Mythologische Kopfspiele in der Galerie

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Ute Schätzmüller vor und auf ihrem Bild „River Styx“, das mit seiner Enstehung im Jahr 2006 das älteste Werk der neuen Ausstellung in der Städtischen Galerie ist. Foto: Detlef Erler
Von Jules Verne über Dantes „Göttliche Komödie“ bis hin zur Geschichte von der „Versuchung des heiligen Antonius“ – die neue Ausstellung in der Städtischen Galerie entführt in die Welt berühmter, klassischer Mythen und geht doch weit darüber hinaus.
Unter dem Titel „beyond the curtain of my mind“ sind zahlreiche Werke der jungen Künstlerin Ute Schätzmüller zu sehen: Malerei, Aquarelle und Lithografien gibt es zu entdecken.
Inspirieren lässt sich die 29-Jährige von „literarischen Vorlagen und selbstausgedachten Geschichten“, wie Ute Schätzmüller erklärt.Die Reihe „20.000 Meilen“ lässt an Jules Verne denken, zwei großes Bilder erinnern an Jesus am Kreuz mit der knienden Maria Magdalena, während Bilder mit Wölfen und Kindern unweigerlich Assoziationen mit Romulus und Remus hervorrufen.
Dabei legt Ute Schätzmüller aber Wert darauf, keine genauen Deutungsvorgaben ihrer Werke zu geben. Vielmehr soll der Betrachter „seine eigenen Assozioationen und Geschichten“ entwickeln, weswegen sie von einer „suggestiven Kunst“ spricht.
Im Mittelpunkt der Werke stehen meist menschliche Figuren, die zudem immer wieder auftauchen können und eine Geschichte erzählen. Für ihre Lithografien hat Schätzmüller sogar eine neue Technik entwickelt, in der sie auf den mit Tusche und Kreide bearbeiteten Stein eine Figur aus Draht legt, die dann im Vordergrund der Drucke auftaucht.
Zumeist arbeitet sie mit mit Schwarz- und Grautönen, in neueren Arbeiten finden sich aber immer mehr Farbtupfer.
Besondere Blickfänge sind das großformatige „River Styx“, dass mit den Materialien Acryl, Erde und Kreide auf einer Leinwand, an Dante Aligheris „Göttliche Komödie“ gemahnend, einen Schlammfluss mit den darin gefangenen Menschen zeigt. Auffällig auch die bodenfüllende Arbeit, die der Besucher buchstäblich mit Füßen tritt, direkt im Eingangsbereich der Galerie. „Ich bin gespannt wie sich diese entwickelt“, freut sich Schätzmüller. Denn das Bild wird durch die Besucherfüße bestimmt eine deutliche Veränderung erfahren.
Die Ausstellung ist bis zum 10. Februar in der Städtischen Galerie, Karl-Brandt-Weg 2, zu sehen. Vom 24. Dezember bis zum 1. Januar bleibt das Haus geschlossen. Zu sehen sind die Werke dienstags bis freitags von 10 bis 13 und 14 bis 17 Uhr, samstags von 14 bis 17 Uhr sowie sonntags von 11 bis 17 Uhr. Zu der Ausstellung ist auch ein Katalog erschienen, der in der Galerie erworben werden kann. Kontakt und weitere Infos unter Tel. 02323/162659.
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