Heiligenhaus - die Einkaufsstadt

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Essener Mikus-Kunden werden nach Heiligenhaus umgeleitet
 
Leider viele Ladenleerstände in der Innenstadt

Läuft Heiligenhaus Essen den Rang ab?

Wer derzeit im Essener Stadtteil Heisingen vor der erst kürzlich geschlossenen Filiale der Drogeriekette Mikus steht und das angebrachte Hinweisschild betrachtet, staunt nicht schlecht: Die Kunden werden gebeten, die nächstgelegenen verbliebenen Filialen aufzusuchen, unter anderem die in Heiligenhaus.

Das sollte man als guten Anfang verstehen, die komplette Umkehrung der Käuferströme von Essen nach Heiligenhaus ins Visier zu nehmen. Wir haben ja schließlich demnächst ein tolles neues Einkaufszentrum zu bieten. Oder?

Oder wackelt der angekündigte Bau des Einkaufszentrums schon wieder?

In der Ratssitzung am 09. April 2014 hatte der Bürgermeister den Ratsmitgliedern einen Zeitplan ausgehändigt, wie es nach der soeben getroffenen Vergabeentscheidung weiter gehen solle. Danach war vom Investor bis zum Ende der 19. KW (11. Mai 2014) ein notarielles Kaufangebot für die Grundstücke vorzulegen. Dies liegt bis jetzt – die Frist ist abgelaufen – aber nicht vor.

Wir erinnern uns: Vor genau einem Jahr wurde schon einmal eine Vergabeentscheidung zugunsten des selben Investors getroffen. Auch damals hat er weder fristgerecht noch verspätet das geforderte Kaufangebot vorgelegt, sondern eingestehen müssen, dass er das von ihm selbst Angebotene nicht liefern kann.

War es das schon mit dem Einkaufszentrum? Nein, sicher nicht. Sicher wird auch diesmal vom Bürgermeister Fristverlängerung um Fristverlängerung gewährt werden, denn da es nur einen Anbieter im Vergabeverfahren gab, hat er keine Alternativen.

Schade eigentlich – und schon fast unverantwortlich, dass man sich in eine solche Abhängigkeit manövriert hat. Gerade bei diesem für die Funktionsfähigkeit des Einzelhandels in der Innenstadt so ungemein wichtigen Vorhaben wäre es notwendig gewesen, ein im Wettbewerb mehrerer Ideen bestes Angebot auswählen zu können. Zudem auf diesem städtebaulich bedeutsamen Standort, der eine herausragende Architektur erfordert.

Beides wird es nicht geben. Das musste auch der für die Bewertung der Angebote eingeschaltete Gutachter, Herr Prof. Wachten, der in Heiligenhaus schon mehrfach als Städtebauexperte eingeschaltet wurde, erkennen. Leider hatte er nur dieses eine Angebot zum Bau des Einkaufszentrums zu bewerten – und es konnte seinen kritischen Kriterien nicht standhalten. Er forderte in seiner Stellungnahme Nachbesserungen des Konzeptes, um diesem überhaupt das Etikett „städtebaulich akzeptabel“ verleihen zu können. Deutlicher geht es kaum.

Ist das eine ausreichende Qualität, um den Heiligenhauser Einzelhandel nach vorn zu bringen, um Käufer in die Innenstadt zu locken? Viele Fragen bleiben derzeit offen. Gestern Abend auf der Podiumsdiskussion der IHB konnte der Bürgermeister auf Nachfrage auch noch nicht sagen, ob der Investor nun mit der Konzeption eines großen Kauflandmarktes mit über 3.000 m² Verkaufsfläche antreten wird oder eher mit einer Konzeption, die sowohl einen – dann etwas kleineren – SB-Markt als auch zusätzlich einen Discounter vorsieht.

Auf Antworten werden die Bürgerinnen und Bürger wohl noch etwas warten müssen, denn die Tatsache, dass der Investor direkt die erste Frist des weiteren Verfahrens nach dem Vergabebeschluss schon wieder gerissen hat, lässt eine neue Hängepartie erwarten, wie wir sie schon aus dem Vorjahr kennen. Ob und wann das Einkaufzentrum nun gebaut werden wird, ist nach wie vor ungeklärt.
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