Leihen ohne Mahngebühr

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Auch vom Urlaubsort aus können mit wenigen Klicks E-Medien ausgeliehen werden. (Foto: Thomas Schmidt/Stadt Herne)

Bücher, Filme und Musik ausleihen wann und wo man möchte – das bietet die Stadtbibliothek Herne mit der "Onleihe Ruhr", dem Angebot digitaler Medien. Seit fünf Jahren gibt es dieses Angebot und es wird in jedem Jahr stärker genutzt.

Wer Torsten Hachtel am Computer sitzen sieht, wie er sich zügig durch das Online-Angebot der Stadtbibliothek klickt und anschließend einen E-Book-Reader, also ein Lesegerät, erklärt, würde ihn eher für einen Computerfachmann als für einen Bibliothekar halten. Aber seit fünf Jahren betreuen er und sein Kollege Marcel Esser die digitalen Medien der Stadtbibliothek und bieten regelmäßig eine Sprechstunde für Nutzer an. Dort klären sie dann Fragen wie: Wie leihe ich ein E-Book aus? Wie benutze ich meinen E-Book-Reader? Und was hat es mit dem E-Learning, also Lernprogrammen im Internet, auf sich?

Zunächst einmal bedeutet Onleihe, dass die ausgeliehenen Medien digital sind – anders als die herkömmlichen Medien wie Bücher, CDs oder DVDs. Bücher, Filme, Hörbücher und Musik sowie Zeitungen und Zeitschriften, aber auch Lernprogramme können die Nutzer der Stadtbibliothek nun online ausleihen. Dazu melden sie sich an, laden das Medium herunter und wenn die Leihfrist endet, lässt die Datei sich einfach nicht mehr öffnen. Wer so ausleiht, kann die Rückgabe der Medien gar nicht mehr vergessen und muss auch keine Mahngebühren zahlen.

Die "Onleihe Ruhr" ist ein Verbund aus inzwischen acht Stadtbibliotheken: Außer Herne sind Bochum, Witten, Hattingen, Ennepetal, Gevelsberg, Schwelm und Sprockhövel dabei. Zusammen bieten sie fast 25000 Medien an. Und die wurden eifrig genutzt: Mehr als 31000 Downloads allein in Herne zählte die Stadtbibliothek im vergangenen Jahr – Tendenz steigend. „Viele Menschen kennen das Angebot der Stadtbibliothek aber noch gar nicht, es muss noch viel bekannter werden“, findet Karin Anlauf. Immerhin gehen die vielen digitalen Ausleihen auf das Konto von nur knapp 1500 Nutzern.

„Auch im Urlaub kann man sich Medien ausleihen, egal in welchem Land man gerade ist. Man braucht nur ein Smartphone, einen E-Book-Reader oder einen Computer“, sagt Karin Anlauf, die Leiterin der Stadtbibliothek. Das ist vor allem praktisch für diejenigen, denen unterwegs der Lesestoff ausgeht oder bei denen keine Bücherstapel mehr in den Koffer passen. Aber auch wer eine aktuelle Zeitung oder Zeitschrift lesen möchte, kann das über die "Onleihe Ruhr" tun. Die Zeitung erscheint dann genau so auf dem Bildschirm wie sie gedruckt aussieht. Die Leser haben dann einige Stunden Zeit zum Schmökern. Mehr Zeit bleibt den Nutzern für die Online-Kurse des E-Learning. Dafür hat die Stadtbibliothek Lizenzen gekauft, die bis zu einem Jahr lang gelten.

Wer noch nicht weiß, wie "Onleihe Ruhr" und E-Medien funktionieren, kann zu Torsten Hachtel und seinem Kollegen in die Sprechstunde gehen. „Vor allem nach Weihnachten kommen viele Menschen zu uns, die einen E-Book-Reader geschenkt bekommen haben und nun wissen wollen, wie er funktioniert. Aber auch im Sommer ist es bei uns nie leer“, weiß Hachtel. Manchmal rufen Kunden auch an, wenn sie unterwegs sind und die Technik hakt. Dann gibt es schnelle Hilfe am Telefon.

Für die Zukunft möchte Anlauf gerne mit anderen Institutionen wie zum Beispiel der Volkshochschule zusammen arbeiten. Denn wer dort einen Kurs macht, kann über die "Onleihe Ruhr" gleich die passenden Lernangebote nutzen, wenn er einen Leihausweis der Stadtbibliothek besitzt. Den gibt es regulär für 15 Euro pro Jahr, Personen, die Hartz-IV beziehen, zahlen nur 7,50 Euro.
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