Fortes Luther im Kulturzentrum

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Thomas Henniger von Wallersbrunn hat die Hauptrolle in dem Theaterstück übernommen. (Foto: Stefan Simonsen)

500 Jahre nach Luthers Thesenanschlag in Wittenberg kommt auch das Herner Kulturleben an diesem Jubiläum nicht vorbei: Das Kulturzentrum bringt ein gesellschaftskritisches Theaterstück von Dieter Forte auf die Bühne, das sich dem Thema widmet.

"Martin Luther und Thomas Münzer oder die Einführung der Buchführung" wird am Freitag, 21. April, aufgeführt. Beginn ist um 19.30 Uhr. Es handelt sich dabei um eine Koproduktion des Euro-Studios Landgraf mit dem Alten Schauspielhaus Stuttgart, die derzeit auf Tournee durch Deutschland unterwegs ist.

Eigentlich handelt es sich um ein Stück über Bankenkrisen, Staatsbankrotte und Reformatoren. Dieter Fortes 1970 uraufgeführtes, aus dem Stand zum internationalen Theatererfolg avanciertes Doku-Drama behauptet, dass seit der Reformationszeit Finanzdynastien das Weltgeschehen bestimmen. Damals hatte das Bankenhaus Jakob Fugger seine (schmutzigen) Hände im Spiel. Die damalige Verquickung von Wirtschaft und Politik ist aus heutiger Sicht verblüffend – offenbar gibt es, wie Forte sagt, „Konstellationen, die sich modellhaft wiederholen“.

Zum Inhalt: In Fortes Stück, das zwischen 1514 und 1525 angesiedelt ist, geht es um Menschen im Netz der Macht. Es geht um wechselnde Allianzen und die Verflechtungen von Kirchengeschichte, Politik und Wirtschaftsgeschichte zur Zeit der Reformation. In spannenden Handlungssträngen stellt Forte Lebensstationen Luthers denen der Entscheidungsträger der Epoche (Kaiser, Papst, Kurfürsten) gegenüber, die seine Lehre für ihre wirtschaftlichen und machtpolitischen Ziele missbrauchen. Doch auch Luther weiß aus den Gegebenheiten Profit zu schlagen. Drahtzieher im Hintergrund ist immer Jakob Fugger, in dessen Bankgeschäfte alle mehr oder minder verstrickt sind.

„Martin Luther…“ ist ein Paradebeispiel für den Siegeszug eines Stücks. Auf 40 Bühnen in zehn Ländern sorgte Fortes mit ebenso scharfsinnigem wie scharfzüngigem Humor geschriebenes Stück bei Zuschauern wie Kritikern für Furore. In der Tradition des Dokumentartheaters montiert Forte Original- und fiktive Texte in authentische historische Szenen und Situationen.

Regie bei der Produktion, die jetzt nach Herne kommt, führte Manfred Langner, Intendant der Schauspielbühnen in Stuttgart. Das Bühnen- und Kostümbild entwarf Dietmar Teßmann. Es spielen neben Thomas Henniger von Wallersbrunn als Luther und Carsten Klemm als Jacob Fugger auch Marcus Born, Markus Vogelbacher, Armin Jung, Reinhard Froboess, Richard Erben, Jörg Pauly, Gregor Eckert, Martin Böhnlein und Sophie Schmidt.

Karten gibt es im Vorverkauf unter anderem beim Stadtmarketing an der Kirchhofstraße 5, das unter der Telefonnummer 02323/9190514 erreichbar ist.
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