Südafrikanische Township-Erfahrungen einer Iserlohner Studentin - Teil 3

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Trotz aller Armut strahlen die südafrikanischen Kinder eine enorme Lebensfreude aus. (Foto: privat)
 
Sich selbst in einem Spiegel zu sehen, ist für die Kinder völlig ungewöhnlich. (Foto: privat)
(Text von Carina Neumann)

Die 23-jährige Iserlohnerin Carina Neumann studiert Kindheitspädagogik und Psychologie an der Universität Bielefeld. Ihre Semesterferien verbringt sie zurzeit in Südafrika - nicht jedoch als Touristin, sondern, um als „Volunteer“ freiwilligen sozialen Dienst in einem Township nahe Kapstadt zu leisten. Im Stadtspiegel berichtet Carina Neumann im dritten und letzten Teil über diese ganz besondere Erfahrung.

„In der Schule befinden sich sanitäre Anlagen. Das ist etwas Besonderes. Es gibt ein Badezimmer mit einer Toilette für Mädchen und Jungen und eine für die Teacher mit Waschbecken, ein Stück Seife, jedoch keine Spiegel. Der Mittagschlaf findet auf den auf dem Boden liegenden Matratzen im Klassenzimmer statt. Auf diesen Matratzen werden auch die Windeln gewechselt.
Mit meiner Organisatorin hier in Südafrika habe ich besprochen, dass wir demnächst einen Wickeltisch installieren wollen. Diesen versuchen wir gerade in einem Secondhand Shop zu finden. Die größeren Kinder aus meiner Gruppe gehen „auf`s Töpfchen“. Toilettenpapier wird hier jedoch nur sehr selten verwendet. Feuchttücher für die Kleinsten habe ich bereits an meinen ersten Tagen hier zur Verfügung gestellt, da Babypflege zu teuer für viele Eltern ist und die Kleinen häufig auch nicht ausreichend Windeln für den ganzen Tag dabei haben. Trotz aller, für uns zunächst gewöhnungsbedürftigen Umstände, scheinen die Kinder glücklich, zumindest strahlen sie eine enorme Lebensfreude aus. Das Leuchten in ihren dunklen Augen ist unbeschreiblich. Jedoch merkt man, dass sie oft gelangweilt sind, da sie wenige Anregungen bekommen und sich fast ausschließlich selbst beschäftigen müssen. Sie sind deshalb oft auch bei uns Volunteer- Teachern und suchen viel Körperkontakt. Oft reicht ein Fingerspiel, eine liebevolle Umarmung oder bloß ein anerkennender Blick aus, um ihnen Aufmerksamkeit zu schenken. Alle geben einem unbeschreiblich viel zurück. Jedes Kind auf seine Weise. Das ist toll und macht Spaß und lässt die schwierige Situation der Townships für einen Moment vergessen machen. Die ausgebildete Lehrerin und Leiterin der Pre School Pumi liebt die Kinder über alles, singt und spielt mit allen zusammen draußen. Man merkt, dass sie viel Freude hat, wenn sie mit den Kids zusammen ist. Bis auf sie hat kein anderer Teacher bisher eine abgeschlossene Ausbildung. Die Teacher besuchen jeweils an einem Tag in der Woche Seminare. In der Zeit vertreten immer unterschiedliche Frauen die angehenden Lehrerinnen. Sie kennen die Kinder und den Tagesablauf meist nicht. Generell gibt es wenig Regeln und die Kinder toben häufig einfach draußen. Wir Volontäre stehen untereinander in engem Kontakt und Austausch, unterstützen alle Teacher in ihrer Arbeit und bringen uns ein. Zum Beispiel haben wir den Tagesplan der Schule verbildlicht, damit es etwas mehr Struktur für die Kinder gibt. Dies ist vor allem dann sehr hilfreich, wenn die Teacher in der Ausbildung sind oder bald neue Volontäre kommen. Außerdem unternehmen wir viel mit den Kindern und fördern sie in den unterschiedlichsten Bereichen ihrer Entwicklung und Ausbildung ihrer Fähigkeiten.

Seifenblasen, Luftballons und Kekse

Obwohl wir ehrenamtlich tätig sind, bringen wir hierzu vom eigenen Geld Bälle, Puzzle und häufig Seifenblasen, Luftballons oder auch einfach mal Kekse oder Tee mit. Heute haben wir einen Obstsalat für die ganze Schule gemacht. Mit meiner mitgebrachten Fingerfarbe haben die Kinder zum ersten Mal gemalt. Manche wussten zuerst nicht was sie damit anfangen sollen und waren vorsichtig. Für sie war es ungewohnt die Farbe an ihren Händen zu spüren und diese auf das Papier zu bringen. Am Ende hatten alle einen Riesenspaß und Pumla und ich mussten die Kinder danach waschen, weil die Farbe einfach überall war.“
Die ev. Kirchengemeinde Letmathe, in der ich meine Ausbildung zur Jugendleiterin gemacht habe und über fünf Jahre ehrenamtlich als solche für verschiedene Kinder- und Jugendangebote tätig war, stellt ihr Konto der Sparkasse Iserlohnfür Spenden zur Verfügung.
Die Bankdaten lauten:
IBAN: DE25 4455 0045 0018 0688 82 (BIC: WELADED 1ISL)
Unter dem Überweisungsstichwort: ¨Help Pre Schools in Z.A.¨“kommen alle Spenden zu 100 Prozent an.
Falls Ihnen eine Anschaffung besonders am Herzen liegt vermerken Sie dies bitte. Auf Wunsch können Spendenbescheinigungen ausgestellt werden.
Für diese schnelle und sehr hilfreiche Kooperation möchte ich mich ganz herzlich bedanken.
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