Jugendmigrationsdienst der Awo: Auf dem Weg in die neue Heimat

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Kümmern sich gemeinsam um Flüchtlinge und ihre Integration (v.l.) Larissa Boguta und Rita Nachtigall vom Jugendmigrationsdienst der Awo-EN. Auf dem Foto präsentieren sie Taschen, die von den Migranten genäht wurden. Foto: Pielorz
 
Das Nähcafé für Frauen findet montags ab 9.30 Uhr im Bürgerzentrum Holschentor statt und ist ein großer Erfolg. Foto: privat
Hattingen: Jugendmigrationsdienst Awo |

Die Heimat zurücklassen und in Deutschland neu beginnen: Für niemanden ist es einfach, in der Fremde zu starten und sie zur Heimat werden zu lassen. Hilfe für junge Migranten bietet der Jugendmigrationsdienst der Arbeiterwohlfahrt mit Beratungen in Gevelsberg, Witten, Schwelm und Hattingen. Im Bürgerzentrum am Holschentor finden nicht nur Sprechstunden statt, sondern auch ein Nähcafé und ein Freiwilligenprojekt für junge Zuwanderer.

Der Jugendmigrationsdienst richtet sich an junge Menschen zwischen 12 und 27 Jahren aus dem EN-Kreis und an neu zugewanderte junge Menschen ab 16 Jahre. Ziel ist es, die Jugendlichen bei der sprachlichen, schulischen, beruflichen und sozialen Integration in unserer Region zu unterstützen. Individuelle Förderung gehört genauso dazu wie Netzwerk- und Sozialraumarbeit. In Hattingen findet die Beratung regelmäßig montags zwischen 14 und 17 Uhr im Bürgerzentrum Holschentor, Talstraße 8, statt. Diplom-Sozialpädagogin Larissa Boguta kümmert sich um die Fragen der jungen Menschen. Aber auch Mitarbeiter von Ämtern, Schulen, Vereinen und Verbänden finden hier ein offenes Ohr.
Für viele Jugendliche ist die Ausbildung die zentrale Frage. Auch dabei benötigen sie neben den Sprachkursen Hilfe, um sich in der fremden Kultur zurecht zu finden. Ihnen zur Seite stehen dabei „Young Stars“, junge Menschen mit und ohne Migrationshintergrund zwischen 15 und 25 Jahren, die sich gezielt um junge Zuwanderer im Ennepe-Ruhr-Kreis kümmern. Sie helfen ihnen bei Behördengängen, erklären ihnen die für sie noch fremde Kultur und organisieren Freizeitangebote. Bereits seit Herbst 2014 läuft das Projekt bis August 2017.

Viele Angebote und noch mehr Hilfe

Finanziert wird es aus Mitteln des Bundesamtes für Migration (BAMF) und des Bundesfamilienministeriums. Umgesetzt wird es in Gevelsberg und Hattingen. Beide Städte bringen zurzeit rund zwanzig aktive „Young Stars“ zusammen – und wurden für ihr Engagement bereits belohnt, denn sie wurden zum „Projekt des Monats“ gewählt. „Unser Angebot richtet sich nicht an Flüchtlinge, sondern an Migranten, die einen Aufenthaltstitel haben und in Deutschland bleiben. Sie sollen durch die ehrenamtlichen Migrantenhelfer schneller in die Gesellschaft hineinwachsen und sich wohl fühlen. Wir bieten beispielsweise Stadtführungen, Behördengänge und Betreuungen in Vereinen an“, so Rita Nachtigall, die federführend im Projekt arbeitet.
Neben den „Young Stars“ gibt es außerdem niederschwellige Kursangebote für Frauen und ein Nähcafé. Diese Angebote richten sich an weibliche Flüchtlinge, die über noch wenige Sprachkenntnisse verfügen und oft noch nicht lange in Deutschland sind. „Wir haben 17 Nähmaschinen gesponsert bekommen, dazu Stoffe und Nähgarn. Die Frauen treffen sich hier im Holschentor und nähen gemeinsam. Zum Beispiel haben sie Taschen, auch aus alten Jeanshosen, genäht. Dabei müssen sie noch nicht so viele Deutschkenntnisse haben, sondern können voneinander lernen“, erklärt Rita Nachtigall. Das Nähcafé findet montags von 9.30 bis 12.30 Uhr im Bürgerzentrum Holschentor in der Talstraße 8 statt. Freitags von 10 bis 12 Uhr gibt es ab 13. Januar neue Kurse, um Deutsch zu lernen.
Für alle Flüchtlinge gibt es Angebot, sich durch Praktika und Hospitationen ihre zukünftige Arbeitswelt zu erschließen. „Wir versuchen, durch das Projekt Zukunft Plus Geflüchtete im Rahmen ihrer beruflichen Fähigkeiten in die Arbeitswelt zu bringen“, erklärt Rita Nachtigall. Sie betreut in Hattingen und Sprockhövel auch dieses Projekt. Die Koordination liegt bei der AWO Unterbezirk Ennepe-Ruhr in Gevelsberg. „Damit Integration gelingen kann, müssen viele Menschen gemeinsam daran arbeiten. Es ist nicht so einfach, mit den Ämtern hier klar zu kommen, die vorhandenen Abschlüsse anerkannt zu bekommen oder einfach seinen Weg in einer sehr fremden Kultur zu finden. Es gibt auch manchmal eine große Diskrepanz zwischen dem Arbeitswunsch des Flüchtlings und den tatsächlichen Möglichkeiten. Hier gilt es immer wieder zu vermitteln und gemeinsam einen Weg zu finden.“
Telefonischer Kontakt: 02324/38093062 oder 0170/3340187
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