Ordensträger verteilte Flugblätter für den Naturschutz

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Dr. Wolfgang Gerß (Zweiter von rechts) wurde durch Landrat Thomas Hendele (rechts) mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet, seine Frau Jutta und Bürgermeister Dr. Jan Heinisch waren die ersten Gratulanten. (Foto: Ulrich Bangert)
Heiligenhaus: Rathaus | Bürgermeister Dr. Jan Heinisch stellte das Rathaus gerne für eine außergewöhnliche Auszeichnung zur Verfügung. Landrat Thomas Hendele dekorierte Professor Dr. Wolfgang Gerß mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse, einer Höherstufung des Bundesverdienstkreuzes am Bande.
„Es ist nicht so, dass man nur lange genug warten muss, und dann bekommt es fast jeder“, räumte Hendele mit einem verbreitetem Vorurteil auf. Der Landrat muss es wissen, schließlich steht er dem bevölkerungsreichsten Kreis in NRW vor und überreicht die Auszeichnung nur acht bis zehn Mal im Jahr.
Dr. Wolfgang Gerß erhielt bereits 2001 das Bundesverdienstkreuz, passenderweise aus der Hand der damaligen Landesumweltministerin Bärbel Höhn: Sie ehrte damit sein langjähriges Engagement im Bereich des Natur- und Umweltschutzes.
„Danach haben Sie sich nicht ausgeruht, sondern den Turbo eingeschaltet“, stellte der Landrat fest, weshalb er nun im Auftrag des Bundespräsidenten die seltene Höherstufung vornehmen durfte. „Wenn ich alles aufzählen würde, was Sie ehrenamtlich gemacht haben, würde das den Zeitrahmen sprengen.“ So riss er nur einige Aktivitäten von Wolfgang Gerß an, der seit über 50 Jahren im Naturschutzbund Deutschland (NABU) aktiv ist. „Sie setzen sich vehement für den Natur- und Landschaftsschutz im Kreis ein, so ist es gelungen, dass die Siedlungsstruktur nicht zu einem Siedlungsbrei verkommen ist. Im Jagdbeirat haben Sie Wege gesucht, die Interessen miteinander zu verbinden, es ist Ihnen gelungen, die Mitglieder in Richtung Naturschutz zu bewegen.“
„Für mich ist es wichtig, mich nicht nur ehrenamtlich, sondern auch gemeinnützig einzubringen. Ich glaube, Natur- und Umweltschutz kann gar nicht anders als gemeinnützig sein“, so die ersten Worte der Dankesrede des Geehrten. Ein besonderes Anliegen sei es ihm, den vielen Mitstreitern zu danken: „Man kann nichts alleine machen, man muss Helfer haben, die Zusammenarbeit ist wichtig.“
Dann plauderte der 73-Jährige über seine Jugend in Bremen, wo er den Anschluss an eine Naturschutzgruppe fand. Als die Briten die Insel Helgoland als Bombenübungsgebiet aufgaben und eine Sandbank in der Wesermündung als neues Ziel ins Auge fassten, hatte Wolfgang Gerß als Schuljunge Flugblätter verteilt. „Das war das erste Mal, dass man Politikern mit Lobbyarbeit entgegentrat.“
Nach Heiligenhaus kam Gerß, der beim Landesamt für Statistik ein Dezernat leitet und an der Duisburger Universität lehrte, weil er die Nähe zur Natur suchte. Eine Entscheidung ohne Reue: „Ich wohne gerne in Heiligenhaus und mir ist es wichtig, dass Heiligenhaus bleibt, was es ist: Ein Wohnort im Grünen.“
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