Turbulenter Auftakt einer Mammut-Saison für Mies

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Christopher Mies hat 2016 bereits drei Langstrecken-Einsätze in dem noch jungen Jahr absolviert. Aber das war erst der Anfang: Der 26-Jährige bestreitet in dieser Saison nicht weniger als drei Rennserien und zwei 24-Stunden-Klassiker.

Dubai, Sepang, Bathurst Dieses Mammut-Programm begann jetzt mit der australischen GT-Meisterschaft. 6. März dreieinhalb Monate nachdem Christopher Mies den Meisterpokal in der australischen GT-Meisterschaft entgegengenommen hat, startete der Rennprofi aus Heiligenhaus zusammen mit seinem bewährten Team JAMEC PEM Racing an diesem Wochenende in die neue Saison. Und das mit einem Paukenschlag: Im Zeittraining für das drei Rennen umfassende Auftakt-Wochenende in Adelaide stellte Mies einen neuen Qualifying-Rundenrekord auf. 1.20,2039 Minuten benötigte Mies in seinem Audi R8 LMS für den 3,219 Kilometer langen Stadtkurs und war damit vier Zehntel schneller als sein nächster Verfolger.

Im dritten Kräftemessen des Wochenendes markierte der aktuelle Champion mit 1.20,3217 Minuten auch noch einen neuen Rennrundenrekord auf. Dazwischen gab es einige Höhen und Tiefen. „Der Speed war auf jeden Fall da an diesem Wochenende, wie die Zeiten zeigen, doch leider haben wir daraus zu wenig gemacht“, bilanzierte Mies, der sich seinen Audi mit dem australischen Lokalmatadoren Geoff Emery teilt. Im ersten Rennen büßte Startfahrer Emery mit kalten Reifen einige Positionen ein. Das Safety-Car und die reglementbedingt lange Boxenstopp-Standzeit der hochwertig eingestuften Fahrerpaarung ließen schließlich nicht mehr zu als Platz zehn. Mit einer starken Aufholjagd eroberte Mies im zweiten Rennen die zwischenzeitliche Führung. Da es im Kampf um die Spitze aber zu einer Berührung und einem Dreher des Gegners kam, wurden Mies/Emery nachträglich mit einer Zeitstrafe belegt, die sie auf Platz 18 zurückwarf. „Die Strafe kann man hinnehmen, da ich ihn berührt habe. Allerdings hat er mir auch die Tür zugeschlagen und nach innen konnte ich nicht ausweichen, da dort die Streckenbegrenzung war“, so Mies. Durch die Rückversetzung waren auch die Würfel für den dritten Durchgang gefallen, denn Rennen zwei und drei werden in der GT Meisterschaft analog zum Ergebnis des vorangegangenen Rennens gestartet. Mehr als Platz 15 war so nicht mehr drin – trotz neuen Rundenrekords. „Wir haben ein tolles Paket. Das Team hat den Audi perfekt vorbereitet. Das Auto ist sehr stark auf der Bremse und schnell sowohl in langsamen als auch schnellen Kurven. Damit können wir auch unsere reglementbedingt langen Boxenstopps ausgleichen. Das hat man besonders im zweiten Rennen gesehen. Das Safety-Car und natürlich die Strafversetzung haben uns diesmal um den Lohn unserer Arbeit gebracht“, so Mies. Unabhängig vom Abschneiden beim Auftakt hatte er sich eine Titelverteidigung in Australien nicht zum Ziel gesetzt gehabt. „Das wäre unrealistisch, da ich einige Läufe wegen Überschneidungen in meinem Rennkalender auslassen muss. Mein Ziel ist es daher, so oft es geht auf dem Podium zu jubeln – bevorzugt natürlich auf dem obersten Treppchen.“

Neben der Australischen GT-Meisterschaft bestreitet Mies 2016 erneut den Blancpain GT Sprint Cup und das ADAC GT Masters. Die Europatournee des Blancpain GT Sprint Cup wird Mies zwischen Anfang April und Anfang Oktober nach Misano (I), Brands Hatch (GB), auf den Nürburgring (D) sowie nach Budapest (H) und Barcelona (E) führen. Dort wird sich Mies einen Audi R8 LMS vom Belgian Audi Club Team WRT mit Enzo Ide teilen. „Im Vorjahr konnte ich mit einigen guten Ergebnissen, unter anderem Platz 2 im Saisonfinale, dazu beitragen, dass WRT den Teamtitel gewonnen hat. An diese Leistungen will ich mit meinem Partner in dieser Saison anknüpfen.“ Im ADAC GT Masters hat Mies sich noch höhere Ziele gesteckt. „Hier möchte ich ganz klar um den Titel kämpfen“, lautet die Kampfansage des Heiligenhausers. Bei den sieben Veranstaltungen mit insgesamt 14 Rennen teilt sich Mies die Cockpitarbeit mit dem schnellen US-Amerikaner Connor De Phillippi. Sie pilotieren einen Audi R8 LMS von Land Motorsport. Gegenüber dem ebenfalls mit Renneinsätzen vollgepackten Vorjahr hat Mies einen vielleicht entscheidenden Vorteil ausgemacht: „Alle drei Serien nutzen in diesem Jahr Einheitsreifen von Pirelli. Da ich auf vielen Strecken mit immer neuen Set-ups unterwegs bin, kann ich bei der Abstimmungsarbeit wichtige Erfahrungswerte einbringen.“

Viel vorgenommen hat sich Mies auch für die beiden 24-Stunden Klassiker auf dem Nürburgring und in Spa. „Auf der Nordschleife will ich meinen Titel verteidigen und in Spa zwei Stufen auf dem Podium hinaufklettern“, so Mies. Beim deutschen Langstreckenrennen tritt er zusammen mit Pierre Kaffer und seinen letztjährigen Mitgewinnern Nico Müller und Laurens Vanthoor im Audi R8 LMS von WRT an. In Spa wird Mies einen Phoenix-Audi pilotieren. Dort sind die beiden früheren Spa-Sieger Frank Stippler und Markus Winkelhock seine Mitstreiter. Seinen nächsten Renneinsatz bestreitet Mies am übernächsten Wochenende beim nächsten Dreierpack der australischen GTMeisterschaft, der im Rahmenprogramm des Formel-1-Saisonauftaktes in Melbourne ausgetragen wird. „Ich bleibe gleich in Australien und werde hier ein Fitnessprogramm absolvieren“, sagt Mies, der ein Apartment in Australien gemietet und dort unter anderem ein Rennrad stationiert hat.
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