Auch Hemer braucht bald weitere Möglichkeiten für Flüchtlingsunterbringung

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Die ZUE am Apricker Weg dürfte bereits in Kürze die Zahl der der Stadt Hemer zugewiesenen Flüchtlinge nicht mehr alleine aufnehmen können.
Hemer: ZUE |

„Bislang sind wir in Hemer im Bereich der Flüchtlingsaufnahme in einer sehr komfortablen Lage“, beschrieb es Dr. Bernd Schulte, „durch die Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE), am Apricker Weg, deren Zahlen auf unsere Quote angerechnet werden, bekommen wir momentan noch keine zusätzlichen Flüchtlinge zugewiesen.“ Wobei die Betonung eindeutig auf dem „noch“ liegt.

Nach dem geltenden Zuweisungsschlüssel muss Hemer 0,2 Prozent der in NRW ankommenden Flüchtlinge aufnehmen. Bei aktuell rund 60.000 pro Monat in NRW neu eintreffenden und auf die Kommunen zu verteilenden Flüchtlingen sind das 120 Neuankömmlinge in Hemer im Monat.

"Komfortable Lage hat bald ein Ende"


„ Nach unseren aktuellen Berechnungen dürfte zu Beginn des kommenden Jahres die Aufnahmezahlen erstmals höher liegen als die Flüchtlingszahl, die die ZUE momentan aufnehmen kann“, erläuterte Hemers Erster Beigeordneter. Deshalb sei man bei der Stadt nun gezwungen gewesen, sich intensiv Gedanken zu machen, wo die zusätzlichen Flüchtlinge untergebracht werden könnten.
Hemers Sozialdezernent Klaus Erdmann koordiniert inzwischen die Fragen rund um die Flüchtlingsproblematik. „Wir fahren da momentan zweigleisig“, so Erdmann. Zum einen sei man in guten Gesprächen mit der Bezirskregierung, um die Kapazität in der ZUE auf bis zu 1.000 Personen zu erweitern. „Das wäre wohl die beste Lösung, weil dort bereits die komplette Infrastruktur vorhanden ist, die Malteser seit vielen Jahren eine ausgezeichnete Arbeit leisten und der Stadt Hemer keine zusätzlichen Kosten entstünden, da es sich um eine Einrichtung des Landes handelt. Leider ist so eine Erweiterung aber sicherlich nicht bis zum Jahresbeginn zu realisieren“, so Erdmann weiter.

Überprüfung aller infrage kommenden Immobilien


Demzufolge überprüfen Mitarbeiter der Stadt zurzeit alle infrage kommenden städtischen Immobilien vom Grohe Forum bis zum JuK, von den Gemeindehallen Ihmert und Becke bis zu den diversen Sporthallen auf ihre Eignung als mögliche Flüchtlingsunterkunft. „Dabei ermitteln wir die entstehenden Kosten, die bei allen Gebäuden entstünden, berücksichtigen aber gleichzeitig auch die Beeinträchtigungen der bisherigen Nutzer.“ Auch würde im Koordinierungskreis bereits gleichzeitig nach alternativen Flächen zur Errichtung von neuen Unterkünften Ausschau gehalten, Fragen der notwendigen Logistik erörtert und mögliche ehrenamtliche Helfer angesprochen. „Da wir aber zurzeit noch keinerlei belastbare Angaben zum Zeitpunkt und zur Anzahl von zusätzlichen Zuweisungen haben, arbeiten wir im Trockenlauf, vergleichbar mit den früheren Alarmplänen der Bundeswehr“, so Klaus Erdmann.
Eines sei aber sicher: „Wir werden im Fall der Fälle viele Verbündete brauchen!“
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