Kommentar: "Alleen des Grauens"

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Wie heißt es in einem bekannten Volkslied? "Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus". Na, wenn es denn mal nur so wäre. Wenn man aktuell durch die Hemeraner Innenstadt (und die anderer Städte) schlendert, bemerkt man immer mehr statt saftigem Grün an frischen Blättern nur noch verstümmelte Baumgerippe der traurigen Gestalt, die eher Totempfählen ähneln als gesunden Lebewesen. Wenn die Bäume das Kappen aller Zweige und der meisten Äste überhaupt überleben -
viele tun dies nämlich nicht, wie man z. B. am Bräuckerweg mit einem Blick erkennen kann - treiben lediglich noch einige armselige Triebe senkrecht nach oben der Sonne entgegen. Deren Lebensdauer ist aber auch nur begrenzt, denn nach nur zwei bis drei Jahren folgt ja der nächste "Formschnitt". Baumpflege durch Kronenkappung nennen Experten diese radikalen Rückschnitte. Baum-PFLEGE? Da schwankt meine Gemütslage zwischen großer Traurigkeit und unbändiger Wut.
Und wenn Hemers "kompetent" besetzte Baumkommission für diese Art der Pflege in letzter Zeit sogar grünes Licht für weitere Verstümmelungen entlang der Hauptstraße gibt, fehlen mir einfach die Worte für soviel Unsinn. Aber schließlich hatten die Fachleute des ausführenden Stadtbetriebs die Testphase ja auch als gelungen bezeichnet...
Wenn man vor drei Jahrzehnten wirklich die falschen Bäume für einen innerstädtischen Standort gewählt hat - was so sein mag - sollte man jetzt einfach den Mut haben, die Bäume komplett zu fällen und für standortgerechte Ersatzgehölze zu sorgen. Oder sich wie in der Nachbarstadt Altena gleich für pflegeleichte Draht-Kunstwerke in Baumform zu entscheiden. Wobei ich und wahrscheinlich auch die meisten anderen Hemeraner und Hemeranerinnen für die lebende, grüne Alternative votieren würden.
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