Ein Zuhause auf Zeit

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Einigkeit herrscht zwischen Bürgermeister Dr. Jan Heinisch (rechts), Volker Hoven, Fachbereichsleiter Immobilienservice bei der Stadt Heiligenhaus (links) und Andreas Happe, Abteilungsdirektor bei der Bezirksregierung Düsseldorf.
Heiligenhaus: Am Sportfeld | Die Verträge sind ausgehandelt und liegen bei der Bezirksregierung zur Unterschrift. Damit scheint besiegelt: Es wird eine Notunterkunft für Flüchtlinge durch das Land NRW in der ehemaligen International School am Sportfeld eingerichtet. Wann, dazu konnte Andreas Happe, Abteilungsdirektor unter anderem für den Bereich Sozialwesen bei der Bezirksregierung Düsseldorf, keine genauen Angaben machen. „Wir brauchen das Okay über die Finanzmittel“, erklärte er. Sobald dies vorliegt, soll die Schule zur Unterkunft für Asylbewerber werden.
Denn die bestehenden Flüchtlingsunterkünfte des Landes NRW platzen aus allen Nähten. „Wir als Bezirksregierung Düsseldorf sind aufgerufen, kurzfristig 500 zusätzliche Plätze in Notunterkünften zur Verfügung zu stellen“, sagt Happe. Unter anderem in Heiligenhaus sei man fündig geworden. Bis zu 200 Flüchtlinge sollen in der ehemaligen International School am Sportfeld ein Zuhause auf Zeit finden. Es fehle eben nur noch die Zustimmung über die Bereitstellung der finanziellen Mittel.
„Das Gebäude in Heiligenhaus dient uns als Notunterkunft“, erklärt Happe. Das heißt, dass dort Aslybewerber untergebracht werden, wenn die so genannten zentralen Unterbringungseinrichtungen belegt sind. Und da die Zahl der Asylanträge derzeit stark steigend ist und kurzfristig nicht mit einem Abriss des Zustroms zu rechnen ist, muss das Land NRW das Kontingent um mindestens 10.000 Plätze aufstocken. „Bis dies der Fall ist, wird noch Zeit vergehen“, prophezeit der Heiligenhauser Bürgermeister Dr. Jan Heinisch und hat das leerstehende Schulgebäude am Sportfeld dem Land zur Miete angeboten.
„Das Gebäude eignet sich gut zur Unterbringung von Flüchtlingen“, weiß Volker Hoven, Fachbereichsleiter Immobilienservice bei der Stadtverwaltung. Es sei rundum eingefriedet, verfüge über einen großen Innenhof, Spielmöglichkeiten für Kinder und erfülle aufgrund der ehemaligen Schulnutzung hohe Brandschutzauflagen. „Lediglich Sanitäranlagen fehlen“, sagt Hoven. Mit einer Firma, die mobile Einheiten sofort liefern könne, wolle man dieses Problem aus der Welt schaffen.
Der ausgehandelte Mietvertrag, demzufolge „ortsübliche Mieten“ gezahlt werden, so Happe, ist auf drei Monate befristet. Eine Verlängerung um weitere drei Monate kann er sich durchaus vorstellen. Die Bewohner sollen zwischen sechs Wochen und drei Monaten in der Notunterkunft gebracht werden, dann werden sie den einzelnen Kommunen des Landes zugewiesen.
Dr. Heinisch hat festgestellt, dass das Thema Flüchtlinge „gesellschaftlich hochbrisant ist“, steht aber zu dem Deal mit dem Land. Der bringt der klammen Stadtkasse neben den Mieteinnahmen weitere Entlastungen, da die Flüchtlinge in der Landeseinrichtung zwar vom Land bezahlt, aber der Stadt angerechnet werden. „Und wenn wir die Landeseinrichtung nicht nach Heiligenhaus geholt hätten, hätten wir mit 100-prozentiger Sicherheit eine weitere Flüchtlingsunterkunft eröffnen müssen.“
Denn die bestehenden Unterkünfte sind mit derzeit knapp 200 Asylbewerbern ausgelastet, der Höhepunkt der Flüchtlingswelle sei aber noch nicht erreicht.
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