50er Jahre Ausstellung: "Wenn die Conny mit dem Peter"

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Schnulzige Filme, bei denen die Darsteller plötzlich zu singen anfangen; Männer als Helden; Frauen, die eben diese anhimmeln, dabei noch hübsch aussehen und bei jeder auch nur kleinsten drohenden Gefahr in Ohnmacht fallen, um dann wieder von den „Helden“ gerettet zu werden - in den 50er Jahren flimmerte so manches über die Kinoleinwände, bei dem heute wahrscheinlich die meisten die schmunzelnd zuschauen würden.

iserlohn. Dass die Filme von damals eher weniger Tiefe besaßen und das Bild der Frau ein völlig anderes war, hatte für die Nachkriegszeit nachvollziehbare Gründe. Die Menschen wollten kein Drama, keinen Horror, keinen Tod sehen - das alles hatten sie wenige Jahre zuvor erleben und erleiden müssen. Für Frauen war es wichtig, einen Mann „abzubekommen“, der das Geld verdient, während sie sich um den Haushalt kümmerte. Idylle und geordnete Familienstrukturen standen an erster Stelle. Mit dieser Thematik, die Kulturgeschichte in der 50er Jahren bis in die Anfänge der 60er, haben sich Dr. Torsten Reters und Wolfgang Hoffmann auseinandergesetzt und ihre gesammelten Werke jetzt im Iserlohner Stadtmuseum mit dem Titel „Wenn die Conny mit dem Peter“ ausgestellt.

Familiäre Strukturen à la "Sissi"

Reters: „Nach der harten Zeit sehnte man sich in der Ära Adenauer wieder nach geordneten familiären Strukturen à la ‚Sissi‘. Nach Kästner avancierten die 50er Jahre derart zum ‚motorisierten Biedermeier‘. Denn 90 Prozent der zwischen 1930 und 1945 Geborenen heirateten, fast 90 Prozent der Frauen bekamen Kinder. Die Statistik verzeichnete 2,51 Kinder pro Frau. Außereheliche Schwangerschaften nahmen ab, weil immer früher geheiratet wurde. Häufig war eine Schwangerschaft der Anlass zur ‚Frühehe‘. “
In der Ausstellung findet man auch einen Beitrag über das Iserlohner Ehepaar Wilhelm Wessel (1904-1971) und Irmgard Wessel-Zumloh (1907-1980).
Dem Familienidyll gegen-über standen die sogenannten „Halbstarken“ und Pin-Ups und Sexbomben wie Marilyn Monroe. „Hiermit fand die Erotik ihren Weg zurück in den Alltag“, erklärt Reters.
Präsentiert werden im Museum außerdem Magazine, Bilder und Beiträge zum Rock‘n‘Roll sowie typische Möbelstücke aus dieser Zeit.
Wer neugierig geworden ist, der kann die Ausstellung bis zum 4. August besuchen.
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