Spatenstich am Multifunktionalen Stadtteil- und Förderzentrum Oberilp

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Niklas Hoepner, Projektverantwortlicher vom Landschaftsarchitekturbüro Drecker, erläutert die Pläne für das Außengelände der Kindertagesstätte "Unterm Himmelszelt".
Heiligenhaus: Familienzentrum | Multifunktionales Stadtteil- und Förderzentrum Oberilp - das klingt nicht nur sehr vielversprechend, in diesem Zentrum soll es zukünftig vielfältige Beratungs- und Betreuungsangebote unter einem Dach geben. Möglich ist das vor allem wegen einer Fördersumme der Bundesregierung in Höhe von 2,9 Millionen Euro, die die Stadt Heiligenhaus verwenden kann, um an der Hunsrückstraße 27 im Stadtteil Oberilp aus dem Gebäudekomplex, der im Jahr 1972 errichtet wurde, ein modernes Zentrum zu schaffen.
Rund 3,2 Millionen Euro sollen insgesamt in die Umgestaltung des "vorbildlichen Schulbaus" fließen, informiert Michael Beck, Bürgermeister. Dass Heiligenhaus zu den wenigen Städten in der gesamten Bundesrepublik gehört, die gefördert werden, verdanke man den Bundestagsabgeordneten Peter Beyer und Kerstin Griese sowie den Mitarbeitern der Verwaltung und allen weiteren Experten, die an der Planung beteiligt waren. "Wir als Stadt müssen ,nur noch' einen Eigenanteil von zehn Prozent leisten", sagt Beck.
Einst war hier eine Grundschule untergebracht, seit einigen Jahren sind die Räume leer und ungenutzt. Doch schon in einem Jahr soll das anders sein, dann möchte der Bürgermeister ein rotes Band durchschneiden und Eröffnung feiern. Diese Woche gab er gemeinsam mit Siegfried Peterburs, Technischer Dezernent, und Thomas Langmesser, Leiter des Fachbereichs Jugend, sowie mit Unterstützung kleiner Bauhelfer aus der Kindertagesstätte "Unterm Himmelszelt" mit einem offiziellen Spatenstich allerdings zunächst den Startschuss für die Sanierungsmaßnahmen.

Per Rutsche in den Innenhof

Viel wird sich hier verändern, damit die einzelnen Gebäudeteile und Etagen mit unterschiedlicher Nutzung auch jeweils barrierefrei zugänglich sind. "Das war auch die größte Herausforderung bei der Planung", so Architektin Ute Piroeth vom gleichnamigen Architekturbüro, die mit dem Ergebnis der Planungen nicht nur zufrieden ist, sondern sogar richtig begeistert. "Wir haben uns gestalterisch einiges einfallen lassen, damit das Multifunktionale Stadtteil- und Förderzentrum gut erreichbar ist und dennoch jeder seinen eigenen Zugang erhält", informiert sie. So wird es unter anderem eine Brücke geben, die vom Europaplatz aus zum Gebäude führt und dort in das erste Obergeschoss mündet. Das sei wegen des topografischen Gefälles so möglich. "Im hinteren Bereich, sozusagen im Innenhof, werden wir außerdem eine Art Himmelsleiter errichten", macht die Architektin neugierig. Dabei handelt es sich um eine einläufige Treppe, die in ihrer Gestaltung und Form an ein Dromedar erinnert. Und weil in dem neuen Zentrum unter anderem die viergrüppige Kita ,Unterm Himmelszelt' untergebracht werden soll, soll auch eine Rutsche den Weg nach unten ermöglichen.
Weiterhin wird es einen Anbau mit einem Multifunktionssaal geben, die bodentiefen Fenster der Kita werden sich farblich abheben und der Klinker der Außenfassade wird hell und freundlich sein, so Ute Piroeth. Insgesamt 1.500 Quadratmeter gilt es zu sanieren und für die zukünftige Nutzung herzurichten.

Grünes Außengelände für die Kita

Das Außengelände wird selbstverständlich ebenfalls umfangreich umgestaltet. Hierfür zeichnet sich das Landschaftsarchitekturbüro Drecker verantwortlich. "Wir werden ein schönes, grünes Außengelände schaffen, in dem die Kinder viele Geräte und Freiflächen zum Spielen finden", so Niklas Hoepner, Projektverantwortlicher bei Drecker. Auf einer Fläche von 1.200 Quadratmetern werden Bäume gepflanzt, die Betonschlange wird erhalten, es werden Spielbereiche geschaffen und vieles mehr. "Natürlich wird ein Teil auch neu asphaltiert", so der Experte.

Hintergrund:
-Im Februar 2016 gab Bundesbauministerin Barbara Hendricks die Ergebnisse des Zukunftsinvestitionsprogramms der Bundesregierung bekannt. Mit dem Programm werden unter anderem die Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur gefördert.
-Heiligenhaus erhält aus dem Programm die erhebliche Fördersumme von 2,9 Millionen Euro, um die ehemalige Grundschule Oberilp in ein buntes Stadtteilzentrum umzubauen. Bundesweit gab es rund 1.000 Anträge für das Programm, von denen nur 56 Anträge bewilligt wurden, darunter zehn Projekte in Nordrhein-Westfalen.
-Die Förderquote beträgt grundsätzlich 45 Prozent; bei Kommunen in Haushaltsnotlage (wie es bei Heiligenhaus der Fall war) trägt die Quote jedoch sogar 90 Prozent. Demgemäß erhält Heiligenhaus bei einem geplanten Projektvolumen von 3,2 Millionen Euro und einem zehnprozentigen Eigenanteil eine Fördersumme von 2,9 Millionen Euro.
-Der Förderantrag war unter großem Zeitdruck durch die Stadt Heiligenhaus erarbeitet worden. Er sieht neben einer energetischen Sanierung mit Um- und Ausbau erhebliche Impulse für die Mitte des Stadtteils Oberilp vor. In der früheren Grundschule sollen verschiedene Organisationen und Institutionen eine neue und gemeinsame Bleibe finden, darunter das Familienzentrum „Unterm Himmelzelt“ der Evangelischen Kirche, die Nebenstelle des Kreisgesundheitsamtes, die Erziehungsberatungsstelle der Bergischen Diakonie Aprath, die Büros der Stadtteilsozialarbeit sowie multifunktionale Räume für Begegnung und Versammlung im Stadtteil.
-Für die durch die Umzüge frei werdenden Flächen am Europaplatz gibt es bereits Konzepte, die das Areal rund um den Platz deutlich aufwerten werden. Unter anderem ist hier ein generationengerechter Mietwohnungsbau geplant.
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