Umbau gefährdet Existenz. Bürgermeister stellt sich Fragen zur Sanierung der Hauptstraße in Heiligenhaus

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Heiligenhaus: Hauptstraße |

„Wir wollen nicht quer schießen, aber es gibt Anwohner, die müssten ihr Haus verkaufen, um den Umbau zu finanzieren.“

Monika Milz, erste Sprecherin der Interessengemeinschaft gegen dem Umbau der Hauptstraße im zweiten Bauabschnitt, beschreibt die Existenzängste, die bei den Grundstückseigentümern und Geschäftsleuten zwischen Jahnstraße und Sachsenstraße umgehen.
Nach dem Frühlingsfest Ende April rollen die Bagger an, dann werden Hausanschlüsse und Leitungen von den Stadtwerken und anderen Versorgern erneuert. Anschließend soll dieser zweite Bauabschnitt bis zur Bahnhofstraße so hergerichtet werden wie der erste zwischen Kirch- und Rathausplatz, danach wird es etwas schlichter.
Während die Erneuerung der Versorgungsleitungen für die Grundstückseigentümer ohne direkte Kosten bleibt, wird die Neugestaltung der Hauptstraße zum größten Teil durch die anliegenden Haus- und Grundstückseigentümer finanziert. Nach dem Kommunalen Abgabengesetz zahlen die Anlieger 70 Prozent, die Stadt 30 Prozent der anfallenden Kosten. Im nächsten Haupt- und Finanzausschuss soll dieses Verhältnis bis zum Höchstmaß von 80:20 ausgereizt werden – für einige Hausbesitzer der finanzielle Ruin. Außerdem befürchten die Geschäftsleute erhebliche Umsatzeinbußen während der Bauarbeiten.

Die Betroffenen haben sich zusammen getan

Die Betroffenen haben sich zu der „Interessengemeinschaft gegen den Umbau der Hauptstraße“ zusammengefunden und Monika Milz zu deren Sprecherin gewählt, unterstützt durch die zweite Sprecherin Merle Lotz.
„Wir sind nicht richtig informiert worden über das, was auf uns zu kommt“, so Monika Milz. „1,9 Millionen Euro soll der Umbau zwischen der Jahnstraße und der Sachsenstraße kosten, das sind Schätzungen und Erfahrungen“, hat Monika Milz bei der Verwaltung in Erfahrung gebracht, dabei sind die Ausschreibungen noch nicht erfolgt. Überhaupt wundern sich die beiden Sprecherinnen, wie innerhalb weniger Jahre die Kosten explodierten. „Beim Beschluss zum Umbau der Hauptstraße im Mai 2011 wurde eine Summe von 1,57 Millionen Euro für den gesamten Umbau von Sachsenstraße bis Gohrstraße angesetzt, jetzt kursiert ein Betrag von stolzen 4,9 Millionen Euro.“
„Die Anlieger des bereits umgestalteten Teilstücks wissen noch nicht, was auf sie zukommt, sie haben noch gar keinen Kostenbescheid erhalten“, wundern sich die beiden Aktivistinnen und klagen, dass sie sich nicht richtig informiert fühlen. Sie haben einen Fragenkatalog vorbereitet und diesen in einem ersten Gespräch Bürgermeister Dr. Jan Heinisch vorgestellt. Der hatte daraufhin angeboten, sich den Fragen der betroffenen Hausbesitzer und Geschäftsleute zu stellen. Das macht er am morgigen Gründonnerstag, 2. April, um 19.30 Uhr im Ratskeller.
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