Tauchen: Nach dem "Kachelschein" geht es los

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Das Foto zeigt v. l. Marie, Julia, Lara und Miriam im Freibad Welper beim Tauchtraining. Foto: Schäfer
 
Die Taucher beim Jenga-Spiel. Aus weißen und schwarzen Klötzen wird ein Turm gebaut. Zwei Mannschaften spielen und versuchen, Klötze aus dem Turm zu schießen, ohne das der Turm umfällt. Irgendwann ist dieser so instabil, dass es doch passiert. Fotos: Seefeldt
Hattingen: DUC Hattingen |

Der Deutsche Unterwasser Club Hattingen (DUC Hattingen) ist einer der ältesten Vereine in Nordrhein-Westfalen und wurde 1968 gegründet. Er hat rund 130 Mitglieder und eine aktive Jugendabteilung mit zwanzig Mitgliedern. Mit der 24jährigen Julia Schäfer hat der Club außerdem jetzt zum ersten Mal einen weiblichen Tauchlehrer. Angespornt von Papa Rainer Schäfer hat Erzieherin gerade ihre Tauchlehrprüfung Stufe 1 bestanden.

Papa Rainer hat die Stufe 2 längst hinter sich und das, obwohl er vor vielen Jahren nach einem schweren Motorradunfall einen Unterschenkel verloren hat. Das hat ihn nicht daran gehindert, seinen Lieblingssport weiter auszuführen. Seit vielen Jahren an seiner Seite dabei ist Tochter Julia. Und die hat eben jetzt auch Erfolg und zwar so viel, dass sie für die teure Ausbildung sogar ein Stipendium erhalten hat.
Im Element Wasser zu sein und unterhalb der Wasseroberfläche atmen zu können – das ist das Geheimnis und die Faszination um das Tauchen. Ja, klar will man auch an exotischen Orten bunte Fische sehen und mal mit Haien tauchen – doch der Weg bis dahin ist relativ weit. Und vor allem: Bevor es zum Tauchen kommt, heißt er erst einmal Ausrüstung schleppen und das ist ziemlich viel.
Anfangen tut das nasse Vergnügen in der Regel im Frei- oder Hallenbad. Und das einzige, was man da unter Wasser zu sehen bekommt, sind Kacheln. Deshalb heißt eine erste Prüfung unter den Tauchern auch „Kachelschein.“

Spaß in der Unterwasserwelt

„Schwimmen sollte man schon können, wenn man Tauchen möchte. Aber es gibt immer noch Menschen, bei denen das nicht so ist“, erzählt Julia Schäfer. „Wichtig sind die körperlichen Voraussetzungen. Also, man muss schon einen medizinischen Check machen. Mit dem Alter hat das aber nichts zu tun und mit körperlichen Behinderungen auch nicht, wie Papa ja seit vielen Jahren deutlich beweist. Im Winter wird die Theorie gelernt, im Sommer geht es dann in die Praxis. So ein Jahr braucht man schon, bis man die ersten Qualifikationen ablegen kann.“
Das hat Lara (16), gerade hinter sich. Die Theorieprüfung eben. Sie kam durch das Schnuppertauchen im Ferienspaß zum DUC. „Opa und Mama können aber auch Tauchen und ich war auch schon einmal im Urlaub unter Wasser unterwegs. Ich finde es toll und wollte es richtig lernen.“ Auf diesem Weg ist sie gerade.
Wenn man die Kacheln von Frei- und Hallenbädern ausreichend studiert hat, dann steht der Tauchgang im Freigewässer an. „Talsperren und Badeseen sind unser Revier“, erklärt Tauchlehrer Rainer Schäfer. Die Ruhr ist übrigens kein Tauchgewässer.
Das ist auch der Zeitpunkt, wo es richtig zur Sache geht mit Neoprenanzug, Flossen und Flasche. Da ist übrigens Luft drin, kein Sauerstoff – wie man das oft liest. „Fische gucken“ in diesen Gewässern geht bis zu einer Tauchtiefe von fünf Metern. Und es kann durchaus vorkommen, dass Angler die Taucher fragen, wo denn der Hecht steht. Eine Antwort darauf bekommen sie aber in der Regel nicht.
„Wenn man in Südwasser taucht, ist das Wasser oft kälter als das Salzwasser. Dafür trägt das aber besser und das bedeutet für den Taucher, er muss mehr Blei am Körper tragen, um abzusinken“, sagt Rainer Schäfer. Mit der Flasche auf dem Rücken kann man ungefähr eine Stunde tauchen. Nass wird man übrigens im Neoprenanzug trotzdem. Der wärmt das Wasser nur zwischen der Haut und dem Anzug selbst und ist auch nicht immer schwarz. „Es gibt die Anzüge in verschiedenen Farben, aber man muss sehen, welche Farben man unter Wasser am längsten sieht. Rot beispielsweise ist schnell nicht mehr sichtbar, bei blau und grün ist das anders.“
Jeder Taucher bekommt auch eine besondere Form der Umweltzerstörung mit. „Es ist schon erschreckend und man lernt auch, dass man immer über den Wasserpflanzen tauchen soll, damit man nichts zerstört“, so Julia Schäfer. Sie könnte jetzt übrigens mit ihrer international anerkannten Ausbildung eine eigene Tauchschule eröffnen oder als Tauchlehrerin arbeiten. Macht sie aber nicht. „Es bleibt ein wunderbares Hobby“.
Wer mal reinschnuppern möchte, kann dies am Samstag, 20. August, 10 bis 13 Uhr, im Rahmen des Hattinger Ferienspaßes tun. Mindestalter ist 12 Jahre, Ort das Freibad in Welper. Bis 18 Jahre muss eine schriftliche Erlaubnis der Eltern vorliegen. Das Angebot ist kostenlos, Voranmeldung per E-Mail unter ottmar@tauchclub-hattingen.de. Infos unter www.tauchclub-hattingen.de
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