Liebhaber für „altes Schätzchen“ gesucht

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Die SPD Heiligenhaus besichtigte kürzlich das Haus „Grüner Jäger“. (Foto: Ulrich Bangert)
„Als die Stadt den ,Grünen Jäger‘ erworben hatte, war nicht angedacht, dass der mal so aussieht“, stellt Ingmar Janssen entsetzt fest. Der SPD-Vorsitzende besichtigte zusammen mit anderen Mitgliedern seiner Ratsfraktion das Gebäude der ehemaligen Gaststätte an der Ratinger Straße, das vor fünf Jahren von der Stadt angekauft wurde.
Nachdem Matthias Bernhardt vom städtischen Immobilienservice das schwergängige Schloss geöffnet hatte, bot sich den Ratsmitgliedern und dem Technischen Beigeordneten Harald Flügge ein unschöner Anblick: Zerstörte Möbel und Fliesen, zerschlagene Scheiben, aufgebrochene Nachtspeicheröfen. „Hier waren Kupferdiebe am Werke“, so die Feststellung von Matthias Bernhardt, der versichert, dass regelmäßig nach dem Rechten geschaut wird.
Das Fachwerkhaus wurde 1721 errichtet, es steht seit 1982 mitsamt den später errichteten An- und Umbauten unter Denkmalschutz. „Das würde man heute so nicht mehr machen und differenzierter vorgehen“, stellt der Technische Beigeordnete fest.
Während in den ursprünglichen Plänen zum Bau der A44 das historische Gebäude weichen sollte, bleibt es nun erhalten. „Es gibt Überlegungen, hier eine Art Raststätte mit Lkw-Parkplätzen direkt neben der Autobahn zu schaffen“, so SPD-Fraktionsvorsitzender Peter Kramer. „Das ist eine prominente Ecke“, streicht Harald Flügge die Lage heraus und verweist darauf, dass der „Grüne Jäger“ so eine Art Eingangstor zu dem geplanten gleichnamigen Gewerbegebiet wird. Das Anwesen mit dem 2.000 Quadratmeter großen Grundstück wurde von der Stadt zur „Flächensicherung“ erworben.
„Das Haus muss man entkernen, das kommt dem Neubaupreis gleich“, so die erste Einschätzung von Peter Kramer, der weiß, dass sich ein solcher Aufwand unter wirtschaftlichen Aspekten nicht lohnt, „es sei denn, es findet sich ein Liebhaber für das alte Schätzchen.“
Unterdessen hat Ingmar Janssen einen Blick in den Speicher der Heiligenhauser Immobilie geworfen und neben allerlei Unrat auch Löcher in Dach und Wand festgestellt und fordert nun Maßnahmen, um den weiteren Verfall zu stoppen.
Nach der Besichtigung kommt Peter Kramer schließlich ins Grübeln: „Wenn das Flächensicherung ist, dann frage ich mich, was mit der Villa am anderen Rand des benachbarten Wäldchen passiert, die auch zum Verkauf steht.“
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