"Wohnen am Fluss": Westfalia geht in die dritte Runde

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  Es ist schon gute Tradition, dass die städtischen Informationsveranstaltungen zu den Planungen auf dem ehemaligen Westfaliagelände gut besucht werden. So auch in dieser Woche.

Auf der Agenda standen die Planungen für den dritten und letzten Teil der Industriebrache. Knapp 40.000 Quadratmeter stehen dafür zur Verfügung.
Bereits in den Veranstaltungen der vorangegangenen Jahre, in denen es im Wesentlichen um die ersten beiden Bereiche ging, wurde auch immer schon der hintere und dritte Teil thematisiert. Hier soll das „Wohnen am Fluss“ verwirklicht werden. Und zwar so, dass es zu Herdecke passt.
„Das Planungsamt hat sich dafür selbständig auf die Suche nach Investoren gemacht“, beschreibt Dr. Katja Strauss-Köster. Denn das Grundstück gehört nicht der Stadt, sondern der GEA-Group (ehemals Westfalia-Surge). „Wir wünschen uns eine aufgelockerte Bebauung mit wesentlich weniger Wohneinheiten und eine Bebauungsstruktur die sich zur Ruhr hin öffnet“, erläutert Daniel Matißik, Leiter des Planungsamtes, die städtebaulichen Ziele.
Im ursprünglichen Masterplan waren noch 450 Wohneinheiten vorgesehen. Die Bebauungsdichte ist nunmehr deutlich reduziert. „In etwa 200 Wohneinheiten sind vorgesehen“, so der Leiter des Planungsamtes. Das Konzept sieht neben Mehrfamilienhäusern, Doppel- und Reihenhäuser auch freistehende Einfamilienhäuser vor.
In Herdecke investieren möchte die Firma NCC. Der Projektleiter, Roger Baumgart, stellte sich den Herdeckern vor und machte ohne Umschweife deutlich, „dass dieses Grundstück ein Alleinstellungsmerkmal hat“. Das Interesse der Firma NCC sei vor allem in der tollen Lage begründet. Der potenzielle Investor möchte sowohl Doppel- als auch Reihenhäuser sowie Stadtvillen bauen und an die zukünftigen Eigenheimbesitzer verkaufen. Der Grundstückseigentümer, die GEA-Group, möchte die Grundstücke für die geplanten Einfamilienhäuser gerne selbst vermarkten.
Die Besucher hatten viele Fragen und Anregungen im Gepäck. So spielte das Thema Barrierefreiheit ebenso eine Rolle wie der Hochwasserschutz und ein möglicher Erhalt des Färbergebäudes. Eines steht aber fest: Das Backsteingebäude ist nicht erhaltenswert. Das betonte Karsten Heidebrecht, Projektleiter bei der GEA. „Es hat keinen Denkmalwert und ist noch dazu als Wohngebäude überhaupt nicht zu nutzen“.
Zum Abschluss der knapp 90-minütigen Diskussionsrunde bat die Bürgermeisterin um ein Votum der Bürgerschaft in Form eines Handzeichens. Die Reaktion der anwesenden rund 300 Bürger war eindeutig. Der ganz überwiegende Teil sprach sich, bei nur einer Gegenstimme, dafür aus.
Ein möglicher Zeitplan zur Umsetzung der Pläne sieht nun vor, dass die Verhandlungen mit Grundstückseigentümer und Investor in diesem Jahr intensiviert werden, so dass im Frühjahr nächsten Jahres ein entsprechender Bebauungsplan vom Rat der Stadt verabschiedet werden kann.
Die Präsentation des Abends mit den Plänen gibt es zum Ansehen, Ausdrucken oder Herunterladen auf der städtischen Homepage www.herdecke.de.
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