Hattinger Hilfe für "Kinder in Namibia"

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Hier möchte die Kindergärtnerin Gisela für die Kinder der Umgebung einen Kindergarten entstehen lassen. Zur Zeit lebt sie hier mit ihren zwei Kindern. Alle Fotos: privat
 
So sieht die Baracke heute aus, ein anderes Foto zeigt, wie sie in Zukunft aussehen könnte, wenn es gelingt, das Grundstück zu kaufen und darauf ein Gebäude zu errichten. Hier will der Verein „Kinder in Namibia“ sich finanziell engagieren.
Hattingen: Kinder in Namibia |

Auch in diesem Jahr war Gabriele Kroll, Vorsitzende des Vereines „Kinder in Namibia“, wieder vor Ort, um nach ihren Schützlingen zu sehen. Gemeinsam mit Petra Haaf war sie drei Wochen in Afrika und kam mit vielen Erfahrungen im Gepäck zurück.

Als Ingeborg Lalk starb, übernahm gabriele Kroll 2010 den Vorsitz des Vereines. Von Anfang an war ihr klar: „Man kann so einen Verein mit einer Aufgabe, die so weit entfernt liegt, nur dann vernünftig führen, wenn man regelmäßig vor Ort nach dem Rechten schaut.“ Und das sind keine Erholungsreisen, die sie dorthin unternimmt.
Zehn Stunden Flug, viel Gepäck bis zur Freigrenze von 25 Kilogramm pro Person, viel Bürokratie vor Ort und der Druck, im Sinne des Vereines und der Paten den Lebensweg und die Zeugnisse der Kinder kontrollieren zu müssen. „Es hat durchaus Situationen gegeben, wo wir vor Ort feststellen mussten, dass die Kinder keine Zeugnisse hatten, weil sie die Schule gar nicht mehr besuchten. Man kann sich nicht vorstellen, wie unterschiedlich die Lebensverhältnisse sind. In solchen Fällen haben wir auch Patenschaften beendet“, so Gabriele Kroll.
Einer der Hauptanlaufstellen ist die Kita von Justine in Windhoek. „Man freut sich, wenn wir kommen. Aber man weiß vor Ort auch, dass wir eine Aufgabe haben und diese wahrnehmen müssen. Ohne Zeugnisse keine Patenschaft! Wir haben auch durchgesetzt, dass die Schüler nach dem Ende der Schulzeit an ihre Paten einen Dankesbrief schreiben sollen. Na ja, so ganz funktioniert das noch nicht, aber wir arbeiten daran.“
Einen Fortschritt sieht Gabriele Kroll auf jeden Fall. „Bildung ist hier der Schlüssel zu einem besseren Leben. Das muss aber verstanden werden und bezieht sich auch nicht nur auf die unmittelbare Schule. Verhütungsmittel sind hier vielfach kostenlos, aber man muss wissen, wozu die gut sind und sie richtig anwenden können. Viele Menschen hier vor Ort verstehen das überhaupt nicht und deshalb sind die Quoten bei Aids und ungewollten Schwangerschaften auch so hoch.“
170 Patenkinder betreut der Verein zur Zeit. Dabei sind es meistens keine ganz kleinen Kinder mehr. „Wir nehmen Kinder ab der Grundschule auf. Ausnahmen bestätigen diese Regel. Aber wir wissen auch nicht, wie es in Zukunft weitergehen wird. Ich bin 63 Jahre alt, meine Mutter ist 88 Jahre alt. Ich habe auch das ein oder andere Wehwehchen und habe familiäre Verantwortung vor Ort. Da ist es nicht so leicht, mal eben für drei oder vier Wochen aufgrund eines Ehrenamtes nach Namibia zu reisen. Ich mache dies wirklich gern und die strahlenden Kinderaugen entschädigen auch für manches. Aber man weiß eben auch nicht, wie lange das alles noch gehen wird.“

Neues Hilfsprojekt

Zwar hat die Regierung ein neues Gesetz erlassen, wonach der Schulbesuch in den ersten Grundschuljahren in Zukunft kostenlos sein wird, doch es werden ja nach wie vor Gelder benötigt für Material und Uniformen und für die Verpflegung der Kinder. „Und es ist durchaus so, dass jede Schule eine eigene Uniform hat und wenn der Schulleiter auf einmal beschließt, die Farbe der Unform zu wechseln, dann ist das eben so. Teilweise müssen die Schüler mit einem Taxi fahren, weil ihr Wohnort so abgelegen ist, dass kein Bus fährt und zum Laufen bräuchten die Kinder mehr als 1 1/2 Stunden. Es fehlt auch an Schulheimen, in denen die Schüler unterhalb der Woche leben. Wenn überhaupt, dann geht es nur am Wochenende zu den Eltern.“
Immer weider stellt Gabriele Kroll fest, dass die menschlichen Schicksale oft auch monatelang ungeklärt bleiben. „Da verschwindet auf einmal eine junge Frau und ist monatelang verschwunden. Dann kommt sie plötzlich wieder und nicht selten ist sie schwanger. Man kann es nicht begreifen.“
Ein zweiter Tätigkeitsschwerpunkt ist neben Windhoek Swakopmund. Hier haben die Vereinsmitglieder Gisela kennengelernt, eine junge Erzieherin, die mit ihren zwei Kindern in einer heruntergekommenen Bretterbude lebt. Sie möchte gern auf dem Gelände einen Kindergarten errichten und das Gelände kaufen und ein kleines Haus errichten. 20.000 Namibian Dollar, das sind etwa 1600 Euro, werden benötigt und hier will der Verein gerne helfen.
„Außerdem haben wir natürlich auch junge Absolventen der Schule, die so erfolgreich sind, dass sie gerne studieren möchten. Hier würden wir auch gerne einen Beitrag leisten und sprechen dazu mit unseren Paten.“
Und dann hat Gabriele Kroll vor Ort noch zwei Frauen kennengelernt, die in Namibia leben und den Verein „Children‘s home“ 2010 gründeten. Hier könnte sich in Zukunft eine Zusammenarbeit entwickeln.

Wer „Kindern in Nambia" helfen möchte, kann dies tun: Kontonummer 71092, Sparkasse Hattingen, BLZ 43051040. Weitere Informationen gibt es auch unter www.kinder-in-namibia-ev.de.tl/
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