Franz Müntefering ist der Pate

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Der ehemalige SPD-Spitzenpolitiker Franz Müntefering übernimmt die Patenschaft für das Theaterstück "Auf der Wilden Rita". Die Komödie des Volkstheaters "Mondpalast" wurde 2005 uraufgeführt und wird jeden Sommer zur Eröffnung der neuen Spielzeit in sechs Vorstellungen wiederholt. (Foto: Stefan Kuhn)

Das Alter ist kein Schaukelstuhl. Für diesen Spruch ist der ehemalige SPD-Spitzenpolitiker, Bundesarbeitsminister und Vizekanzler Franz Müntefering (76) bekannt. Ein bisschen Schaukeln wird es aber schon, wenn der Wahl-Herner und Sprecher des Bundesverbandes der Senioren-Organisationen (BAGSO) am 19. August die Patenschaft für die liebestolle Mondpalast-Komödie "Auf der Wilden Rita" übernimmt.

Der neue Patenonkel freut sich schon auf "fröhliches, freches, lebensnahes Volkstheater, das auch noch Spaß macht". Der Dauerbrenner im Mondpalast, der alljährlich die neue Theaterspielzeit eröffnet, spielt bekanntlich in einer Oldie-WG auf einem alten Kahn am Kanal. Vier Männer und zwei Frauen, musikalisch begleitet von einem aufmüpfigen Zivi, haben sich zusammengetan, um gierigen Erben ein Schnippchen zu schlagen und gemeinsam einen letzten "Summer of Love" zu feiern. "Nicht alle stehen auf enge Kabinen auf wackligen Schleppern", sagt dazu der für seinen trockenen Humor bekannte Müntefering. "Aber Freude am Leben hat viele Ventile!" Am Freitag, 19. August lichtet der Spaß "Auf der Wilden Rita" für sechs Vorstellungen den Anker. Der Vorverkauf hat begonnen.

"Die ,Wilde Rita' zählt zu meinen absoluten Lieblingskomödien", verrät Mondpalast-Prinzipal Christian Stratmann. "Als wir sie 2005 vom Stapel ließen, damals noch unter dem Titel ,Die Senio-Ritas', war das Publikumsinteresse eher verhalten. Mit jedem Jahr wuchs die Fangemeinde, das Thema Wohnen und Gemeinschaft im Alter wurde immer aktueller und populärer. Heute ist die ,Wilde Rita' Kult. Die sechs Vorstellungen sind meistens schnell ausverkauft. Und wenn zum Abschluss ,All you need is Love' gespielt wird, wollen die Gäste mit dem Klatschen nicht mehr aufhören."

Auch wenn er die Komödie selbst noch nicht gesehen hat, so ließ es sich Franz Müntefering nicht nehmen, bereits einen Blick ins Textbuch zu werfen. "Das Schiff, ungenutzt und altersschwach im Hafen dümpelnd, ist ein Synonym für die Welt im dritten Drittel des Lebens, ramponiert, nicht mehr wirklich seetüchtig, ja langweilig", interpretiert er den Spaß aus der Feder von Mondpalast-Hausautor Sigi Domke. Müntefering: "Zwei Frauen, Mia und Hannelore, werden initiativ. Das ist besonders lebensnah. Das Stück nimmt Bezug auf die Lust, die gelebte oder vielleicht auch nur verpasste Jugendjahrezeit noch einmal aus der Distanz nicht nur zu erinnern, sondern auch zu leben. Die Musik, das freie Leben, der Aufbruch."

Das Lebensgefühl dieser Jahre kann Müntefering gut nachvollziehen. Sehr gut erinnert er sich an den Kinobesitzer im heimatlichen Sauerland, der von der Gemeinde 100 Mark monatlich bekam, damit er ja keine unkeuschen Filme spielte. "Manches lief schräg, aber alles war klasse",sagt Müntefering, der sich mit dieser Einstellung in die Reihe der Paten von Werner Hansch, Jürgen Drews, Wichart von Roëll und Beate Abraham einreiht. Und einem Einzug in die "Wilde Rita"-WG steht nichts mehr im Wege.

Die Termine: Freitag, 19. August, 20 Uhr; Samstag, 20. August, 20 Uhr; Sonntag, 21. August, 17 Uhr; Freitag, 26. August, 20 Uhr; Samstag, 27. August, 20 Uhr; Sonntag, 28. August, 17 Uhr. Kartentelefon: 02325/588999 (montags bis freitags 10 bis 19 Uhr, samstags 10 bis 14 Uhr).
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