Händler: "Wir werden Personal entlassen" - Hauptstraße wird während Umbau für Autos gesperrt

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Ab Juni ist die Hauptstraße autofrei.
Heiligenhaus: Hauptstraße |

Nach dem Stadtfest wird die Hauptstraße für neun Monate für den Autoverkehr gesperrt. Grund sind Umbaumaßnahmen.

Ab dem 3. Juni beginnt die heiße Phase zum Umbau der Hauptstraße mit einer neunmonatigen Vollsperrung für den Fahrzeugverkehr zwischen dem Rathausplatz und der Laubecker Straße, Fußgänger sind davon nicht betroffen.
Bevor die Hauptstraße ihr neues Gesicht als verkehrsberuhigte Zone erhält, werden die Stadtwerke die Gas- und Wasserleitungen mit den entsprechenden Hausanschlüssen erneuern. „Die Hauptwasserleitung aus Gusseisen stammt noch aus dem Jahr 1890“, so der Technische Beigeordnete Harald Flügge, der weiß, dass mit den Bauarbeiten eine schwere Zeit für den Handel anbrechen wird. „Wir haben die Sache im Marketing-Arbeitskreis vorgestellt. Es muss im Sinne des Einzelhandels sein, dass die Bauzeit möglichst kurz ist“, stellt Flügge fest. „Die Anlieferung auf der nördlichen Seite ist über den Basildonplatz gewährleistet, die Betriebe an der anderen Seite können zum Teil über den Südring beliefert werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass die Geschäfte, die so nicht erreicht werden, morgens und abends über die Hauptstraße angefahren werden können.“
Für die Kunden sind ausreichend Parkmöglichkeiten vorhanden, Harald Flügge verweist auf den Basildonplatz, der noch in diesem Monat fertiggestellt wird: „Damit stehen 85 Stellplätze zur Verfügung, mehr als entlang der Hauptstraße. „Außerdem kommen weitere Stellflächen auf dem Hitzbleck-Gelände dazu, auf dem Kiekert-Areal werden Langzeit-Parkplätze eingerichtet“, so der oberste Stadtplaner: „Die Stellplatzbilanz verschlechtert sich nicht.“
Das sehen die betroffenen Einzelhändler, vor allem die, die von der Laufkundschaft leben, ganz anders. „Die Leute halten bei mir kurz vor der Tür, um belegte Brötchen und Wurst zu holen“, beschreibt Metzgermeister Michael Kaltenpoth das Kundenverhalten. „Wenn das nicht mehr geht, fahren die woanders hin. Seit der Fertigstellung der Umgehungstraße habe ich bereits einen Umsatzrückgang von zehn Prozent, mit der Baustelle wird sich die Lage verschärfen. Mir bleibt dann nichts anderes übrig als Personal zu entlassen.“
Ähnlich sieht das seine Kollegin Julia Schmidt: „Wenn Sie nicht mit dem Auto erreichbar sind, kommt keiner“, weiß die Chefin von acht Fleischerfilialen durch einschlägige Erfahrungen in Essen. „Eine solche Maßnahme spielt die Kunden dem Einkaufszentrum am Rande der Stadt zu.“
Mit Umsatzverlusten und Personalverkleinerung rechnet auch Kristin Wenke von der Backbord-Filiale: „Wir haben das Glück, Personal in andere Filialen abgeben zu können.“
„Das wird nicht prickelnd“, prophezeit Heike Possienke, die an der Hauptstraße Blumen anbietet. „Aber ich gehe davon aus, dass wir weiter anliefern können. „Die Arbeiten müssen ja gemacht werden. Jahrelang wurde geschrien, dass sich was ändern muss, was nun passiert. Ein Vorgehen in Abschnitten würde bedeuten, dass die Innenstadt eine jahrelange Baustelle sein würde.“
Bernd Wacket, Inhaber des Rewe-Supermarktes, sieht die Notwendigkeit der Baumaßnahmen ein und er vertraut auf die Planungen. „Wichtig ist, dass die Geschäfte immer gut erreichbar sind. Wenn es so gemacht wird, wie es die Stadt plant, ist das in Ordnung.“
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