Landgericht Hagen: Noch kein Urteil im Missbrauchsprozess

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(Foto: Sylvia Mönnig)
(Text von Patricia Prange)

Der Missbrauchsprozess gegen einen Hemeraner wird sich noch lange hinziehen: Am Freitag hat die 1. Große Jugendkammer des Hagener Landgerichts überraschend verkündet, dass sie noch weitere Zeugen hören will, bevor sie das Urteil fällt.

Der Verhandlungstag am Freitag begann mit leichter Verspätung. Nicht ohne Grund, denn der vorsitzende Richter Marcus Teich teilte mit: „Wir haben uns beraten und sind zu dem Schluss gelangt, dass wir noch mindestens zwei weitere Zeuginnen benötigen.“ Es handelt sich um eine Mitarbeiterin des Jugendamtes, die die 14-jährige Geschädigte in ihrem Heimatort im Allgäu betreut. Und auch eine Mitarbeiterin der Jugendschutzstelle in Iserlohn möchten die Richter noch hören. Denn die Frau hatte sich unmittelbar nach der Tat am 1. März um das Mädchen gekümmert.
Der 41-jährige Angeklagte hatte die 14-jährige Allgäuerin im Internet kennengelernt und rasch den Kontakt zu dem Mädchen intensiviert. Am 28. Februar soll er sie zu sich nach Hemer gelockt und in seiner Wohnung missbraucht haben.

Mädchen über das Internet kennengelernt

Aber das war nicht das erste Mal, dass sich der Mann mit einem Mädchen einließ. Erst im April des vergangenen Jahres hatte ihn das Hagener Landgericht wegen schweren sexuellen Missbrauchs einer 13-jährigen zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Am Freitag verlas Richter Teich Auszüge aus dem Urteil. Demnach hat das Verhältnis mit der 13-jährigen aus Frankfurt ganz genau so begonnen wie mit der 14-jährigen. Er habe das Mädchen über das Internet kennengelernt und dann am 18. November 2011 zu sich geholt. In seiner Hemeraner Wohnung kam es dann zu sexuellen Handlungen. Die 13-jährige hatte ihren Eltern sogar vorgeflunkert, sie wolle das Wochenende bei einer Freundin verbringen. Und laut Urteilsschrift hat der Angeklagte kräftig mitgeschwindelt und sich im Telefongespräch mit der besorgten Mutter als Familienmitglied der Freundin ausgegeben.
Aber die Eltern ließen nicht locker, bohrten am Telefon nach und erfuhren den wahren Aufenthaltsort ihrer Tochter . Der Vater holte das Mädchen ab und beim Angeklagten klickten am nächsten Tag die Handschellen.
Der Prozess wird am 15. November fortgesetzt.
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