Herne rockt den Feminismus

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Die Autodidaktin Nadine Blida schaffte es mit ihrer Musik bereits ins Programm des Radiosenders WDR 2. (Foto: Veranstalter)

Feminismus für Anfänger und Fortgeschrittene verspricht die Veranstaltungsreihe "Herne rockt... nicht nur!" mit Julia Korbik und Nadine Blida. Beginn im Frisörsalon Schnittpunkt ist am Samstag um 20 Uhr.

Feminismus hat ein schlechtes Image: Lila Latzhosen und hysterisch kreischende, unrasierte Emanzen spuken immer noch in vielen Köpfen herum. Diese Klischees sind aber nicht das größte Problem, das der Feminismus als Bewegung heute hat. Nein, sein größtes Problem ist, dass er scheinbar nicht mehr gebraucht wird.

Dabei gibt es noch eine Menge zu tun. Ob ungleiche Bezahlung, sexualisierte Gewalt, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Diskriminierung, Alltagssexismus, Schönheitsnormen oder ein verbriefter Grabscher als US-Präsident – manchmal fühlt sich 2017 gar nicht so fortschrittlich an, wie es gerne tut. Nicht nur für Frauen, sondern für alle Menschen, die nicht heterosexuell sind, deren Aussehen als andersartig empfunden wird oder solche, die nicht in das streng binäre Geschlechtermodell passen.

Weg mit den Klischees, her mit dem Realitätscheck: Was Feminismus überhaupt will und warum er immer noch gebraucht wird, erklärt die Journalistin und Autorin Julia Korbik. 2014 erschien ihr Buch "Stand up". Es ist eine bunte Einführung in den Feminismus und feministische Themen, ein Aufklärungsbuch und Wegweiser durch Geschichte und Gegenwart des Feminismus: Wo stehen wir heute? Was ist bereits geschafft? Was muss noch passieren? Vor allem will "Stand up" die Vielfalt des Feminismus und der feministischen Bewegung, insbesondere in Deutschland zeigen und Lust machen, sich mit feministischen Themen und Positionen auseinanderzusetzen.

Die gebürtige Hernerin Julia Korbik verschlug es direkt nach dem Abitur für einen Doppeldiplomstudiengang nach Frankreich. In Lille und Münster studierte sie Politikwissenschaft, Kommunikationswissenschaft und Journalismus. Seit 2012 lebt sie in Berlin, wo sie als freie Journalistin über Pop und Politik aus feministischer Sicht schreibt. "Stand up" wurde 2015 mit dem Emys-Sachbuchpreis ausgezeichnet sowie von der Stiftung Buchkunst unter die 25 schönsten deutschen Bücher 2015 gewählt.

Für die Musik sorgt heute Abend Nadine Blida. Die Bochumerin brachte sich das Gitarrenspiel als Autodidaktin selbst bei. Sie verbindet Folk mit Pop und erinnert dabei stilistisch an Bon Iver und Mighty Oaks. Ihre Botschaft: Man kann nicht alles im Leben planen, besonders das nicht, was das Herz möchte. Mit ihrer Musik schaffte die Bochumerin es bereits ins Programm des Radiosenders WDR 2.
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