Fehlstart fürs Einkaufszentrum – Droht ein weiterer Zeitverzug?

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Noch liegt die Fläche für das Einkaufszentrum auf dem Kiekert-Areal brach.
Wie steht es um die Entwicklung des geplanten Einkaufszentrums auf dem Kiekert-Areal? Nachdem in der Vergangenheit jeder kleine Schritt öffentlichkeitswirksam zelebriert wurde, legt die bisher fehlende Nachricht über den Abschluss des Kaufvertrages mit dem Investor den Schluss nahe, dass dieser entgegen dem im Fachausschuss vorgestellten Zeitplan noch nicht erfolgt ist. Der vom Bürgermeister für dieses Jahr angekündigte Baubeginn dürfte damit kaum noch zu realisieren sein.

Der Arbeitskreis Stadtplanung der SPD hat sich nochmals mit dem Vorhaben und den Anmerkungen aus der Einwohnerversammlung dazu beschäftigt. Dort hatte der Bürgermeister auf die Frage eines Bürgers nach dem Zeitplan mitgeteilt, der Investor sei dabei, Betreiber für die geplanten Läden zu akquirieren. Offensichtlich gelingt dies nicht so problemlos und zügig, wie gedacht. Über die Gründe kann derzeit nur spekuliert werden. Aus Sicht des Arbeitskreises Stadtplanung spielen dabei aber vermutlich u.a. folgende Punkte eine Rolle:

1. Die Lage. Wie auch von vielen Bürgern bereits kritisch angemerkt, wird die Westfalenstraße als Barriere zwischen Einkaufszentrum und Hauptstraße wahrgenommen. Ob eine komfortable Straßenquerung – ohne Ampelregelung, nur mit einer Mittelinsel unterstützt – möglich sein wird, kann angesichts des Fahrzeugaufkommens durchaus skeptisch beurteilt werden. Gleich nach dem Bekanntwerden der Umzugspläne der Firma Kiekert hatte die SPD-Fraktion beantragt, die Straßentrasse weiter nach Norden zu verschwenken. Dadurch hätte das Einkaufszentrum ohne hindernde Barriere näher an die Hauptstraße heran gerückt werden können. Dies wurde vom Bürgermeister und der ihn tragenden Ratsmehrheit abgelehnt. Ebenso mehrere Vorstöße der SPD-Fraktion, ersatzweise eine Fußgängerbrücke über die Westfalenstraße in die Planungen einzubeziehen. Schon hier wurden Chancen vertan.

2. Die Konzeption. Ladenlokale über zwei Geschosse reichen zu lassen, bedeutet für die Betreiber einen erhöhten Aufwand. Schon frühzeitig hatte die SPD-Fraktion die Frage gestellt, ob in Heiligenhaus Einzelhandelsflächen im 1. Obergeschoß überhaupt funktionieren. Diese Frage scheinen sich die Betreiber auch zu stellen. Hinzu kommt die ungewöhnliche Konzeption des Investors, eine nicht überdachte Ladenpassage anzubieten, die die Möglichkeiten der Ladenbetreiber zusätzlich einschränkt. In diesen Punkten wird der Investor aus Sicht der SPD noch nachbessern müssen.

3. Die Sortimente. Auf der Basis des Einzelhandelskonzeptes hat der Rat einvernehmlich zum Schutz der Geschäfte in der Hauptstraße im Bebauungsplan lediglich eingeschränkte Sortimente als zulässig festgesetzt. Vorhandenes soll ergänzt und eine Konkurrenz zu den Läden in der Hauptstraße ausgeschlossen werden. Ist zu befürchten, dass versucht werden wird, diese Einschränkungen zugunsten des Investors aufzuweichen?

In diesen und weiteren Punkten besteht offensichtlich noch erheblicher Klärungsbedarf. Aus Sicht des Arbeitskreises Stadtplanung mehren sich die Indizien dafür, dass der Vergabebeschluss des Rates ohne vorherige Klärung wichtiger Detailfragen übereilt getroffen wurde. Um dies nachzuholen, muss jetzt erst einmal wieder zurück gerudert werden. Ein klassischer Fehlstart. Der dadurch nicht auszuschließende Zeitverzug für die Innenstadtentwicklung muss vom Bürgermeister und der ihn tragenden Ratsmehrheit verantwortet werden.

Für die Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses im September erwartet die SPD-Fraktion Auskünfte der Verwaltung, warum die erkennbaren Verzögerungen im Zeitplan eingetreten sind.
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