Nahezu kein Durchkommen - Ärger rund um Baumaßnahme auf der Hauptstraße

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Der Hauptstraßenumbau in Heiligenhaus sorgt in einigen Läden bereits für Umsatzeinbußen. Durch weitere Maßnahmen wird der Weg in die Geschäfte nun noch beschwerlicher. Unfassbar finden Rita Knümann (v.l.), Oliver Reiten, Walter Janssen, Susanne Ajayi und Giovanni Rinaldo.
Heiligenhaus: Hauptstraße | Die Sonne scheint, die Temperaturen steigen und die Leute lockt es wieder vermehrt nach draußen. Gerade für Blumen-Händler, Eisdielen-Besitzer und Imbiss-Buden-Betreiber also doch eigentlich eine umsatzstarke Zeit. Nicht so aber bei den entsprechenden Geschäftsleuten in Heiligenhaus, denn sie haben wegen des Hauptstraßen-Umbaus vor ihren Ladentüren große Sorgen, bangen teils sogar um ihre Existenz.

"Wir haben große Angst, dass demnächst noch mehr Kunden wegbleiben", so Heike und Klaus Possienke vom gleichnamigen Blumenladen. "Denn bald gibt es nahezu kein Durchkommen mehr zu unserem Laden. Und das voraussichtlich für mehrere Wochen." Nicht nur das Ehepaar, auch Oliver Reiten von "Reitens Imbiss" und Giovanni Rinaldo, Inhaber der "Eisdiele Rinaldo", haben Bauchschmerzen, wenn sie an die bevorstehende Zeit denken. "Schon seit im Dezember die Maßnahmen an der Hauptstraße und am Kreisverkehr begonnen haben, kommen weniger Leute in unsere Läden", sagt Reiten. "Bei mir ist der Umsatz zwischen 25 und 30 Prozent zurück gegangen."

Kein Weihnachtsbaum-Verkauf bedeutete ein Mitarbeiter weniger

Gleiches treffe auch bei "Blumen Possienke" zu. "Für uns war es zum Beispiel nicht möglich, ein vernünftiges Weihnachtsgeschäft zu betreiben, denn auf den Weihnachtsbaum-Verkauf mussten wir komplett verzichten, der Platz vor unserem Laden fehlte durch die Bauarbeiten einfach", so der Heiligenhauser. "Außerdem hätten die Kunden ihre Bäume dann auch äußerst umständlich hier wegtragen müssen." Für ihn bedeutete das sogar, dass ein kompletter Mitarbeiterin wegfallen musste. "Das ist sehr bedauerlich, aber wenn das so weitergeht, besteht die Gefahr, dass ich weitere Leute entlassen muss." Schon jetzt würde er sich den Blumen-Laden mit fünf Mitarbeitern und einem Auszubildenden finanziell nur erlauben können, weil sein Friedhofs- und Hausmeisterservice gut laufe. "Er trägt den Blumenladen derzeit mit", so Possienke, der ausgerechnet hat, dass er zur Zeit sogar besser dastehe, wenn er den Laden auf der Hauptstraße komplett schließe. Das möchte er aber natürlich keinesfalls!

Weitere Maßnahmen bedeuten weitere Einschränkungen

Doch nun geht es mit den Einschränkungen noch weiter, denn das Haus an der Hauptstraße 190 weist einen Baumangel auf. "Die Firma NCC, die den Bau errichtete, muss daher rund um das Haus ausschachten und die Abdichtung erneuern", erläutert Klaus Possienke. "Mit dieser Maßnahme hat NCC die Baufirma beauftragt, die aktuell auch den Kreisverkehr errichtet." So könne alles zeitgleich abgewickelt werden. Prinzipiell natürlich eine nahe liegende Idee, doch die Nachteile für die Geschäfte an dieser Stelle sind immens.
"Die beauftragte Firma plant, die Ausschachtungsarbeiten durchzuführen, die Abdichtung dann durchführen zu lassen und im Anschluss die ganze Fläche in einem Stück bis zur Hauptstraße zu pflastern", sagt Possienke, der sich diesbezüglich informiert hat. "Diese Arbeiten dauern wohl über Wochen an und die gesamte Fläche bis zur Straße ist nicht für Fußgänger begehbar." Auf weitere Nachfragenbei der Stadtverwaltung habe man darüber hinaus erfahren, dass es auch nicht geplant sei, vor dem Blumenladen eine Fläche zur Warenpräsentation zur Verfügung zu stellen. "Es wird lediglich eine ein Meter breite Brücke zu unserem Eingang geben."

Hohe Einbußen - Händler rechnen mit noch weniger Kunden

Wenn die Kunden dann weg bleiben, könne man es ihnen noch nicht einmal übel nehmen. Oliver Reiten rechnet daher mit noch mehr Einbußen. "Ein Blumenhandel muss die Möglichkeit haben, Waren draußen zu präsentieren", so der Imbiss-Buden-Betreiber. "Und der Weg zu meinem Imbiss oder der Eisbude wird für einige Leute bestimmt auch zu umständlich sein." Auch auf seinen Lieferservice hätte das Auswirkungen. "Durch die Umwege, die wir nun zu bestreiten haben, kann ich nicht mehr so schnell liefern, wie es meine Kunden gewohnt sind." Alles was die Händler gerade tun können, ist zu hoffen, dass ihre Kunden ihnen dennoch die Treue halten. "Meine Blumen sollen den Leuten schließlich Freude bereiten und nicht eine hässliche Baustelle schmücken!"

Informationen kommen nur auf Nachfrage

Was die Händler besonders ärgert ist die fehlende Kommunikation mit den Verantwortlichen von NCC und der Stadtverwaltung. "Informationen erhalten wir leider immer nur auf Nachfrage." Einen Termin vor Ort mit dem Bauingenieur sowie Fachbereichsleiter Michael Krahl habe es zwar gegeben, doch eine zufriedenstellende Lösung wurde dabei nicht erarbeitet. "Wir können wirklich nur auf unsere Kunden bauen", so die traurige Erkenntnis der Heiligenhauser Geschäftsleute.
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