Kohlengräberland holt Förderpreis

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Die Siegerteams wurden im Rahmen einer Feier auf dem Essener Weltkulturerbe Zeche Zollverein ausgezeichnet. (Foto: RAG-Stiftung)

Über Fördergelder in Höhe von bis zu 50000 Euro freuen sich die Schüler des Kohlengräberland-Projektes der Erich-Fried-Gesamtschule. Beim Wettbewerb „Förderturm der Ideen“ der RAG-Stiftung holten die Jugendlichen den ersten Preis in der Kategorie „Gute Nachbarschaft“ für die Sekundarstufe I.

In einem Online-Voting konnten sich die Jugendlichen von der Grabenstraße gegen drei weitere Finalisten in der Gruppe durchsetzen. Bei der Preisverleihung im Erich-Brost-Pavillon auf dem Essener Unesco-Welterbe Zeche Zollverein wurden die insgesamt vier Siegerteams von Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Vorstandsmitglied der RAG-Stiftung und Vorsitzende der Jury, ausgezeichnet. Auch Oberbürgermeister Frank Dudda war bei der Preisverleihung anwesend und gratulierte der stolzen Schülergruppe.

Die Schüler der Erich-Fried-Gesamtschule haben sich viel vorgenommen. Thematischer Mittelpunkt des Projektes ist die ehemalige Zeche Lothringen in Bochum-Gerthe an der Stadtgrenze zu Herne. Unter der Leitung von Ulrich Kind und Isabell Tappenhölter wollen die Jugendlichen ein Stück Heimatgeschichte dokumentieren und der Nachwelt erhalten. Dazu gehören neben anderem Gespräche mit ehemaligen Bergleuten und ihren Frauen vom Bergknappenverein „Glückauf Gerthe“ und aufwendige Recherchen in Archiven. In einem ehemaligen Ladenlokal soll nicht nur ein Erzählcafé, sondern auch ein kleines Filmstudio entstehen, in denen die Gespräche mit den teils hochbetagten Zeitzeugen aufgezeichnet werden. Als Ziele am Ende stehen ein großer Bild- und Textband, eine Wanderausstellung und ein Videofilm.

Projektleiter Ulrich Kind betrachtet den Förderpreis als große Auszeichnung für das im Bundesgebiet bisher einmalige Unterrichtsfach Kohlengräberland, welches vor genau 20 Jahren erstmalig an der Erich-Fried-Gesamtschule angeboten wurde. Seitdem haben Ulrich Kind und Isa Tappenhölter mehrere hundert Jugendliche mit außergewöhnlichen Unterrichtsmethoden die Geschichte und Kultur des Ruhrgebietes näher gebracht. Die Schüler suchen Orte und Personen der Zeitgeschichte auf, forschen in Archiven, studieren Theaterstücke ein, drehen Filme oder konzipieren Ausstellungen. „Dank des Förderpreises der RAG-Stiftung haben wir nun die Mittel, mit professionellen Mitteln und Partnern unser Projekt umzusetzen“, freut sich Isa Tappenhölter. Das Kohlengräberland hatte schon zuvor mehrere Preise auch auf Bundesebene erhalten. Dazu gehörten unter anderem der Förderpreis „Demokratisch Handeln“ oder der NRW-Geschichtspreis „War was?“ im Jahr 2014.

Der Schülerwettbewerb „Förderturm der Ideen“ wurde im September des vergangenen Jahres gestartet und ist ein Projekt unter dem Dach von „Glückauf Zukunft!“ anlässlich des Auslaufens des deutschen Steinkohlenbergbaus Ende kommenden Jahres. Sämtliche Schulen der Sekundarstufe I und II sowie alle Berufsschulen und Berufskollegs im Ruhrgebiet, Saarland und in Ibbenbüren waren bis Ende Januar aufgerufen, Ideen einzureichen, wie ihr Umfeld, ihr Stadtviertel, ihr Dorf attraktiver und gutes Zusammenleben gestaltet werden kann. Teilgenommen haben insgesamt 89 Gruppen in vier Kategorien. Für die Umsetzung der besten Ideen stellt die RAG-Stiftung insgesamt bis zu 550000 Euro zur Verfügung. Beim abschließenden Online-Voting wurden 23450 Stimmen abgegeben.
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