Revue und Ruhrgebiets-Komödie

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Mit einem Lied machen die Mondpalast-Schauspieler Lust auf das „neue“ Stück „Wat `ne herrliche Welt“ , das am 26. März Premiere hat. In der Mitte, mit langem Bart, Bergmann Fritz, der nach langen Jahren wieder das Tageslicht erblickt, gespielt von Axel Schönenberg. Foto: Angelika Thiele

Es war ein schmissiges Stück, das Publikum jubelte – und doch lief es nur einen Sommer. Zehn Jahre später kommt jetzt eine Neu-Inszenierung von „Wat `ne herrliche Welt“ auf die Bühne des Mondpalastes. Premiere ist am 26. März.

Warum also damals nur so kurz im Programm? – Prinzipal Christian Stratmann scheint auf die Frage gewartet zu haben. Die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen: „Damals hatten wir eine richtige Band auf der Bühne, mit Top-Musikern, die hatten auch noch andere Engagements, da gab es Abstimmungsprobleme.“ Ein zusätzlicher Kostenfaktor seien die Musiker natürlich auch gewesen. Diesmal ist es anders, diesmal kommt die Musik aus der Konserve. Was der Stimmung keinen Abbruch tun wird.
14 Lieder, Ohrwürmer zum Mitsingen, machen das Ruhrgebietsstück um den Bergmann Fritz zu einer „Revue-Komödie“, wie Christian Stratmann betont und zugleich einen neuen Gattungsbegriff kreiert.
Bleiben wir bei Fritz: Grabowsky heißt er mit Nachnamen und wird von Axel Schönenberg gespielt. 60 Jahre galt er als vermisst, hatte einen Tag vor der Fußball-WM 1954 tief im Bauch der Erde im Streb einen falschen Abzweig genommen und sich verlaufen.
„Wer hat gewonnen?“, war dann auch seine erste Frage, als er jetzt aus einem Tagesbruch klettert.
Mit der Antwort kann man ihm dienen, doch sonst ist eigentlich nichts mehr wie vorher. Was ist ein Smartphone, was eine E-Mail? Und was haben die Leute nur mit dieser Schalke-Arena, in der sich der Rasen wie ein Backblech herausfahren lässt und selbst im warmen Winterregen Skiläufer auf Scheiben schießen? „Ich hab‘ nicht mal Rollrasen im Schrebergarten“, erinnert sich Fritz.
„Das Stück ist einfach perfekt geschrieben, die Pointen funktionieren hervorragend“, lobt Regisseur Ekki Eumann Auor Sigi Domke, der sein Stück überarbeitet und an die heutige Zeit angepasst hat. Völlig neu ist auch die Kulisse, für die Bühnenbauer Mathias Handrick verantwortlich zeichnet. „Die alte hatten wir auch nicht mehr“, sagt Stratmann.
Bei der Besetzung profitiert Ekki Eumann in seiner ersten Regiearbeit nach dem Ausscheiden von Thomas Rech von der Beständigkeit des Mondpalast-Ensembles. Fritz‘ zerstrittene Verwandten Spackmann und Grabowsky – die einen Verlierer, die anderen Gewinner der wirtschaftlichen Entwicklung – werden von den Mondpalast-Lieblingen Silke Volkmer, Martin Zaik, Susi Fernkorn und Dirk Emmerich dargestellt. Als verliebter Nachwuchs grüßen die Newcomer Pia Pannenbäcker als Chantal und Andreas Wunnenberg als Raimund. Heiko Büscher gibt den balzenden Italiener Antonio, Ute Schütgens ist Enne, die schrullige Kioskbesitzerin, die zu allem ihren Senf dazugibt.
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