Gelungene Jubiläumsfeier: ein Jahrhundert TSV Ihmert!

Anzeige
TSV-Vorsitzende Gitta Gosch (4.v.l.) strahlte mit ihren Vorstandskollegen und den Ehrengästen um die Wette. Dazu gab es auch allen Grund, schließlich war der Festakt zum 100-jährigen Bestehen des TSV Ihmert durchweg gelungen.
 

Als die Vorsitzende Gitta Gosch zum Mikro griff, um den offiziellen Teil der Jubiläumsfeierlichkeiten des TSV Ihmert zu eröffnen, blickte sie in eine rappelvolle, festlich in den Vereinsfarben blau und weiß geschmückte Gemeindehalle, wo sich die vielen Gäste bereits in prima Stimmung befanden. Schließlich hatte das Organisationsteam mit einer kurzweiligen Powerpoint-Präsentation bereits zuvor die 100-jährige Vereinsgeschichte bei Kaffee und Kuchen Revue passieren lassen.

Auch zahlreiche Ehrengäste - darunter die heimische Bundestagsabgeordnete Dagmar Freitag, Landtagsabgeordnete Inge Blask, Landrat Thomas Gemke, Bürgermeister und "Stadtvater" Michael Esken, viele Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Ortsvereinen sowie von Kreissportbund und Märkischem Turngau - hatten den Weg in Hemers Bergdorf gefunden, um dem TSV zu gratulieren.
In ihrer kurzen Begrüßung ging zunächst Gitta Gosch nochmals auf die Tatsache ein, dass vor 100 Jahren zur Zeit der 32 Gründungsväter Turnen reine Männersache gewesen sei, während heute immerhin mehr als die Hälfte der Mitglieder Frauen seien. Dann gab es für Tina Rosier und Frank Paproth ein kleines Geschenk, denn ohne diese beiden "guten Geister" in der Vorbereitung sei so eine Jubiläumsfeier gar nicht zu stemmen gewesen, betonte die TSV-Vorsitzende.

"Es ist gut, dass es Dich gibt, TSV Ihmert"

Der frisch ernannten Ehrenvorsitzenden Ellen Schulte war es anschließend vorbehalten, die Festrede zu halten. Das erledigte die gebürtige Düsseldorferin ("Als es mich der Liebe wegen von unserer Landeshauptstadt ins Hemeraner Bergdorf verschlug, dachte ich, ich wache in einer völlig anderen Welt auf.") mit viel Charme und Witz. Für sie sei der TSV Ihmert bis zum heutigen Tage eine unverzichtbare Bereicherung ihres Lebens. Dementsprechend stellte sie ihre Rede unter das Motto: "Es ist gut, dass es Dich gibt TSV Ihmert; Du bist für jeden da, der nach Bewegung fiebert." Gleichzeitig fand Ellen Schulte aber auch durchaus kritische Worte. So prangerte sie ebenso die aktuellen Nutzungszeiten der Turnhalle für den TSV als nicht ausreichend und kompatibel an wie den immer größer werdende Bürokratisierungsgrad und die steuer- und haftungsrechtlichen Gefahren für den ehrenamtlichen Vereinsvorstand. Auch wies sie auf die Gefahr des Ganztagsschulbetriebes für das Vereinstraining hin.
Nach einem musikalischen und sportlichen Willkommensgruß durch die Schüler der Grundschule Ihmert folgten dann die Grußworte der Ehrengäste. Zunächst sorgte Dagmar Freitag mit ihrer Äußerung, sie habe selten einen so vergnüglichen Einstieg in einen offiziellen Festakt erlebt wie in Ihmert, für spontanen Beifall der Gäste. Auch konnte sie wenigstens einen Kritikpunkt von Ellen Schulte aus dem Weg räumen, als sie verkündete, dass der Bundestag gerade ein "Gemeinnützigkeits-Entbürokratisierungsgesetz" verabschiedet habe, um eben die Hemmnisse für die ehrenamtliche Vereinsarbeit zu verringern. Abschließend betonte die SPD-Politikerin nochmals, dass gerade im ländlichen Raum und in den Dörfern der Vereinsgemeinschaft nach wie vor eine große Bedeutung zukomme. "Ohne Verein wäre unsere Gesellschaft sicherlich ärmer", so Dagmar Freitag.
Anschließend unterstrich Landrat Thomas Gemke in seinen Worten, dass "die Menschen durch den Sport die Möglichkeit bekommen, ihre Leistungsfähigkeit, aber durchaus auch ihre Grenzen zu erkennen."
"Ihmerter sind schon ein kritisches Völkchen", bemerkte Bürgermeister Michael Esken zu Beginn seiner Rede, begrüßte es aber gleichzeitig, dass "die Menschen hier aber immer ehrlich sind und das immer auch meinen, was sie sagen." Natürlich gab es auch von Hemers Erstem Bürger lobende Worte für den TSV: "100 Jahre werden einem nicht einfach von Gott gegeben, sondern man muss hart dafür arbeiten." Aber beim TSV gehe man deutlich sichtbar mit der Zeit, denn "hier wird ja offensichtlich Frauenpower inzwischen groß geschrieben."

Zumba statt Hausfrauenturnen

Dass in der Tat der TSV Ihmert trotz seines 100-jährigen Bestehens nicht nur auf Tradition setzt, sondern sich auch modernen Sportformen nicht verschließt, bewies dann eindrucksvoll die Zumba-Gruppe, die die Halle mit ihren Tänzen zum Kochen brachte.
Zum Schluss des offiziellen Teils folgten dann noch weitere Grußworte von Heinz Brucke als Vertreter der Ihmerter Ortsvereine, von Dr. Risse (Vertreter des Kreis- und Landessportbundes) sowie von Ralf Nölke (Vorsitzender des Turnbezirks Hemer-Menden) und Ira Pechtel-Nondorf (Märkischer Turngau). Den beiden Turn-Funktionären war es schließlich auch vorbehalten, noch zwei besondere Ehrungen vorzunehmen. Einer sichtlich überraschten Hannelore Grote wurde die silberne WTB-Ehrennadel verliehen, während Ellen Schulte für ihre Verdienste um den TSV Ihmert mit der DTB-Ehrennadel ausgezeichnet wurde. Bevor der Festakt dann nach über zwei Stunden zu Ende ging, wurde noch eine zuckersüße Überraschung auf die Bühne gebracht: Gitta Gosch war es vorbehalten, eine überdimensionale Geburtstagstore - gespendet vom Märkischen Turngau - anzuschneiden!
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.