Kritische Zwischentöne zum 40. Geburtstag der Musikschule Hemer

Anzeige

Zum Auftakt entführten die Kinder der städtischen Kindertageseinrichtung "Die Räuberbande" die rund 200 Gäste im Alten Casino mit ihrem Tanz auf den Bauernhof. "Dieser Auftritt war mit ganz wichtig um allen zu zeigen, dass die musikalische Früherziehung und unsere Kooperation mit anderen städtischen Einrichtungen bereits bei den Jüngsten anfängt", freute sich "Musikschuldirektor" Martin Niedzwiecki über den gelungenen Auftritt.

Zum 40. Geburtstag der Hemeraner Musikschule konnte das Leiter-Urgestein, der von Beginn an im Jahr 1976 mit im Boot ist, viel Prominenz begrüßen, darunter auch seinen ersten Chef, den Stadtdirektor a. D. Dieter Voss, Leiter aus benachbarten Musikschulen, Landtagsabgeordnete Inge Blask sowie Bürgermeister Michael Heilmann. Der verwies in seinem Grußwort auch nochmals auf die Bedeutung der Musikschule für das kulturelle Leben in der Felsenmeerstadt. "Sie bereichern das Leben in unserer Stadt auf vielfältigste Art und Weise." Der Erfolg der Musikschule sei aber auch gleichzeitig eine zukünftige Verpflichtung für alle Beteiligten, "wobei eine ständige Anpassung an die gesellschaftlichen Veränderungen unumgänglich ist."
In den folgenden Wortbeiträgen waren dann aber vor dem Hintergrund finanzieller Engpässe und Sparmaßnahmen vieler Kommunen mehr oder weniger deutlich kritische Töne zu vernehmen. Ulrich Papencordt, Regionalsprecher des Landesverbandes der Musikschulen NRW, warnte: "Wenn es nicht gelingt, Musikschullehrer auch zukünftig mit festen Verträgen auszustatten, wird es dieses Berufsbild bald nicht mehr geben." In das gleiche Horn stieß der Vorsitzende des Fördervereins Dr. Ulrich Fricke: "Im Personalbereich der Musikschule sparen zu wollen, bedeutet einen Qualitätsverlust der musikpädagogischen Arbeit, was letztendlich zum Niedergang der Einrichtung führen würde." Viel Applaus von den Gästen erhielt auch Volker Gerland, Mitglied im VdM-Bundesvorstand für seine Ausführungen. "Der Mensch braucht Musik wie Essen, Schlafen oder Atmen. Menschen machen Musik, aber die Musik macht auch die Menschen. Deshalb ist es keine Option, keine Musik mehr zu machen."
Abschließend dann noch Martin Niedzwieckis Appell an alle Anwesenden und darüber hinaus: "Wir müssen die Flamme der musikalischen Erziehung vor dem Verlöschen bewahren, dann sehen wir uns in zehn Jahren hier zur nächsten Geburtstagsfeier wieder."
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.