26-jähriger Hemeraner zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt

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(Text von Patricia Prange)

Ein Mann aus Hemer (26) hatte mehrere Tausend Euro Schulden bei einem Bekannten aufgenommen und Schuldscheine unterschrieben. Allerdings dachte der Hemeraner mit Verbindungen zum Rotlichtmilieu gar nicht daran, seine Schulden zu begleichen. Mit einem perfiden Raubüberfall im Oktober letzten Jahres wollte er an die Schuldscheine kommen.

Das Landgericht in Hagen verurteilte den Hemeraner am Montag zu drei Jahren und sechs Monaten Gefängnis wegen schweren Raubes.
Sofort zu Beginn des Prozesses am Landgericht Hagen hatte der Angeklagte die Tat eingeräumt. Die Idee zu dem Überfall in der Straße In der Läger soll aber von seinem Exfreund gekommen sein, einem bekennenden Transvestiten.
Das Gericht hielt die Schilderungen des Angeklagten für plausibel und glaubhaft. Sein Exfreund (28) hatte demnach Schuldscheine beim Opfer, einem gemeinsamen älteren Bekannten. Der Angeklagte erklärte vor Gericht, dass sein Exfreund, die Schuldscheine im Wert von rund 26.000 Euro nicht zurückzahlen konnte und wollte. Stattdessen habe der 28-jährige den Vorschlag gemacht, dass der Angeklagte ebenfalls Geld bei dem gut situierten Freund aufnehmen sollte, was der auch tat.

Auf Opfer eingeprügelt

Insgesamt ging es nun um rund 39.000 Euro.
Der Zahlungstermin rückte näher. Der Bekannte wollte sein Geld zurück. Da sei sein Freund in Frauenkleidern auf die Idee gekommen, sich die Schuldscheine zu beschaffen, indem er einen Raubüberfall auf dem einsam gelegenen Wanderparkplatz ausbaldowerte. Dort prügelte dann ein unbekannter Mittäter auf das wehrlose Opfer mit einem Holzknüppel ein. Ergebnis: schwere Platzwunden und ein ausgeschlagener Schneidezahn. Danach flohen die Räuber mit zwei Schuldscheinen und etwas Bargeld im Auto des Opfers.
Das Gericht hatte keinen Zweifel daran, dass es sich so abgespielt hat. Zwar honorierte es die Aufklärungsarbeit, die der 26-jährige Hemeraner geleistet hat und auch das frühe, umfassende Geständnis. Aber seine Vorstrafen – unter anderem wegen Menschenhandels und sexueller Ausbeutung – wogen schwer. Die Richterin gab dem Hemeraner noch eine Warnung mit auf den Weg: „Wenn Sie sich weiter in diesen Milieus bewegen, sitzen Sie bald auch lebenslang. Ich rate Ihnen: Wählen Sie den guten Weg. Das ist auf Dauer besser.“
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