Telefonstreich: Feuerwehr rückt umsonst aus

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Foto: Polizei
Heiligenhaus: Röntgenstraße |

Die Heiligenhauser Feuerwehr hatte am Wochenende gut zu tun: Am Samstag rückte sie zu mehreren Einsätzen aus. Bei zwei Alarmen beseitigten die Retter kleine Sturmschäden, ein Einsatz war jedoch komplett überflüssig: Durch einen Telefonstreich rückte die Wehr zu einem Wohnungsbrand an die Röntgenstraße aus - das Feuer gab es allerdings gar nicht.

Wenn der Funkmelder piepst, fahren sie zum Feuerwehrhaus, schlüpfen in ihre Schutzkleidung und rücken dorthin aus, wo Hilfe dringend benötigt wird: Die Mitglieder der Feuerwehr Heiligenhaus. Fragt man in der Bevölkerung "Wie viele Feuerwehrmänner meinen Sie, sind im 24 Stunden-Dienst auf der Feuer- und Rettungswache an der Friedhofsallee stationiert?" beziffern die Antworten oft eine Zahl zwischen zehn und 20. Richtig ist aber: 0. Die Feuerwehr Heiligenhaus
ist komplett ehrenamtlich organisiert.

Jedes Feuerwehrmitglied geht einem regulären Beruf nach: Altenpflegerinnen finden sich hier genauso wie KFZ-Mechaniker, Elektriker, Büroangestellte oder Studenten. Jeder von Ihnen trägt einen Funkmelder bei sich - dieser piepst bei einem Alarm. Die Frauen und Männer von der Feuerwehr lassen alles stehen und liegen, wenn ein Alarm ausgelöst wird. Sie verlassen hierbei ihren Arbeitsplatz oder unterbrechen ihre Freizeit, um Menschen in Not zu helfen - so auch am vergangenen Samstag.

Nachdem die Wehr an der Gohrstraße zwei herabgefallene Äste kleingesägt und beseitigt hatte und bei einer langen Dieselspur dafür gesorgt hatte, dass kein weiterer Kraftstoff ausläuft, piepste um 23.16 Uhr erneut der Melder: Wohnungsbrand - an der Röntgenstraße sei heller Feuerschein und dichter Rauch im ersten Geschoss eines Einfamilienhauses zu sehen. Über 20 Feuerwehrkameraden fuhren mit acht Fahrzeugen in die Wassermangel. Schnell stellte sich heraus, dass es sich um einen Telefonstreich handelte: Von der Telefonzelle an der Talburgstraße hatte jemand das vermeintliche Feuer gemeldet - der Täter blieb unbekannt.

Wenn auch die Feuerwehrleute "aufatmen" konnten, dass es nicht brannte, waren sie enttäuscht. "Es ist nicht nur strafbar, den Notruf zu missbrauchen - es ist auch ein höchst fragwürdiger Streich", erklärt Nils Vollmar, Pressesprecher der Heiligenhauser Wehr. "Die Frauen und Männer stehen unter hohem Druck: Sie lassen alles stehen und liegen, fahren oder rennen zum Feuerwehrhaus, bereiten sich in Gedanken auf den Einsatz vor und eilen mit Blaulicht und Martinshorn zur Einsatzstelle." Hinzu kommt, dass die Kräfte und Fahrzeuge für eine geraume Zeit nicht für richtige Einsätze zur Verfügung stünden.

Doch auch wenn der Piepser das nächste mal zum Einsatz ruft: Die Helfer der Feuerwehr Heiligenhaus sind da, wenn sie gebraucht werden - denn für sie bleibt trotzdem jeder Alarm ein Notfall. Einsätze dieser Art sind - zum Glück - Einzelfälle.
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