Ein Stück des Weges entlang der Emscher

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Unsere Emscher in Höhe des Wanner Stadtteils Unser Fritz
Im Nordwesten von Wanne-Eickel liegt der Dannekamp, eine Siedlung, die von Bergbau geprägt, für mich eines der interessantesten Fleckchen Erde ist, nicht zuletzt, weil ich einen Teil meiner Kindheit hier zwischen Gärten und Hinterhöfen verbringen durfte und die Familie mütterlicherseits hier gelebt hat.
Ich bin gerne hier, die Zeit scheint still zu stehen, Hunde kleffen in Höfen, Menschen sitzen in Gärten beisammen, Hühner gackern, Kinder toben. Trotz allem gibt es hier eine Ruhe, die man nur schwer beschreiben kann. Vielleicht liegt es an meiner Sentimentalität dem Vergangenen gegenüber oder an meinen Kindheitserinnerungen, dass es mich regelmäßig zurück an den Ort meiner Kinderjahre treibt.
Normalerweise spaziere ich nach dem Besuch meiner Tante stets in gemütlichen Schritten zur naheliegenden Künstlerzeche. Heute, ich weiß nicht, wie ich auf diese Idee komme, klettere ich den Schutzdamm der Emscher empor. Oben angekommen, staune ich nicht schlecht, als ist den breiten Weg entlang der Emscher erblicke. Alles ist gepflegt und ordentlich. Es riecht ein wenig streng, aber das schreckt mich nicht ab. Staunend betrachte ich die Aussicht. In meiner Fantasie stelle ich mir vor, wie die Emscher in 20 Jahren, vollständig renaturiert, aussehen wird und plane meine nächste Fahrradtour in ferner Zukunft.
Gerade weil es hier so schön ist, entschließe ich mich, dem Flussverlauf zu folgen, dabei kann ich wunderbar in die Hinterhöfe der Wohnhäuser schauen. Früher waren hier viele Nutzgärten, Ställe mit Hasen, Taubenschläge. Heute wird hier und da gebaut, Menschen sonnen sich in Gärten. Hühner und Hasen gibt es immer noch. Taubenschläge sehe ich leider nicht.
Auf der anderen Seite der Emscher radeln die Menschen fröhlich den Fluss entlang. Auf meiner Seite begegne ich niemandem, diese Seite ist für Unbefugte nicht zugänglich.
Auf meinem Weg gelange ich an eine Brücke, die ich überquere und ehe ich es bemerke, stehe ich vor Gut Steinhausen, einer Pferderanch mit Restaurant. Das Ambiente hier ist einen Besuch wert. Aus den Lautsprechern schallt Country-Music, mir begegnet ein echter Cowboy mit Hut und Sporen. Pferde weiden vor dem Restaurant, ich fühle mich wie im Wilden Westen, einfach toll.
Nach einer Cola und einem Eis verlasse ich das tolle Anwesen, in der Gewissheit, dass mein Besuch nicht der Letzte war und wandere entlang der Straße in den Grimberger Feld hinein. Hier treffe ich nach einem kurzen Weg auf die Künstlerzeche Unser Fritz 2/3, die das Leben der Menschen in diesem Stadtgebiet prägte. Auch meine Familie gehörte dazu.
Heute finden hier regelmäßig Events statt, die ehemalige Zeche hat sich als Magnet für Künstler etabliert und ist ein gern besuchter Ort.
Bereits hinter der Zeche trifft man auf den Kanal, der sich ruhig und friedlich durch die Natur schlängelt.
Ich setze mich eine Weile ans Ufer und lasse meine Beine baumeln, bis ich mich ins anliegende UFO begebe, einer "Outdor-Location", in der es leckere Getränke und Gegrilltes gibt.
In Aufmachung einer Strandbar hat diese Lokalität an den Wochenenden geöffnet und bietet gemütliche Sitzgelegenheiten in Form von Holzbänken und Sonnenstühlen an. Hier ist es gemütlich, ich kann den Kanal beobachten und mich in der Sonne wärmen, Kraft tanken und Unterhaltungen mit Menschen führen, die mit dem Rad den Kanal erkunden.
Mein Tag endet entspannt. Ich bin froh, heute nicht direkt zum Kanal gewandert zu sein, sondern endlich einmal die Emscher ein Stück des Weges begleitet zu haben.
Nach leckerem Kartoffelsalat mit Würstchen und einem Malzbier mache ich mich auf den Heimweg entlang meines geliebten Kanals, der für mich in Höhe des Stadtteils Unser Fritz einfach wunderbar schön ist.
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2 Kommentare
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Gudrun Wirbitzky aus Bochum | 19.09.2016 | 17:25  
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Nadine Kolp aus Herne | 19.09.2016 | 17:33  
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