Grandiose Landschaft und die Stille

Thomas Heckert mit der Ausrüstung zum Ski-Trekking. (Foto: Foto: privat)
Die „grandiose Landschaft“ und das „Alleinsein und nur um sich kümmern“ sind jene beiden Merkmale, die Thomas Heckert bislang 14-mal zu einer Trekking-Tour animiert haben. Der Betriebsleiter des Letmather Marienhospitals ist erst knapp drei Wochen wieder zurück von seiner letzten Tour, die ihn wieder in den schwedischen Norden nach Lappland an der norwegischen Grenze geführt hat. „Der Akku ist jetzt erst einmal wieder für fünf Monate aufgeladen“, strahlt er während des STADTSPIEGEL-Gesprächs. Er hat im verschneiten Norden seinen Jahresurlaub genossen. „Obwohl es in diesem Jahr mit minus drei bis minus fünf Grad schon recht warm war. Die beste Betriebstemperatur für das Ski-Trekking sind tagsüber um die minus 15 Grad“, stellt Hecker fest und ergänzt: „Auch die Stürme sind sehr intensiv gewesen. Mehr als in den anderen Jahren. Wir mussten drei Tage im Zelt bleiben, weil wir nicht nach draußen konnten.“
Die Männer-Tour ist auf vier Wochen ausgelegt. Mit dem Auto wird an- und abgereist. „Draußen in der Natur sind wir letztlich 21 Tage.“ Die Route durch die verschneite Landschaft wird vorher festgelegt. Thomas Hecker: „Früher reichten Karte und Kompass aus. Jetzt bedienen wir uns auch eines GPS, das uns den Weg weist.“
Während der Zeit auf Skiern wird sich selber versorgt. „Das gesamte Gepäck ziehen wir auf Schlitten hinter uns her. Am Start sind dies rund 55 Kilogramm. Eingekauft haben wir viele Snacks und Nudeln. Da wir auch Benzin dabei haben, bereiten wir uns das Essen frisch zu.“
Thomas Hecker gerät förmlich ins Schwärmen, wenn er von tief verschneiten Landschaften, kalten Tagen und den seltenen Begegnungen mit den Tieren (Elch, Rotfuchs, Schneehühner und ganz selten der Vielfraß) berichtet. Zwischen fünf und 40 Kilometer betragen die Tagesrouten. „Das“, erklärt Hecker, „hängt natürlich vom Wetter ab. Bei Tiefschnee schaffen wir wenige Kilometer, ebenso, wenn der Wind fegt.“ Eingeplant sind auch Reservetage zum Ausruhen. „Das muss sein.“ Spätestens um 21 Uhr ist abends das Licht aus. „Die frische Luft, die tolle Landschaft und die Anstrengungen lassen uns schnell einschlafen.“ Was aber macht er, wenn er gezwungen ist, im Zelt zu bleiben? „Ich habe diesmal das Buch von Christian Schlingensief („So schön wie hier kann es im Himmel gar nicht sein“) gelesen. Ein Buch, das ich zuhause nicht lesen würde.“
Wagen wir den Blick nach vorne. Ist die 15. Ski-Trekking-Tour nach Lappland schon in Planung? Thomas Hecker zögert. „Abwarten. Die heftigen Stürme haben mich und meine Mit-Trekker erstmals nachdenklich gestimmt.“
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