir den Kunstrasen sogar bar bezahlen und brauchen nicht über Sparkasse oder Bank zu finanzieren.“
Woran es dennoch hapert, dass auch in der nächsten Sitzung vom Sport­ausschuss am Dienstag, 8. September, 17 Uhr, im Großen Sitzungssaal des Hattinger Rathauses nicht über den Platz an der Munscheidstraße, sondern den an der Behrenbeck gesprochen wird, ist ein Anwohner, der sich über den Lärm beschwert
„Dabei hat es bereits ein Lärmschutz-Gutachten in diesem Mai gegeben“, sagt Arif Turan, Vorsitzender des Fördervereins Kunstrasen von Hedefspor.
Darin stellte der Gutachter fest: „Begutachtet wurden die Geräuschimmissionen bei Normalbetrieb und bei sogenannten Lokalderbys der ersten Mannschaft. Danach werden die zulässigen lmmissionsrichtwerte der 18. BlmSchV unter Berücksichtigung des ,Altanlagenbonus‘ bei Normalbetrieb der Sportanlage nicht überschritten.“
Warum es nun ein zweites Gutachten geben muss, mit dessen Ergebnis Stadt und Verein Mitte Oktober rechnen, erklärt Sportdezernentin Beate Schiffer so: „Der Kreis als untere Aufsichtsbehörde hat neue Erkenntnisse erworben, die mit der Lage des Sportplatzes im Außenbereich zu tun haben. Denen muss nachgegangen werden. Es gibt also jetzt kein neues Gutachten, sondern nur eine Ergänzung.“
Beate Schiffer macht keinen Hehl daraus, dass auch die Verwaltung ärgere, dass sich das endgültige Okay – Hedefspor könnte nach eigener Aussage sofort mit dem Bau beginnen, Vorverträge seien abgeschlossen, Material bestellt – weiter verzögere, aber: „Durch die Lärmbeschwerde haben wir ein laufendes Verfahren. Weder wir als Stadt noch der Verein kann ein Interesse daran haben, dass unser Fall einmal vom Bund der Steuerzahler aufgegriffen wird, weil der Kunstrasenbau an der Munscheidstraße eingestellt werden musste.“

Noch ein zweites Lärmgutachten abwarten

Wie lange sich das Verfahren hinziehe, wisse sie nicht: „Aber ich wünsche uns und allen dort spielenden Mannschaften, dass dort möglichst schnell auf Kunstrasen gespielt werden kann. Leider habe ich persönlich keine Möglichkeit, das Ganze anzuschieben, unterstütze das Projekt aber mit aller Kraft. Es ist momentan wie bei allen Bauvorhaben, dass leider nicht alles glatt läuft. Es gibt nur noch den einen Knackpunkt mit dem Lärm. Den müssen wir unserer Sorgfaltspflicht den Bürgern gegenüber abarbeiten. Wir brauchen Rechtssicherheit für den Bau.“
Der Verein fürchtet, ohne Kunstrasen nicht mehr konkurrenzfähig anderen Vereinen gegenüber zu sein und dadurch über kurz oder lang die erfolgreiche Jugendabteilung schließen zu müssen.

Infos zu Hedefspor Hattingen

Hedefspor Hattingen gibt es als „Hobbyclub“ bereits seit 1978, aber erst 1982 erfolgte die Gründung als eingetragener, gemeinnütziger Verein.
 Hedefspor bedeutet „Ziel Sport“ und soll jenseits aller Politik die Menschen beim Sport und durch Sport zusammenbringen.
 Hedefspor hat zur Zeit 13 Mannschaften vom Kinder- bis Seniorenbereich und 500 Vereinsmitglieder aus 23 Nationen.
 Das macht neben dem Engagement in Rauendahl und Oberwinzerfeld den Verein wegen der Flüchtlingsströme so wichtig für Hattingen, wie auch Dezernentin Beate Schiffer unterstreicht. Viele Vereinsmitglieder fungieren ehrenamtlich als Dolmetscher und helfen mit Spenden, aber auch aktiv in der alten Feuerwache an der Friedrichstraße mit, wollen in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung ein Turnier für Flüchtlinge in Hattingen ausrichten.
230.000 Euro (plus Eigenleistung) hat der Verein für das Kunstrasen-Projekt auf ihrem Spendenkonto. Die Stadt gibt noch einmal 214.000 Euro (inkl. Mehrwertsteuer) dazu.
 Bei dem geplanten Kunstrasen handelt es sich um Politan Liga Turf RS Pro Cool Plus mit der höchsten Freigabe durch den Deutschen Fußball-Bund.
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.