Antihumor ist auch Humor

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C. Heilands Instrument ist das Omnichord - eine der vielen kulturellen Sünden der Achtzigerjahre. (Foto: Thomas Schmidt/Stadt Herne)

C. Heiland ist der Kritikerliebling der elften Ausgabe von "Tegtmeiers Erben". Der In Castrop-Rauxel geborene Berliner erhielt den Preis der Jury. Das Publikum sah René Sydow aus Witten vorne.

Das mit gut 700 Gästen gefüllte Kulturzentrum erlebte eine abwechslungsreiche Darbietung, die gekonnt von Helmut Sanftenschneider moderiert wurde. Nach etwa drei Stunden gab Oberbürgermeister Frank Dudda das Votum des Publikums bekannt. Auf 342 der 699 abgegebenen Stimmzettel stand der Name René Sydow. Der Künstler erhielt damit 48,9 Prozent der Stimmen.

Sydow hatte für seinen Auftritt die Bildungsmisere in den Fokus genommen: "Wenn ein Kind heute mit einer Fünf nach Hause kommt, gehen die Eltern zum Lehrer und fragen: Was haben Sie falsch gemacht?" Oder in Bezug auf Facebook und Instagramm: "Wir haben die ganze Welt fotografiert, aber nichts kapiert." Der 36-Jährige ist Kabarettist, Autor, Schauspieler und Regisseur und hat schon zuvor elf namhafte Kabarettpreise gewonnen.

Da die Sparkasse "Tegtmeiers Erben" in nicht unerheblichem Maße unterstützt, durfte dann Vorstand Hans-Jürgen Mulski die Entscheidung der Jury bekanntgeben. Diese sprach sich für C. Heiland mit dieser Begründung aus: "Krank oder normal? Intellektueller oder Proll? Bei C. Heiland vermischen sich die Ebenen. Hinter seiner Omnichord sitzend, persifliert er die Rolle des Alleinunterhalters, aber seine Stimmungslieder brechen mit den Erwartungen des Publikums. Der gelernte Psychiater ist mindestens so schräg wie seine Patienten. Mit seinem bewusst eingesetzten Antihumor überzeugte er die Jury von seiner Originalität, die ihn zu einem würdigen Erben Tegtmeiers macht."

Beide Künstler erhielten die Tegtmeier-Kappe in der Stoffvariante, die Preise sind mit jeweils 5000 Euro dotiert. Dem Wettbewerb hatten sich zuvor auch Tilman Birr, Rosemie, Sara Bosetti und Marcel Mann gestellt.

Wie bereits vor Monaten angekündigt, wurden Fritz Eckenga mit dem "Tegtmeier-Ehrenpreis" und Henning Venske mit dem "Jürgen-von-Manger-Preis für ein Lebenswerk" ausgezeichnet. Ihnen wurde die 7,5 Kilogramm schwere Bronzekappe übergeben. Die Laudatoren waren Bernd Gieseking (für Eckenga) und Volker Pispers (für Venske). Beide Geehrten gaben eine eindrucksvolle Probe ihres Könnens ab.

Die Sieger kann man demnächst in den Flottmann-Hallen erleben: C. Heiland spielt sein Programm „Der Mann mit dem Schatten" 21. Februar; René Sydow präsentiert sein brandneues Solo „Die Bürde des weisen Mannes“ am 14. März.

Quelle: Pressestelle Stadt Herne
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