Jens Spahn: Den "Spaltern" nicht das Feld überlassen!

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Gruppenbild mit Dame: Dirk Jedan, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, JU-Vorsitzender Paul Ziemiak, Landrat Thomas Gemke, Kreishandwerksmeister Christian Will, Jens Spahn, MdB Christel Vosbeck-Kayser und Dr. Matthias Heider, Kreishandwerksmeister Thomas Bock und MdL Thorsten Schick (v.l.).
 
Rund 150 Gäste verfolgten die Festrede von Jens Spahn beim Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft MK.

Sehr gut besucht war erneut der 25. Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft MK. Christian Will konnte rund 150 Gäste aus Politik, Verwaltung, Kirche und Wirtschaft im Haus des Handwerks begrüßen.

Der besondere Gruß des Kreishandwerksmeisters galt dabei Jens Spahn, dem Parmamentarischen Staatssekretär des Finanzministeriums, der anschließend die Festrede halten sollte. "Ein Mann wie eine Walze", nutzte Christian Will dann ein Zitat aus der Süddeutschen Zeitung, "ein Bild, mit dem wir Handwerker sofort etwas anfangen können."
Bevor "die Walze" aber selbst an das Rednerpult schritt, beschrieb Christian Will zunächst aus seiner Sicht die aktuelle Lage: "Der deutsche Konjunkturmotor läuft nach wie vor und das Handwerk freut sich darüber. Jeder zweite Betrieb berichtet über eine gute Geschäftslage und das, obwohl es eine Vielzahl von Baustellen zu bewältigen gilt." Neben dem Fachkräfte- und Nachwuchsmangel nannte Will auch die zu geringen Gewerbeflächen und den immer mehr um sich greifenden und ausufernden Bürokratismus. "Da stehen Politik und Wirtschaft in Zeiten der Veränderungen mit zunehmendem Populismus in besonderer Verantwortung." Man müsse denen, die sich von den Rechtspopulisten angesprochen fühlen, selbst Antworten geben und in Erinnerung rufen, dass man in Europa seit 70 Jahren in Frieden lebe. "Wir haben hier in unserem Land eine Mauer eingerissen, während andere jetzt den Bau einer solchen wieder planen." Die Zivilcourage z. B. der zwölf unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, die zurzeit im Internat der Kreishandwerkschaft leben und die Heimat und Familie hinter sich gelassen hätten, mache ihn sehr demütig.
In seiner Festrede unter dem Motto "Deutschland 2017 - was uns zusammenhält" stellte Jens Spahn dann auch gleich zu Beginn unmissverständlich klar: "Uns hier in Südwestfalen und Deutschland geht es verdammt gut." 2016 habe es im Bundeshaushalt zum dritten Mal in Folge ein kleines Plus gegeben, "das ist weltweit mit Ausnahme von Luxemburg einmalig." Jeden Tag steige in Deutschland die Lebenserwartung statistisch um sechs Stunden. "Uns wird damit eine ganz neue Lebensphase geschenkt", machte Jens Spahn deutlich, der auch darauf hinwies, dass 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg Deutschland wieder das beliebteste Land der Welt sei. "Und diese Fakten muss man einfach hin und wieder mal wertschätzen."
Gleichzeitig räumte Spahn aber auch ein, dass die Deutschen gerade viele Fragen zur Zukunft haben und man in vielen Bereiche eine Unsicherheit in der Bevölkerung bemerke.
Auch ihm mache es Sorgen, dass jährlich 45.000 junge Menschen die Schule ohne Abschluss verlassen. "Der Mensch fängt ja nicht erst beim Abitur an", so Jens Spahn, der für frühe intensive(re) Hilfen in Kindergarten/Grundschulen für all diejenigen plädierte, die es eben zuhause nicht so gut haben. Und eine duale Ausbildung sei allemal eine gute Alternative zum Studium.
Beim Thema Investitionen kritisierte der CDU-Politiker, dass viele zur Verfügung stehende Fördergelder von Ländern und Kommunen gar nicht abgerufen würden. "Es fehlt uns aktuell nicht am Geld, sondern häufig an den Planungskapazitäten und -prozessen."
Und genau wie zuvor schon Christian Will appellierte auch Jens Spahn: "Wir müssen die Probleme wie die der inneren Sicherheit lösen und dürfen sie nicht den Spaltern überlassen." Deutschland sei schon immer ein Einwanderungsland gewesen, aber dies sei einfach in einigen Städten zuletzt nicht gutgegangen. "Ich erwarte von jedem, dass er als Teil unserer Gesellschaft in Deutschland lebt und nicht daneben und schon gar nicht dagegen. Allerdings muss man auch jedem erst mal eine Chance geben."
Gleichzeitig stellte Jens Spahn am Ende seiner Rede klar, dass es in der aktuellen Diskussion um Kultur und nicht um Ethnik gehe. "Wir müssen eine klare Sprache wählen, wenn es um unsere Werte und die Würde des Menschen geht." Großer Beifall war schließlich ein Beleg dafür, dass der Münsterländer mit seinen Worten auch im Sauerland die richtigen Worte gefunden hatte.
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