Engel vereint die Religionen

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Zusammen mit den Vertretern der Religionen und der Stadt setzt der Künstler Gregor Merten die Intarsie des „Engels der Kulturen“ in das Pflaster vor dem Rathaus. (Foto: Ulrich Bangert)
Heiligenhaus: Rathaus | Der sogenannte „Engel der Kulturen“ rollte am Donnerstag durch die Stadt Heiligenhaus und hinterließ vor dem Rathaus nicht nur einen bleibenden Eindruck, sondern auch einen bleibenden Abdruck. Der Engel erschien dem Künstlerpaar Carmen Dietrich und Gregor Merten eher zufällig auf dem Zeichenblock: „Wir wollten die Symbole der drei abrahamitischen Religionen versöhnlich und austrahiert in Konstellation bringen, dabei hat sich im Inneren der Engel ergeben. Dieser Engel der Kulturen ist ein vermittelndes Symbol.“
Die beiden Bildhauer aus Burscheid entwickelten daraus ein fast mannshohes Rad, mit dem sich vieles anstellen lässt. Für die Realschule Heiligenhaus ein ideales Projekt, um auf das 50-jährige Bestehen als UNESCO-Schule aufmerksam zu machen. Als solche vermittelt sie eine Kultur des Friedens, bestehend aus Menschenrechten, Toleranz, Demokratie, Interkulturellem Lernen, Umwelt und Nachhaltigkeit.
Auf dem Schulhof wurde das Rad abgelegt, das Innere mit Sand befüllt, die Form wurde vorsichtig hochgehoben, zurück blieb der Engel mit den Symbolen für das Judentum, das Christentum und den Islam. Anschließend rollte Gregor Merten mit der tatkräftigen Unterstützung der Schüler das Rad durch die Stadt. Erste Station war die Ditib-Moschee im ehemaligen Bahnhof, dann ging es weiter zur Suitbertuskirche, wo das Kunstwerk durch Pfarrer Alfons Demand als „verbindendes Zeichen der Zusammengehörigkeit“ begrüßt wurde.
Weiter ging es über die Hauptstraße, wobei dem Stolperstein am Rathaus-Center besondere Aufmerksamkeit gewidmet wurde. Er erinnert an die Ermordung der Heiligenhauser Jüdin Adele Jacobs im Dritten Reich, auf deren Umstände zuvor Pfarrerin Kerstin Düsterhöft aufmerksam gemacht hatte. Nächstes Ziel war die Alte Kirche, dort gab es einen Liedvortrag und eine kleine Kunstausstellung durch Schüler der sechsten Klasse der Gesamtschule.
Zum abschließenden Höhepunkt schoben die Kinder den Engel zum Rathausplatz. Dort verteilten Kindergartenkinder Brot in Engelform, Bürgermeister Dr. Jan Heinisch und religiöse Würdenträger erzählten, warum sie diese Aktion gut finden.
Gregor Merten ist seit 2007 mit seiner Aktion in über 70 Städten unterwegs, so in Hamburg, Sarajevo oder Istanbul, zuletzt am 14. März in Herten. Mit seiner Hilfe schnitten Bürger eine Stahlplatte aus, die nun als Intarsie vor dem Rathauseingang ins Pflaster eingelassen wurde. Nächste Station wird Duisburg sein, auch dort wird eine Intarsie als Mahnung und Andenken verlegt.
Unter Anleitung des Metallbildhauers Gregor Merten führten die Schüler der UNESCO-Realschule Heiligenhaus den Schneidbrenner, um den Ring auszubrennen. Zurück bleibt als innere Form der Engel. „Der wird zusammen mit den Formen aus den anderen Städten zu einer Säule aufgeschichtet und soll in Jerusalem aufgestellt werden, der Stadt, die allen drei Weltreligionen heilig ist.“
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