Der Krieger von Bergkamen

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Bei seiner Entdeckung präsentierte sich das Grab noch recht unscheinbar. Zwei der drei Schildbuckel sind als runde braune Verfärbungen aber schon deutlich erkennbar. (Foto: Eva Cichy/LWL)

Grabbeigaben sind für Archäologen ein wichtiges Mittel, um Aufschlüsse über den Lebensalltag vergangener Kulturen zu gewinnen. Doch immer wieder geben solche Beigaben auch Rätsel auf, so wie im Falle der Bestattung eines frühmittelalterlichen Kriegers aus Bergkamen. Die Besonderheiten dieses Grabes präsentiert am Donnerstag um 19 Uhr ein Vortrag im Museum für Archäologie. Den Vortrag im Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) hält die Archäologin Eva Cichy von der Außenstelle Olpe der LWL-Archäologie für Westfalen.

Am südlichen Rand von Bergkamen kamen 2011 bei einer Untersuchung im Vorfeld einer Baumaßnahme überraschend drei Gräber zutage, die Teil eines frühmittelalterlichen Gräberfelds sind. In einem dieser Gräber wurde im 7. Jahrhundert ein Mann bestattet, der eine außergewöhnliche Zusammenstellung von Grabbeigaben mit ins Jenseits nahm. Die Beigaben lassen darauf schließen, dass der Tote zu Lebzeiten Kontakte zu weit entfernten Regionen hatte. So wurden dem Toten gleich drei Kampfschilde mitgegeben. "Ein solcher Brauch war weder bei Franken, Alemannen, Bajuwaren noch bei den Sachsen üblich", erläutert Cichy. "Wir kennen solche Ausstattungen aber aus reichen Gräbern in Mittelschweden". Auf Kontakte nach Süden weist der hochwertige Schwertgurt hin, dessen Metallbeschläge aufwändig mit Tierdarstellungen verziert sind. Solche Gürtelgarnituren waren hauptsächlich nördlich und südlich der Alpen verbreitet. Wie kam der Mann zu diesen ungewöhnlichen Grabbeigaben? Diese Frage wird Cichy in ihrem Vortrag diskutieren.

Die Veranstaltung ist Teil der Vortragsreihe des Fördervereins LWL-Museum für Archäologie zu aktuellen Sonderausstellungen, archäologischen Themen, zur Geschichte der Region Westfalen und zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen rund um die Archäologie. Der Eintritt ist kostenlos.

Quelle: Pressestelle Landschaftsverband Westfalen-Lippe
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 18.04.2017 | 22:00  
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