Kunst über den Tellerrand hinaus

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Die Ausstellung "Wunderkammer" ist Bestandteil des Programms. (Foto: Thomas Schmidt/Stadt Herne)

"Ruhrkunstnachbarn" heißt ein Projekt von 18 Museen, das von der Stiftung Mercator in Höhe von 570000 Euro gefördert wird. Der Kern des Vorhabens: Die Museen von jeweils zwei Städten arbeiten Kurse aus, um sie Schulklassen in den beiden Städten anzubieten.

Für Herne gilt die Zusammenarbeit des Emschertal-Museums mit dem Kunstmuseum Bochum und der Flottmann-Hallen mit den Kunstsammlungen der Ruhr-Universität. Das Projekt ist kostenfrei für Schulklassen aller Altersstufen und Schulformen der beiden Städte. Insgesamt können bis zu 15000 Schüler erreicht werden. "Ruhrkunstnachbarn" ermöglicht eine intensive Begegnung mit Kunst und urbanem Raum über die Grenzen der Heimatstadt hinaus.

Bildungsdezernentin Gudrun Thierhoff lobt das Projekt: "Es lenkt den Blick darauf, dass wir eine reiche Kulturregion sind." Wichtig sei die kurze Erreichbarkeit der Kunstorte. Das spielte bei der Auswahl der Zusammenarbeit eine wichtige Rolle: "Wir haben geschaut, welche Kulturorte in Bochum liegen an der U35", sagt Jutta Laurinat von den Flottmann-Hallen.

Wichtige für die Umsetzung des Projekts, das nach den Sommerferien startet, ist die museumspädagogische Betreuung: Für die Flottmann-Hallen sind Falko Herlemann und Erika Porsch als Museumspädagogen tätig, für das Emschertal-Museum Kirsten Katharina Büttner und Andrea Prislan. Sie wenden speziell entwickelte Methoden an, die Kinder und Jugendliche und deren Lebenswirklichkeit direkt einbeziehen. "Der Workshop im Schloss Strünkede spielt mit dem Slogan 'Ich sehe rot'. Dieser bezieht sich auf die Farbe der Cubecracks-Skulptur, welche die Schüler sehen, wenn sie aus der U-Bahn aussteigen", erklärt Prislan.

Die Farbe zieht sich dann wie ein roter Faden durch das zweistündige Angebot: Die Schüler sollen aufzeichnen, was sie an roten Objekten gesehen haben, es geht um Kunst im öffentlichen Raum, um Zeichnungen mit der Unterstützung eines Schnellzeichners. Schließlich wird die aktuelle Ausstellung "Wunderkammer" mit einbezogen. Bei den Flottmann-Hallen erhalten die Schüler eine Kamera in die Hand gedrückt, mit der sie Motive auf ihrer Fahrt zur Ausstellung festhalten sollen. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt: Was ist Kunst? Ein Rundgang durch Skulpturenpark und Flottmann-Hallen ist vorgesehen, wobei auch die Architektur in den Fokus rückt.
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