Fidele Horst probt den Neurosen-Kavalier

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Seit fast einem Jahrzehnt gehört Claudia Terkowski zum Ensemble des Theaters Fidele Horst: Auf der Bühne verwandelte sie sich von einem Callgirl zur schüchternen Vorzimmerdame. (Foto: Helmut Holz)

Und plötzlich bricht es aus ihr heraus: Der Lachanfall von Frau Engel, der Vorzimmerdame in der psychotherapeutischen Praxis, stürzt ihren Verehrer Dr. de Witt in fast wortlose Verlegenheit, ehe er wieder in seine Rolle als Werber um die Schöne zurückfindet...

Diese Szene mit Claudia Terkowski als Hauptdarstellerin in der Komödie „Der Neurosen-Kavalier“ und Christian Weymayr ist nur einer von vielen Gags, mit der das Theater Fidele Horst in seinem neuen Stück die Lachmuskeln der Zuschauer strapaziert.

„Das Stück bietet so viel an Überraschungsmomenten, es macht einfach Spaß!“ Dieser Satz von Claudia Terkowski macht deutlich, wie sie in der Rolle der nüchternen, fast schüchternen Vorzimmerdame aufgeht. Seit zehn Jahren schon gehört die Bochumerin zum Ensemble. 2009 stand sie im Mondpalast in der Komödie „Die Perle Anna“ erstmals auf der Bühne, 2013 begeisterte sie als Callgirl Angie in „Ein ganz spezieller Mord“ und auch in den folgenden Jahren gehörte sie zu den Hauptakteuren des Ensembles.

Als guter Geist der Praxis hält sie in der diesjährigen Aufführung die Fäden in der Hand. Diese aber werden stark durcheinander gewirbelt, als der Warenhaus-Dieb Felix Bollmann vor der Polizei in die Praxis flieht und von Frau Engel für den Vertreter des in Urlaub weilenden Arztes gehalten wird. Bollmann findet sich notgedrungen mit seiner Rolle ab und mit seinen seltsamen Methoden hat er wunderbaren Erfolg.

Die Frage steht beim „Neurosen-Kavalier“ im Raum: Wo verläuft sie eigentlich, die Grenze zwischen medizinischem Fachwissen und Scharlatanerie? Der Kaufhaus-Dieb erinnert als zunächst hilfloser Psychotherapeut an eine uralte Medizin: Die Heilkraft der Mitmenschlichkeit. Dass Bollmann dabei zwischenmenschlich auf seine Kosten kommt, ist Ehrensache, dass die Zuschauer in dem temporeichen und mit vielen überraschenden Gags aufwartenden Stück auf ihre Kosten kommen, ist die Hauptsache.

Seine Premiere feiert das Stück am Freitag, 6. April, um 19 Uhr im Mondpalast. Bis zum 15. April folgen weitere sechs Vorstellungen. Karten kosten 12 bis 14 Euro. Wie in den Vorjahren werden das Lukas-Hospiz und der Verein Ruhrwerk mit jeweils 50 Cent pro verkaufter Karte unterstützt.
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