800 Liter Salzsäure ausgelaufen

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Foto: Feuerwehr Heiligenhaus
Heiligenhaus: Schopshofer Weg |

Ein beschädigter Kunststoffbehälter in einem Oberflächenbeschichtungsbetrieb am Schopshofer Weg verursachte am Freitag einen Großeinsatz der Feuerwehr. Das Problem: Aus dem 1.000 Liter fassenden Behälter liefen insgesamt 800 Liter Salzsäure aus. Rund 95 Einsatzkräfte aus Heiligenhaus und Ratingen waren im Einsatz gegen den Chemieunfall, Wehrmänner und -frauen aus Velbert besetzten die Feuerwache.

Um 19.10 Uhr erreichte eine schwerwiegende Alarmmeldung die Feuerwehr: In einer Lagerhalle am Schopshofer Weg hatte ein Gabelstapler einen 1.000 Liter Kunststoffbehälter (sog. "IBC-Behälter") beschädigt, Salzsäure lief aus und verteilte sich in der Lagerhalle. Das Salzsäure an der Luft Nebel erzeugt, sahen auch die ersten Kräfte der Feuerwehr: Aus der Lagerhalle zogen Dämpfe ins Freie, eine unbekannte Menge an Säure lief in das Kanalnetz. Menschen befanden sich zum Glück nicht mehr im Betrieb.

Nach eingehender Erkundung forderte der Einsatzleiter rund 15 Minuten später einen ABC-Zug an und ließ Sirenenalarm für die Feuerwehr Heiligenhaus geben. Schon zu Beginn zeichnete sich ab, dass der Einsatz längere Zeit andauern würde. Aus diesem Grund wurde ein weiterer Löschzug für die Besetzung der Feuer- und Rettungswache alarmiert, die Feuerwehr Velbert entsendete ein Löschfahrzeug und einen Einsatzleitwagen.

Gemeinsam sorgten rund 95 Einsatzkräfte in mehreren Abschnitten dafür, dass sich die große Menge Salzsäure nicht weiter ausbreiten konnte. Die Feuerwehrfrauen und -männer dämmten den Austritt an der Lagerhalle mit Chemikalienbinder ein, der Säurenebel wurde mit einer Wasserwand aus zwei Strahlrohren niedergeschlagen. Die umliegenden Einläufe in die Kanalisation wurden verschlossen, so dass auch hier keine Säure mehr einlaufen konnte.

In enger Zusammenarbeit mit der Unteren Wasserbehörde, den Stadtwerken und dem Umweltamt nahmen Spezialkräfte des ABC-Zuges an mehreren Stellen in der Stadt Wasserproben und kontrollierten den Säuregehalt. Alle Wasserproben waren unbedenklich, auch mehrere Luftmessungen verliefen negativ. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand zu keiner Zeit.

Bis zirka 20 Uhr waren Kräfte der Feuerwehr damit beschäftigt, in schweren Chemieschutzanzügen die ausgelaufenen Chemikalien mit Bindemittel aufzunehmen und weiter in der Lagerhalle einzudämmen. Zur Hilfe kam hier auch ein Fachberater der Werkfeuerwehr Henkel aus Düsseldorf, der Firmeninhaber und Feuerwehr beim Vorgehen unterstützte.
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1 Kommentar
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 22.11.2015 | 23:37  
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